Wie finde ich meinen eigenen Spielstil?

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Die Frage nach dem persönlichen Spielstil ist eine häufig gestellte Frage. Trotzdem wird sie meiner Meinung nach unterschätzt und sogar umgangen. Jeder kennt die kleinen Kinder die alle Ter Stegen, Bernd Leno oder Manuel Neuer nacheifern. Bei Kindern ist das noch nicht so gravierend. Schlimm wird es erst im Jugend- und Erwachsenenbereich.

Warum ist ein persönlicher Spielstil so wichtig?

Ein Spielstil ist wie ein Leitfaden, der sich durch das gesamte Spiel zieht und jede Entscheidung beeinflusst. Komme ich raus oder nicht? Spiele ich lang oder kurz raus? Ohne einen Leitfaden kann man da keine richtigen Antworten geben. Ohne diesen Leitfaden bin ich für die Mannschaft unberechenbar. Wenn man das mal auf die gesamte Mannschaft übertragt würde eine verunsicherte Mannschaft rauskommen, die nicht weiß, wann sie pressen und wann sie sich hinten rein stellen soll. Kurz: ohne Leitfaden weiss man nicht wie man spielen soll.

Jeder Spielstil ist auf die individuellen Stärken und Schwächen angepasst. So ist das auch bei den meisten Profitorhütern. Jeder kann einige Dinge besser und andere schlechter. Wenn ich jetzt blind einen Spielstil übernehme, kann es sein, dass der gar nicht auf mein Stärken-Schwächen-Profil passt. Sprich mein Leitfaden sagt mir, ich muss jeden Ball weit weg hauen, aber ich komme in der Spieleröffnung nicht mal aus dem eigenen Sechzehner raus. Das wäre gravierend. Dann kopiere ich den Spielstil, der meine Schwächen verstärkt und meine Stärken nicht nutzt.

Bei den Kindern ist es wichtig, dass diese viel experimentieren und ausprobieren. Dabei kann man ruhig kopieren und übernehmen. Kinder können noch nach Regeln spielen. Die Regeln müssen sich aber immer wieder ändern. Nur so finden sie was ihnen am besten passt. Je früher sie einen eigenen Stil entwickeln, desto besser ist es. So können sie die im Spielstil gefragten Qualitäten am besten und längsten ausbilden. Sicher sollte man sich nicht zu sehr an einen Spielstil klammern und seinen Spielstil immer an den der Mannschaft und am Spielgeschehen orientieren. Man kann nämlich nicht mehr kurz rausspielen, wenn die gegnerische Mannschaft vorne zu stellt und die eigene Mannschaft unter Druck den Ball behaupten kann. Letztendlich ist es aber wichtig zu wissen, mit welchem Spielstil man am häufigsten gewinnt, denn ums Gewinnen geht es im Fußball.

Wie kann der Trainer einen eigenen Spielstil fördern?

Als Trainer ist man immer ein Vorbild für seine Mannschaft. Das heißt wenn man mal ins Tor geht, gucken die Torspieler in der Mannschaft da auch hin. Das heißt, dann sollte man genau darauf achten
was man macht
warum man es macht und
wie man es macht.

Grundsätzlich gilt: Macht euer eigenes Ding und lernt aus euren Fehlern und den Fehlern der Gegnern.




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Die 4 Stufen des Techniktrainings

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Das Techniktraining kann man in vier Stufen einteilen. Ich meine allerdings nicht die Aufteilung einer technischen Trainingseinheit sondern das allgemeine Aufteilen in Fähigkeitsständen aus Sicht des Torwarttrainers.

Die erste Stufe ist die Hinführung. Die Technik wird in einzelne Bewegungsabläufe zerlegt und sie zielt darauf ab, die Technik zu erlernen. Umstände werden hier so ausgelegt, dass sie dem Ausführenden unterstützen.

Die zweite Stufe beschreibt die gezielte Anwendung. Während bei Stufe eins die Technik isoliert wird und so gar in Bewegungsabläufe aufgeteilt wird, geht es in der zweiten Stufe darum, die Technik als ganzen Bewegungsablauf zu trainieren und zu verinnerlichen. Wurde das erreicht kann man den Ablauf erschweren, in dem man die Umstände so auslegt, dass sie dem Ausführenden behindern.

