Fußball ist vom Typ her eine Ballsportart. Was viele vergessen ist der zweite Teil der Eingruppierung. Fußball ist nämlich auch eine Kampfsportart.

Aber was hat Fußball mit Kampfsport zu tun?
Wenn man sich zur Aufklärung dieser Frage die Spielweise von Island bei der EM als Beispiel ansieht, kann man den Kampfsport ganz deutlich erkennen.

Das ist normalerweise eine erkennbare Regel im Fußball: Die bessere Mannschaft hat den Ball und die schlechtere Mannschaft muss kämpfen.

Ein anderes Beispiel wäre ein jüngerer Jahrgang, der gegen einen älteren spielen muss. Die Jüngeren müssen den Ball laufen lassen, weil sie körperlich im direkten Kampf meist unterlegen sind. Nur durch Kampfsport können sie also nicht gewinnen. Das heißt der jüngere Jahrgang muss sich mehr auf den Ball konzentrieren, während die älteren auch über den Kampfsport, das heißt den Körpereinsatz, das Spiel gewinnen können.

Die Folge ist logisch. Normalerweise gewinnt die ältere Mannschaft, weil sie eben auf der körperlichen, kampfsportlichen und in der Regel auch auf der ballsportlichen Seite besser ist.

Wenn also eine leistungsorientierte Mannschaft gegen eine ältere Hobby-Mannschaft spielt müssen die Jüngeren das Spiel über die Technik machen.

Die Spieler werden aufgrund von mangelndem Können die Betonung nicht auf die Ballorientierung legen. Das hat zur Folge, dass diese Spieler öfter foulen. Dafür ist die Laufleistung der Kampfsportler dann auch deutlich höher. Dieser Spielertyp ist besser bekannt unter dem Namen der Abräumer, meist heimisch vor der eigenen Abwehr.

So einen Spieler braucht jede Mannschaft. Er macht die Laufwege, vor denen sich die „Stars“ und möchtegerne Stars der Mannschaft drücken. Der Abräumer gibt der Mannschaft hinter den Kulissen Stabilität. Er ist sozusagen der bühnenbildhaltende Angestellte des Theaters.

Bei Real macht das Casemiro, bei Chelsea Kanté. Beides Spieler von ungemeinem Wert für ihre Mannschaft.

Wichtig ist, es ist nicht obligatorisch als Abräumer auch eine schlechte Technik zu haben. Es ist nur so, dass schlechtere Spieler mehr durch den Kampfsport auffallen.

Ist der Torwart bzw. Torspieler Kampfsportler oder Ballsportler? Der echte Torwart ist aus meiner Position Kampfsportler. Hierzu wieder ein Beispiel:

Oliver Kahn, der legendäre Titan.

Oliver Kahn hat Flanken abgefangen, da wurden andere Kick-Boxer neidisch.
Kahn wäre vermutlich auch in der MMA äußerst erfolgreich gewesen.

Anders sieht die Situation beim Torspieler aus. Natürlich braucht der moderne Torspieler auch Bestandteile aus dem Kampfsport, da sich im Vergleich zu Oliver Kahn der Aufgabenbereich rund um das Tor ja nicht verändert hat.

Der Torspieler ist aber hauptsächlich ein Ballsportler, da neben den torspezifischen Aufgaben auch die feldspielerspezifischen Aufgaben eine wichtige Rolle spielen. Spielaufbau ist eben zu allererst Intelegenz und Technik. Folglich ist der Spielaufbau meist sehr ballbetont.




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