Je älter die Kinder werden, desto härter werden auch die Schüsse. Da haben die Eltern natürlich berechtigte Sorge. Man lernt mit der Zeit dem Ball, für den Torwart besonders eklige Eigenschaften zu geben. Diese sollen dem Keeper erschweren, eine klare Flugbahn zu erkennen und so häufiger den Weg ins Tor finden.

Flatterball ist ein Effekt der auf dem Material des Balls, der Schußgeschwindigkeit der Rotation des Balles zurück zuführen ist. Solche Bälle sind meist relativ schwer einzuschätzen. Es ist ein scheinbares physikalisches Wunder. Das glaubt man zumindest, wenn man gegen Experten ihres Fachs im Tor steht. Der Ball fliegt nicht mehr gerade sondern eiert auf einer nicht geraden, aber auch nicht auf einer gebogenen Bahn. Er bewegt sich in unvorraussehbaren Bahnen tendenziell hin und her.

Wie funktioniert ein Flatterball?

Solche Bälle werden meist mit großer Kraft und anspruchsvoller Technik geschossen. Die große Kraft ist eigentlich auch schon ein Schlüssel zur Erklärung. Der Fuß trifft den Ball. Auf Grund des Schusses wird der Ball eingebeutlt. Stellt euch das wie eine Feder vor. Der Ball verformt sich also. Die Impulswellen, die der Fuß in den Ball gesendet hat verformt den Ball und der Luftdruck im Ball zwingt ihn dazu, in seine Ausgangsform zurück zu müssen. Dadurch läuft eine Schwingung über die Oberfläche des Balls, die den Ball zu einer Form ändert, die scheinbar ein drehendes Ei ist. Physikalisch sagt man dazu Eigenschwingung oder Resonanzschwingung.

Allein durch diesen Eigenschwingungseffekt scheint der Ball zu flattern. Er eiert scheinbar hin und her. Für den Torwart ist dies aber nur ein optischer Effekt. Dieser Effekt gleicht sich aus. Lässt sich der Keeper nicht vom geeier des Balls verrückt machen, dann kann dieser Effekt leicht kompensiert werden.

Jetzt gilt aber nicht der einfache Zusammenhang, je stärker der Schuß um so stärker der Eigenschwingungseffekt. Für jede Kombination von Ballblase und Überleder gibt es eine eigene Schußgeschwindigkeit, die zu diesen Eigenschwingungen führen.

Wie kann der Flatterball sich hin und her bewegen?

Auf Grund der Eigenschwingung des Balls, ändert der Ball jetzt aber nicht seine Flugbahn. Durch die Oberflächenbewegung verändert sich auch der Luftstrom um den Ball. Das heißt, das der Ball durch den Tragflügeleffekt abgelenkt wird. Durch die Verformung des Balls, nimmt dieser immer wieder entfernt die Form eines Tragflügels eines Flugzeugs an. Damit wirkt auf den Ball auf einer Seite eine Druckkraft (Überdruckseite) und auf der anderen Seite ein Zugkraft (Unterdruckseite). Diese Kräfte wirken in der gleichen Richtung und ziehen den Ball hin und her.

Es macht also für einige Flankenübungen durchaus Sinn, sich Bälle zuzulegen, die der Schütze für gewöhnlich zum Schwingen bringt. Man beobachtet bei einigen Aktionen auch bei Topleuten, dass diese neben den Ball greifen. Neben den Ball greifen bedeutet fehlendes 3D Sehen oder falsches einschätzen der Flugbahn.

Wie erklärt man aber dann, dass der Flatterball seine Flugbahn zufällig verändert?

Damit der Ball zum richtigen Flatterball wird, muss zu dem Eigenschwingverhalten eine Rotation kommen. Der Ball muss also so geschnitten werden, dass er einen Spin mitbekommt. Laufen jetzt Spin des Balls und Laufrichtung der Verformungswelle nicht in einer Ebene, das ist in der Regel der Fall, kann der Ball nicht mehr gleichmäßig rotieren. Das fordert der Drehimpulserhaltungssatz so.

Wenn der Ball aber nicht gleichmäßig rotiert, zieht der Tragflügeleffekt in irgendwelchen Richtungen. Da der Tragflügeleffekt aber auch immer wieder zu und abnimmt, macht der Ball wirkliche Sprünge in irgend eine Richtung. Er bewegt sich also vollkommen zufällig und ist nicht einschätzbar.

Wie verteidigt der Torwart Flatterbälle?

Das ist wohl die wichtigste Frage, die ein Keeper sich stellen kann. Ein Flatterball ist in jedem Fall sehr gefährlich für den Torwart. Wichtig ist auf jeden Fall den Ball ständig im Auge zu behalten und zu beobachten. Antizipieren bringt hier kaum etwas, da der Ball nur sehr schwer und kompliziert berechnet werden kann. Ein Flatterball hat einen sehr breiten Einschussbereich. Es ist also wichtig, die Entscheidungen so spät wie möglich zu treffen. Das bedeutet möglichst lange stehen und den Ball fokussieren. Erst wenn der Ball in unmittelbarer Reichweite zum Torwart ist, wird auf den Ball gegangen. Dann kann es immer noch sein, dass der Ball im letzten Augenblick anders reagiert.

Mit Flatterbällen kann der Torwart nur verlieren. Relative einfach aussehende Bälle werden unhaltbar. Damit ist der Keeper immer der Verlierer. Jetzt könnte man meinen, die Bälle werden einfach weggefaustet. Das wird häufiger schief gehen, als der Versuch den Ball mit Fangen oder Überheben zu klären. Dadurch, dass der Ball verformt ist, wird er nie richtig getroffen. Wird er aber falsch getroffen, wird er durch seine Drehbewegung irgendwo hinspringen. Ein sicheres Klären ist somit nicht möglich und der Nachschuss bekommt den Spin des Flatterballs mit.




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