Die dritte Stufe beschreibt die Verbindung der Technik mit anderen Techniken oder koordinativen Aufgaben. Hier geht es nur nebensächlich um die Technik. Der Fokus liegt auf einer sauberen Ausführung nach mentaler oder physischer Belastung bei schweren Bedingungen. Das ist der letzte Schritt, bei dem die Technik an sich im Mittelpunkt steht.

Der vierte und letzte Punkt ist die Anwendung. Die Technik muss in komplexen und intensiven Übungen richtig angewandt werden. Das ganze sollte dann in Übungen durchführt werden, die sehr praxisnah sind.

Das ist der grundsätzliche Aufbau von Techniktraining. Ich habe probiert das ganze relativ unkonkret zu formulieren um zu verdeutlichen, dass man diese Phasen auf alle Techniken anwenden kann.

Beim Fußballtorspieler zum Beispiel besteht die erste Phase aus einer Heranführung an die Torwart- und Feldspielertechnik. Die zweite Phase beschreibt wieder die gezielte Durchführung. Beim Torwarttraining werden die Ecken vorgegeben und beim Feldspielertraining werden die Technikarten wie Flachpass oder Flugball angegeben. Als nächstes wird der Bewegungsablauf entscheidend erschwert, in dem zum Beispiel ein Entscheidungsprozess oder eine andere koordinative Aufgabe oder Technik hinzugefügt wird. Die letzte Phase ist schließlich das erkennen, wann welche Technik im Spiel gebraucht wird und diese dann präzise einzusetzen.




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Nach welchem Konzept muss man einen Torspieler, Keeper bzw. Torwart ausbilden?

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Diese Frage stellt sich gerade sehr intensiv auch der DFB und das ist auch gut und richtig so. Es hängt viel von der Ausbildungsphilosophie ab. Bis vor kurzem waren die Nachwuchsleistungszentren (kurz NLZ) auf sich allein gestellt, was das Konzept und die Philosophie in der Torspielerausbildung angeht. Deshalb waren und sind manche Vereine auch erfolgreicher als andere bezogen auf erfolgreich Profikeeper.

Auch in den unteren Spielklassen stellt man sich die Frage nach einem guten Konzept für die Torspieler. Soll ich mehr auf die Athletik achten oder doch eher die Technik bevorzugen. Das sind alles Fragen, die man sich bei einer guten Philosophie stellen muss. Wo liegen die Schwerpunkte. Gibt es überhaupt Schwerpunkte oder trainiere ich von allem ein bisschen?

Als Beispiel für ein Konzept gibt es das Entscheidungstraining. Das ist aus meiner Perspektive aber nur ein Trend. Zuerst macht man stures Techniktraining und stellt später fest, das die Spieler sich nicht mehr richtig und effektiv entscheiden können und strukturiert dann das Trainingskonzept. Logisch, dass man so nie an den perfekten Keeper ran kommt und nie ran kommen kann. Wenn man den Fokus nur auf ein Teilgebiet des Fußballspiels legt, ist es klar, dass wo anders Schwächen auftreten müssen.

Mein Ansatz ist deshalb ein anderer.  Ich geh individueller an die Sache Torspielertraining ran.

Das Prinzip, dass ich am geeignetsten für eine umfassende Top-Ausbildung finde, ist die Engpass-konzentrierte-Strategie (kurz EKS).

Die EKS ist ein Konzept das man nur individuell und auf jeden Torspieler einzeln anwenden kann. Für eine erfolgreiche Ausbildung ist die EKS die beste, da man bei jedem Keeper individuell auf die Schwächen eingeht, diese behandelt, bis sie keine Schwäche mehr ist und sich dann den nächsten Schwerpunkt setzt. Die Trainingsschwerpunkte sind also dynamisch und hängen stark vom einzelnen Keeper ab. Man erkennt Engpässe, die einen daran hindern optimal zu spielen und trainiert diese, bis das Thema keine Schwäche mehr ist. Das ganze muss natürlich altersgerecht sein und einem Leitfaden folgen aber dazu komme ich noch.

