Im Fußball ist die Technik je nach Position mehr oder weniger leistungsbestimmend. Es gibt technisch sehr ausgeprägte Spielertypen und technisch weniger ausgeprägte Spielertypen. Diese weniger technischen Spieler müssen dann ihre weniger vorhandenen technischen Fähigkeiten mit anderen leistungsbestimmenden Faktoren kompensieren. Wenn der 6er zum Beispiel technisch schlecht ist muss er auf anderen Bereichen sehr stark sein, um einen Mehrwert für das Team zu haben und damit auch in der ersten 11 zu spielen. Bereiche die hierfür geeignet wären, sind zum Beispiel die defensive Zweikampfführung, sprich sehr viele Ballgewinne oder eine führende Art, was eine bessere Leistung, des gesamten Teams bedeuten würde.

Im Tor ist das ähnlich. Man kann entweder technisch sehr stark sein, um so aus einem Abdruck beispielsweise möglichst viel aus wenig Sprungkraft zu machen oder über die körperliche Seite kommen und trotz einer schlechten Technik durch eine ausgeprägte Sprungkraft weit zu springen. Klar ist, dass technisch gut oft mehr Vorteile bedeutet als athletisch gut.

Es soll aber in diesem Artikel gar nicht um den Vergleich Technik und Athletik gehen, sondern viel mehr von Technik und Taktik.

Technik hat für mich als Torspieler immer zwei Facetten. Die eine Seite nenne ich Torverteidigung, also Torwarttechniken Hechten, Fangen, Fausten,…. Neben diesem Bereich gehört auch die fußballerischen Fähigkeiten dazu. Raumverteidigung also Flanken abfangen zähle ich jetzt mal zur Torverteidigung.

Taktik, speziell Stellungsspiel hat auch zwei Bereiche für den Torspieler. Einmal das Stellungsspiel offensive und einmal defensiv. Soweit so klar. Man gewichtet also zwei Leistungsfaktoren im Torspieler und Torwartspiel nach ihrer Wichtigkeit.

Im Stellungsspiel offensiv kann der Torspieler nicht so viel falsch machen. Man sollte nur nicht viel zu weit vorne oder zu weit hinten stehen, da man sonst entweder Steilpässe oder Heber fängt. Außerdem sollte man bei gegnerischem Ballbesitz ungefähr auf einer Linie zwischen Ball und Tormitte stehen. Wenn man etwas am Spiel antizipiert (Link), also vorausschaut und sich dementsprechend positioniert, kann man hiervon entsprechend abweichen. Allerdings sollte die Grenze zwischen antizipieren und spekulieren nicht überschritten werden.

Die fußballerische Technik ist also für den Torspieler wichtiger. Wenn man seine Sache im Spielaufbau gut macht, sich oft anbietet und probiert das Spiel zu gestalten, kommt das Stellungsspiel fast schon von alleine. Die Technik führt dem richtigen Stellungsspiel. Wenn unter Druck der Ball wegspringt oder ein Fehlpass gespielt wird, ist die Folge oft ein sicheres Gegentor. Kleinere Fehler machen hier den großen Unterschied.

Im Tor ist das Stellungsspiel ein wichtigerer Faktor, denn das Stellungspiel bestimmt die Torabdeckung. Für mich gehört da auch das Timing zum Rauslaufen beim 1gegen1 (Link) oder bei Flanken mit dazu. Wenn man hier schlecht ist, hilft auch die beste Technik nur im begrenzten Maße.

Die Technik ist aber für mich auch im Tor wichtiger als das Stellungsspiel, denn was bringt es mir wenn ich richtig stehe, denn Ball aber aufgrund von mangelnder Technik trotzdem nicht halte. Mit einem guten Stellungsspiel und schlechter Technik kann sehr viel schief gehen. Zum Beispiel kann ein Ball durchrutschen, man fängt einen Ball nicht und der Nachschuss ist dann drin oder man springt einfach falsch ab und kommt gar nicht erst ran. Wenn man im Stellungsspiel sehr gut ist und schlecht in der Technik erreicht man Bälle nicht, weil man falsch steht aber das wars auch.

Allgemein kann man sagen, dass der Torspieler ein gewisses Maß an Technik braucht um zu bestehen. Wenn er jetzt technisch nicht der Edelste ist, kann er das natürlich immer durch Athletik und andere Faktoren in begrenztem Maße ausgleichen.




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