Über Dr. Frank O. Steeb

Herr Dr. Frank O. Steeb ist Facharzt für Orthopäde, Sportmedizin und Chirotherapie und hat sich über Jahre kontinuierlich weitergebildet und ist heute ein gefragter Experte zu sportmedizinischen Fragen.

Tätigkeitsschwerpunkte in seiner Praxis sind die Diagnostik und Therapie von Haltungs- und Funktionsstörungen, sowohl der Muskeln als auch der Gelenke. Dabei werden modernste technische Diagnostik- und Therapieverfahren eingesetzt. Besonderer Schwerpunkt ist die  Behandlung von Wirbelsäulenbeschwerden, wie zum Beispiel der oberen Halswirbelsäule mit Funktionsstörungen der beiden obersten Halswirbelkörper (Atlas und Axis), Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule (HWS) und Lendenwirbelsäule (LWS), Fehlhaltungen der Wirbelsäule (Rundrücken, Hohlkreuz, seitliche Verkrümmungen), degenerativen Gelenkveränderungen und Sportverletzungen. 

Für die Behandlung von Sportverletzungen ist er nicht nur wegen seiner aktiven sportlichen Laufbahn als Mittelstreckler (400-3000m), sondern auch wegen der mehrjährigen Betreuung des Jugendleistungszentrums des Württembergischen Turnerbundes, der Bundesliga-Hockeymannschaft der Stuttgarter Kickers sowie von zahlreichen Amateur- und Profileistungssportlern besonders qualifiziert.    

Weiterer Schwerpunkt ist die Diagnostik z.B. durch eine Haltungs- und Bewegungsanalyse bei Beckenschiefstand, X-oder O-Beinen etc. oder eine Stand- und Ganganalyse von Fußfunktionsstörungen wie Plattfuß, Knick-Senkfuß, Hohlfuß, Fersensporn, Achillodynie.

Besonders wichtig ist ihm dabei immer ein ganzheitlicher Ansatz. Das heißt für ihn weg von der  reinen Therapie von Krankheitssymptomen hin zur ursächlichen, nachhaltigen Behandlung der Ursache.

Dr. Steeb betreut mich sportmedizinisch seit vielen Jahren. Seine Praxis ist in Untertürkheim. Hier der Link zur Praxis von Dr. Steeb.

Interview

Theo: Hallo Herr Dr. Steeb. Sie sind Experte für den Bewegungsapparat des Sportlers. Es gibt unter den Torspielern immer wieder Diskussion wie der Torspieler stehen sollte: Auf dem Fußballen, auf der Ferse oder auf dem ganzen Fuß. Wie sieht das aus der medizinischen oder bio-mechanischen Perspektive aus? Was ist Ihre Empfehlung?

Dr. Steeb: Aus sportmedizinischer Sicht macht für mich nur der Stand auf dem Vorfuß wie beim Start eines 100m Läufers Sinn. Die Fußsenkermuskeln sind dabei vorgespannt und die Zeit einen heranfliegenden Ball zu fangen ist dann am kürzesten.

Theo: Sport ist Mord. Was sagen sie als Sportmediziner dazu?

Dr. Steeb: Bewegung und damit Sport ist die beste Medizin. Sport, in vernünftigem Umfang betrieben, stärkt die Muskulatur, das Herz-Kreislauf-System, verhindert Übergewicht und stimuliert den Stoffwechsel. 

Beim Leistungssportler sieht dies jedoch oft anders aus. So haben z.B. nicht wenige Fußballer,  zumal wenn sie mehrfach an den Gelenken operiert wurden, zum Beispiel Meniskus- und Kreuzband, bereits als Fünfzigjährige künstliche Knie- oder Hüftgelenke. Es gibt viele Beispiele an ehemaligen Weltklasseathleten, deren Bewegungsapparat an den verschiedensten Stellen vorzeitig alterte.

Theo: Warum ist die Rumpfstabilität und eine hohe Beweglichkeit aus sportmedizinischer Sicht so wichtig im Fußball?

Dr. Steeb: Da der Fußballspieler meist nur mit einem Bein Bodenkontakt hat, wie zum Beispiel beim Laufen, Schießen oder bei der Ballannahme mit dem Fuß, sind starke primäre und sekundäre Rumpfstabilisatoren sehr wichtig, um zum Beispiel Bandscheibenvorfälle oder frühzeitige Abnutzungen der Wirbelgelenke zu vermeiden! Die Beweglichkeit ist auch in der Sturzprophylaxe sehr wichtig, um sich im Zweikampf optimal abrollen und damit die Belastung auf den Bewegungsapparat abfangen zu können.

Theo: Was ist sensomotorische Kontrolle? Wie wichtig ist diese im Fußball? Wie kann man diese verbessern?

Dr. Steeb: Die Sensomotorik unseres Körpers besteht einerseits aus der Fußsteuerung und andererseits aus der Kopfsteuerung. 