Ein vereinfachtes Beispiel für eine Anwendung der EKS wäre ein Torspieler, der torwarttechnisch sehr gut ist, aber mit dem Ball nicht so gut umgehen kann. Der Trainer erkennt diesen Engpass in dem Spiel seines Torwarts und probiert diesen zu beheben. Nach zwei Wochen intensivem Training der Fußballtechnik folgt eine weitere Schwächen-Analyse, die sagt, dass die Athletik während der Themenwochen in den Hintergrund geraten ist. Dann muss ein Themenwechsel zur Athletik folgen.

So verbessert sich der Keeper kontinuierlich und auf einem breiten Fähigkeitsspektrum.

Allerdings muss man noch eine Schwäche oder einen Engpass definieren. Ich sehe eine Schwäche als eine Einschränkung für den Torspieler seinen eigenen Stil zu spielen. Wenn ein Keeper alles über technische Feinheiten löst, ist Athletik also nicht unbedingt eine Schwäche. Das ist ein wichtiges Detail, da von den Trainern oft nach dem gesamten Fähigkeitsspektrum bewertet wird, ob ein Keeper gut ist oder nicht. Das ist aber wieder zu einseitig, weil jemadnen, der alles perfekt kann, gibt es nicht. Sicher ist es wichtig für ein NLZ einen Gesamtüberblick von einem Torspieler zu haben, der eventuell ein Kandidat für einen Wechsel wäre, aber man muss diese Bewertung unter der Schablone des Individuums und des praktischen Nutzens für den Verein legen.

Wenn ein Keeper technisch sowohl mit dem Fuß, als auch mit der Hand stark ist, sollte man nicht sagen: Der hat keine Athletik, denn nehmen wir nicht. Man muss sehen: Aha der nutzt seine Stärken so gut in seiner Spielweise, das die fehlende Athletik gar nicht auffällt.

Man darf mich jetzt nicht falsch verstehen. Natürlich ist es für den technisch starken Keeper ein Vorteil wenn er auch athletisch gut ist, aber es ist bis zu einem gewissen Niveau noch kein Nachteil und damit kein Engpass.

Damit kommen wir auch schon zum nächsten wichtigen Thema. Das dynamische Anforderungsprofil durch die Entwicklung der Feldspieler mit dem Alter und der Spielklasse kann man nur durch eine dynamische Ausbildungsphilosophie ausgleichen.

Wenn Kinder in eine höher Spielklasse wechseln, in der sie ihr Spiel anpassen müssen, müssen sie auch entsprechend ihrem Anforderungsprofil trainieren.

Im Fußball gibt es für den Torspieler verschiedene Fähigkeitsbereiche, die er abdecken muss um gut zu sein:

  • Torverteidigung
  • Raumverteidigung
  • Spieleröffnung
  • Taktik (Antizipation)
  • Entscheidungseffizienz (Schnelligkeit und Qualität)
  • Führung
  • Athletik
  • Psychische Fähigkeiten (Konzentrationsfähigkeit, Verhalten nach Fehlern)
  • kognitive Fähigkeiten (wie schnell erfasse ich was passiert, Lernfähigkeit)

Man sieht also, dass das Fähigkeitsspektrum im Tor relativ weit gefächert ist. Ich will mir auch nicht anmaßen, alle Dinge genannt und abschließend behandelt zu haben. Ich denke aber, das gesagte reicht, um zu erkennen, dass die Fähigkeitsbereiche nicht mit einem statischen Trainingskonzept abgedeckt werden können.

Beispiel Entscheidungstraining. Aus meiner Perspektive ist das nur ein spannender Trend einer Philosophie, die voran gegangen ist und diesen Bereich nicht abdeckte. Was folgt ist eine logischerweise erhöhte Fehlerquote in diesem Bereich. Die Antwort darauf kann aber nicht sein, dass man jetzt sagt: Darauf muss der Schwerpunkt liegen. In zwei drei Jahren würde sich der Schwerpunkt wieder verschieben, weil die Keeper dann die meisten Fehler zum Beispiel in der Raumverteidigung oder Technik machen.

Man sieht das sich die statische Ausbildungsphilosophie in einem Kreislauf befindet, in dem sie nur in Ausnahmefällen einen perfekten Torspieler hervorbringen kann. Die EKS dagegen ist eine dynamische Ausbildung und könnte mit ziemlicher Sicherheit den einen oder anderen nächsten Welttorhüter hervorbringen.




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Asymmetrische Übungen

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Auf dem Mercedes-Benz Junior Cup in Sindelfingen habe ich mir angesehen, wie sich die Torspieler auf das Spiel vorbereiten. Dabei ist mir bei den Torspielern, die sich ohne Torspielertrainer aufgewärmt haben, aufgefallen, dass diese gar nicht auf die Grundsymmetrie achten. Am extremsten waren dabei die beiden Torspieler des 1. FC Kölns, die nur die starke Seite aufgewärmt und konditioniert haben. Die anwesenden Torwarttrainer haben bei ihren Schützlingen ganz offensichtlich auf beidseitiges Aufwärmen geachtet. Dort wurde symmetrisch gearbeitet.

Grundsätzlich gibt es symmetrische und unsymmetrische Übungen. Beispiele für asymmetrische Übungen sind:

  • Sitesteps
  • Siteseps überkreuzt
  • Einen Arm kreisen
  • Technik mit nur einem Bein oder Arm (Abschlag, Abstoß, Abwurf, …)
  • Technik auf nur eine Seite

Was sind eigentlich asymmetrische Übungen?

Mit asymmertrischen oder unsymmetrischen Übungen meint man Übungen die sich auf eine Seite konzentriert. Der Körper ist muskeltechnisch spiegelverkehrt aufgebaut. Wenn man nur die eine Seite trainiert führt das zu einem Defizit in der anderen Seite.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung der Verletzungsgefahr wäre eine Verletzung in der Oberschenkelrückseite. Eine typische Fußballerverletzung. Es gibt einen aktiven Muskel, den Agonist und einen gegenspielenden Muskel, den Antagonist bei jeder Bewegung. Bei einem Schuss zum Beispiel ist der aktive Muskel der Quadrizeps an der Vorderseite. Der Gegenspieler ist der Antagonist auf der Rückseite. Beim Schuss kontrahiert der Quadrizeps und verursacht so ein vorschnellen des Beines. Wenn die Bewegung ausgeführt wurde muss der Körper den Impulses des Beines irgendwie bremsen. Das macht er in dem der Gegenspieler angespannt wird. In dem Fall die Rückseite.

Wenn jetzt die Vorderseite so stark ausgeprägt ist, dass die Rückseite den Impuls nicht mehr stoppen kann tritt ein häufiges Verletzungsproblem in Folge von Asymmetrie auf.

Das Gleiche passiert auch bei koordinativen Übungen. Wenn die linke Gehirnhälfte besser ausgebildet und vernetzt ist als die andere wird das ein Problem. Der gesamte Körper wirkt unkontrolliert schlaksig und unkoordiniert. Der Athlet kann auf der einen Seite koordinativ auf dem höchsten Level sein, wird aber nie so gesehen. Das hat natürlich noch andere Nachteile. In einer Spielsportart wie Fußball kommt der Ball halt mal auf die schwache Seite. Dann hat man verloren.

Für jeden Athleten ist die symmetrische Entwicklung der Muskulatur wichtig. Asymetrische Muskulaturen führen zu Verspannungen, reduzieren langfristig das Leistungsvermögen und provozieren Verletzungen. Viele Rückensmerzen im Alter gehen auf Asymmetrien in der Muskulatur und wahrscheinlich auch in der Gehirnvernetzung zurück.

Auf der anderen Seite verbessert sich die Koordinationsfähigkeit und Gleichgewichtsempfinden, wenn man viele asymmetrische Übungen in sein Trainingsplan mit einbaut. Kurz gesagt: asymmetrische Übungen muss man richtig betreiben, um daraus einen Nutzen ziehen zu können.

Als Grundregel kann gelten:

Jede asymmetrische Übung ist gleich oft auf jeder Seite durchzuführen.

Dabei hat der Athlet ein Problem. Direkt vor dem Wettkampf wird er auf seiner starken Seite das „muskuläre Gedächnis“ aktivieren wollen. Damit wird diese Seite wieder übertrainiert. Ich empfehle dafür ein Kompensationstraining, bei dem die schwache Seite verstärkt trainiert wird. Man kann auch auf eine verstärkte Aktivität auf der schwachen Seite während des frühen Aufwärmens achten.