Die Fußsteuerung basiert auf verschiedenen Mechanorezeptoren, die auf unterschiedliche Reize wie Druck, Temperatur und Vibration reagieren können. Die Kopfsteuerung wiederum besteht aus den Kopfgelenken, dem Kauapparat, dem Gleichgewichtssinn und dem Zusammenspiel beider Augen für das räumliche Sehen. 

Die Sensomotorik des Fußes kann durch Barfußlaufen auf unterschiedlichen Oberflächen, Training auf Wackelbrettern, Balancepads oder anderen Trainingsmitteln verbessert werden. 

Die Elemente der Kopfsteuerung können vorbeugend nur in minimalem Umfang durch den Spieler selbst verbessert werden. Hier bedarf es einer vorherigen gezielten Untersuchung durch einen Spezialisten.

Theo: Was sind die häufigsten Verletzungen im Fußball?

Dr. Steeb: Muskuläre Verletzungen der unteren Gliedmaßen, Verletzungen der Kapseln/Bänder der Gelenke der unteren Gliedmaßen, knöcherne Verletzungen, Hämatome, Hautverletzungen etc.

Theo: Gibt es typische Sportlererkrankungen von Fußballern? Wie kann man diesen vorbeugen?

Dr. Steeb: Leistenschmerzen, Adduktorenverletzungen, Schambeinentzündung, Reizung des Musculus pectineus, der bei den meisten fußballtypischen Bewegungen intensiv beansprucht wird, Sprunggelenksverletzungen, Knieverletzungen

Theo: Was bedeutet Musculus pectineus?

Dr. Steeb: Das ist ein Muskel an der rumpfnahen Innenseite des Oberschenkels und gehört zu den Adduktorenmuskeln.

Theo: Was kann ein Torspieler zur Verletzungsprävention tun?

Dr. Steeb: Muskuläre Stärkung des gesamten Bewegungsapparates, optimale Stoffwechsellage, gutes Aufwärmen vor dem Training

Theo: Was bedeutet optimale Stoffwechsellage?

Dr. Steeb: Keine permanente Übersäuerung der Muskulatur, Mineralstoffe wie Magnesium und Zink im Normbereich, Vitamine im Normbereich.

Theo: Wie unterscheidet sich die Behandlung von Profis und „normalen Menschen“?

Dr. Steeb: Die Behandlung des Profis setzt in der Regel direkt nach der Verletzung ein, ist wesentlich umfangreicher und zeitintensiver.

Theo: Im Sport sind Verletzungen häufig. Wann muss man bei Schmerzen zum Arzt? Wann darf man auf keinen Fall weiterspielen?

Dr. Steeb: Wenn der Schmerz in den ersten Tagen nicht nachläßt, bei intensivem Schmerz nicht nur bei Belastung sondern auch in Ruhe, bei massiver Schwellung oder ausgedehntem Hämatom, bei Gefühlsstörungen zum Beispiel im betroffenem Bein, bei Belastungsinsuffizienz. Wenn nach Kühlung der Verletzung auf dem Platz der Schmerz nach kurzer Zeit wieder auftritt.

Theo: Was heißt Belastungsinsuffizienz

Dr. Steeb: Wenn das Bein nicht schmerzfrei belastet werden kann

Theo: Was sind die größten Fehler bei Behandlungen von Sportverletzungen?

Dr. Steeb: Ignorieren einer massiven Verletzung, falsche Behandlung, ausschließliche Behandlung des Symptoms ohne Berücksichtigung der Ursache bei Verletzungen ohne adäquates Trauma, zu kurze Belastungs- und Sportpausen.

Theo: Warum stehen die Profis trotz schwerer Verletzungen schon nach kurzer Zeit wieder auf dem Platz? Lassen sich die Verletzungspausen durch die wesentlich umfangreichere und zeitintensivere Behandlung abkürzen?

Dr. Steeb: Die Heilungsphase ist für alle Sportler gleich, der Profisportler ist jedoch durch die sofortige Behandlung, die intensivere Therapie und die optimale Rehabilitation schneller wieder wettkampffähig   

Theo: Es gibt zahlreiche Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln. Um den Sinn bzw. den Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln im Sport wird viel gestritten. Was sagen Sie aus medizinischer Sicht dazu?

Dr. Steeb: Eine ungezielte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln halte ich nicht für sinnvoll. Ich empfehle zunächst eine Bestimmung der für den jeweiligen Sport wichtigsten Substanzen. Das sind zum Beispiel Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Aminosäuren und viele andere mehr. Danach können Defizite unter Berücksichtigung der sportlichen Belastung gezielt ersetzt werden.

Theo: Wen sollte ich zum Thema Torspieler aus sportmedizinischer Sicht noch unbedingt interviewen?

Dr. Steeb: Zum Beispiel einen Sportwissenschaftler

Theo: Vielen Dank für das Interview.

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