Insgesamt bin ich der Meinung, dass es auch Aufgabe des Trainers ist, darauf zu achten, dass seine Schützlinge beidseitig trainieren. Das muss den Kindern und Jugendlichen erklärt werden. Da die Torspieler oft auf sich selbst gestellt sind, müssen diese mehr Eigenverantwortung übernehmen. Das geht aber nur, wenn ihnen die Zusammenhänge vom Trainer erklärt werden.




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Die Torspieler- bzw. Torwarttechniken mit meinen Videos lernen

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Ich habe immer wieder Rückfragen und Kommentaren zu meinen Videos. Auf diese möchte ich gerne eingehen.

Zum Verständnis dieser Videos solltet ihr euch klar machen, wer die Zielgruppe ist. Meine Zielgruppe hier sind nicht die Profis und die Torspieler- und Torwarttrainer. Unter diesen habe ich zwar auch wirklich hochklassige Leser und Fans. Aber diese Menschen können sich aus wirklich sehr guten anderen Quellen informieren.

Meine Zielgruppe sind zu allererst Torspieler, Keeper, Torhüter, Torwarte. Das Informationsbedürfnis dieser Gruppe ist anders, als das von 0-8-15-Fußballern. Wir sind speziell, anders und für außenstehende manchmal ein bisschen komisch.

Daneben versuche ich auch die Trainer des Breitensports abzuholen und denen zu zeigen, worauf sie bei der Arbeit mit Ihrem Torspieler achten müssen. Im Breitensport ist der Torspielertrainer die absolute Ausnahme.

Für die angehenden oder sich selbst entwickelnden Nummer einsen und die Trainer, die keinen Torspielertrainer haben, habe ich Video-Tutorials gemacht. Weitere sind geplant. Hier geht es mir darum, den Torleuten, die keinen Torspielertrainer haben, zu zeigen, wie sie sich entwickeln können und was sie dazu tun müssen. Es geht um die Basics.

Die Torwarttechnik die die jungen Tormänner und Torfrauen als erstes lernen müssen, ist zum das Fangen. Wer nicht fangen kann, wird im Tor untergehen. Das Video dazu heißt „Zentrale Bälle auf den Mann“. Bevor ich erkläre, was ihr daraus lernt, schaut euch das Video doch noch einmal an (und gebt einen Daumen nach oben).

Ihr habt im Video eine pädagogische Reihe gesehen. Diese ist aufgebaut vom Einfachen hin zum Schwierigeren. Vom Bekannten hin zum Unbekannten. Wenn jetzt ein Jugendtrainer mit seiner E-Jugend (U11) trainiert, kann er zum Beispiel vor dem Training 30 Minuten mit allen seinen Torspielern arbeiten. Das sind in der Altersklassen noch viele.

In den ersten Trainingseinheiten beginnt er mit dem Fangen unter der Brusthöhe. Dazu erklärt er die Technik und lässt die Kinder durch wiederholen üben. Das kann man zunächst als 15 minütigen Technikeinheit machen. Danach macht man 15 Minuten ein Spiel, wo der Ball gefangen werden muss.

Diese Einheit wiederholt der Trainer immer wieder, bis die Kinder die Basics beherrschen. Parallel dazu kann man anfangen, den Ball zu greifen, zu heben und zu halten, um den Schritt zum Fangen des Balls über der Brust vorzubereiten.

Der nächste Schritt ist dabei immer der nächst schwierigere:

  • Fangen unter der Brusthöhe
  • Fangen unter der Brusthöhe mit Auftaktschritt
  • Ball greifen, heben, halten
  • Fangen über der Brusthöhe
  • Fangen über der Brusthöhe mit Auftaktschritt

Innerhalb der Einheiten wird die Schussgeschwindigkeit gesteigert. Schießen heißt hier, entweder schießt ein Kind oder der Trainer wirft den Ball. Die Kinder haben nichts davon, wenn die Schüsse nicht altersgerecht kommen.

Bis die Einheit „Zentrale Bälle auf den Man“ in dem Beispiel 30 Minuten Sondertraining für alle potentiellen Torspieler einer Mannschaft der E-Jugend (U11) gelernt ist, muss der Trainer mindestens 10 Einheiten planen.

Erst wenn das relativ sicher gekonnt wird, kann der nächste Schritt gemacht werden.

Ich hoffe, ich konnte eure Fragen dazu klären. Wenn nicht, meldet ihr euch einfach bei mir!

 

Eine Bitte noch an euch: Bitte abonniert auch meinen Youtube-Kanal und gebt den Videos einen Daumen hoch. Hier der Link zu torspielertraining.de. Danke.

 

Hier alle Videos, die ich bisher gemacht habe:

Viel Spaß beim trainieren.




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Kaderplanung im Kinderfußball: Der Unterschied zwischen Mädchen und Jungs

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Viele Vereine stellen sich erst gar nicht die Frage, ob es einen Unterschied gibt oder nicht, und trennen Jungs und Mädchen direkt von Anfang an in zwei unterschiedlichen Mannschaften auf. Die Folgen sind meist überfüllte Jungsmannschaften und spärlich besetzte Mädchenmannschaften. Aber so muss das nicht laufen. Hier ein paar aufgelistete Argumente für eine heterogene Mannschaft.

Auf der einen Seite werden die Mädchen mit den gleichen Chancen ausgestattet wie die Jungs. Das ist auf dem Weg zum weiblichen Fußballprofi eine Menge wert. Ein wichtiger Grund an dem schlechteren Leistungsniveau im Frauenfußball ist ja auch die ungerechte Förderung von Mädchen. In den hören Spielklassen der Frauenmannschaften ist man viel erfolgreicher, wenn man auf gemischte Kindermannschaften setzt, da die Frauen eine bessere fußballerische Ausbildung genossen haben.

Die Kaderplanung in der Jugend wird wesentlich vereinfacht. Man hat mehr Kinder und kann diese leistungsgerechter in verschiedene Mannschaften aufteilen. Im Idealfall spielen die etwas besseren in einer etwas höheren Liga und die etwas schlechteren in einer etwas schlechteren Liga. So geht man auf die Bedürfnisse möglichst vieler Kinder ein und fördert sie ganz individuell. Man holt die Kinder quasi an ihren Leistungsstand ab.

Ein etwas sport-theoretisches Argument wäre die Leistungsfähigkeit beziehungsweise die Belastbarkeit. In jungen Jahren erkennt man noch keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Erst ab ungefähr zehn Jahren kann man eine Gabelung der Kurve erkennen. Das bedeutet, dass es rational betrachtet keinen Grund für eine Trennung von Jungs und Mädchen unter zehn Jahren gibt. Im Gegenteil – motivierte Spielerinnen erhöhen bis mindestens zur U11, vielleicht auch bis zur U13 das Leistungsniveau der Mannschaften und die Trainingserfolge.

Ich habe ja bereits in einem Artikel probiert zu erklären, warum der Frauenfußball sich deutlich von dem Männerfußball differenziert. (siehe Frauenfußball) In der Jugend ab der erkennt man da natürlich auch schon erste Differenzen. Das sorgt für eine gewisse Vielseitigkeit im Kader. Klar kann man diese leichten Unterschiede in der Frühphase des ausgereiften Frauenfußballs schlechter als der Jungenfußball bewerten. Das ist aber nicht meine Meinung. Technisch gesehen kann es nur an der Ausbildung liegen, dass Frauen schlechtere Techniken haben als Männer. Gleiches gilt für Taktik und Spielniveau. Das einzige wo sich Männer und Frauen wirklich unterscheiden sind körperliche Faktoren und die treten erst ab der Pubertät ein. Das ist das Alter an dem die Mannschaften überwiegend getrennte Wege gehen sollten.




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Wie organisiert der Torwart seine Abwehr?

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Eine gut organisierte Abwehr, die optimal steht, kann viele Torschüsse verhindern. Nach meinem Verständnis bedeutet jeder Torschuss, dass der Torspieler im Voraus einen Fehler bei der Organisation der Abwehr gemacht hat. Torwart und Abwehr sind eine organisatorische Einheit.

Damit die Mannschaft beziehungsweise die Abwehr auch das umsetzt was man sagt, muss man eine glaubwürdige Autorität sein.

Der Torwart sollte, wenn er es kann, nicht irgendwas sagen, sondern gezielte Anweisungen geben.

Die wichtigste Bedingung ist aber, dass der Torspieler zumindest ein bisschen taktisch klug ist und das Spiel antizipieren bzw. lesen kann.

Die meisten Torchancen entstehen durch falsches Verschieben der Abwehr. Dem kann man einfach vorbeugen, wenn vom Torspieler die richtigen Weisungen kommen. Dazu muss er aber verstehen, wie das Verschieben funktioniert.

Die folgende Erläuterung ist eine taktische Reduzierung auf die Abwehrkette. Das lässt sich beispielsweise auch auf eine Viererkette im Mittelfeld anwenden.

Dieses Verschieben der Abwehr basiert auf einem einfachen Prinzip aus der Mathematik. Die Abwehrkette muss eine möglichst maximalgroße Fläche abdecken und dabei die Abstände zwischen den einzelnen Verteidigern möglichst eng halten.

Dazu gibt es zwei Grundsituationen.

  1. Der Ballbesitzende dribbelt über außen in Richtung Tor.
  2. Der Ballbesitzende dribbelt vom Zentrum aus auf das Tor zu.

 

zu 1.

Wenn die erste Grundsituation zutrifft, muss die Abwehrkette in Form einer Banane zum Ballführenden hin verschieben. Dabei ist der ballentfernte Innenverteidiger der Spieler, der am tiefsten steht, um die Staffelung zu gewährleisten.

 

zu 2.

Bei der zweiten Grundsituation geht der ballnähere Innenverteidiger dem Gegenspieler entgegen und bildet so ein Dreieck mit dem anderen Innenverteidiger und dem Außenverteidiger. Diese rücken enger zusammen.

 

Warum bildet man immer ein Dreieck beziehungsweise ein halbes Dreieck an der Grundlinie?

Im Fall des Falls, wenn der vordere Spieler überspielt wird, können die hinteren Spieler noch eingreifen und gegebenenfalls auch Doppeln.

Man geht also kein Risiko ein. Das ganze System ist darauf ausgelegt, so viel Platz wie möglich abzudecken und dabei noch eine hohe Kompaktheit zu erreichen.

Es gibt Kommandos, die beim organisierten Verschieben der Viererkette helfen:

  • Zur Korrektur der Abstände: Name „enger“/„breiter“
  • Zur Korrektur der Staffelung: Name und „fallen“/„raus“
  • Zur Korrektur der Höhe der Viererkette: „fallen“/„raus“
  • Zur Korrektur der Verschiebung der Viererkette: „rechts“/„links“

Weisungen, die an alle Spieler gegeben werden, müssen sehr lautstark formuliert werden.




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Konzentrationstraining

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Wie kann man seine Konzentration über 90 Minuten aufrecht und auf das Spiel fokussiert ich erhaltenen?

Diese Frage ist einfach beantwortet. Man konzentriert sich auf seine Aufgaben und das Spiel. Das klingt banal, ist es aber nicht wirklich.

Wenn der Torwart zum Beispiel die Konzentration auf die Abwehrorganisation richtet, ist er gezwungen dem Spiel zu folgen. Die immer neuen Spielsituationen fordern ständiges Mitdenken und Coachen der Abwehr. Da kann man sich keine Auszeit nehmen. Vor allem bei besseren Gegnern muss man immer bei 120% Konzentration sein.

Das Aufrecht erhalten der Konzentration ist dann Ausdauersache.

Das ist nicht so einfach und für viele Anfänger zu viel verlangt. Wie kann man jetzt seine Konzentration beziehungsweise die Ausdauer für Konzentration trainieren?

Das kann man schon im Alltag machen. Die Schule ist das beste Konzentrationstraining überhaupt. Vor allem bei langweiligen Stunden, wo es extrem schwer ist sich zu konzentrieren kann man die Konzentrationsausdauer super trainieren. Das ist zwar sehr ermüdend. Es hilft aber. Schule ist hat also einen Zweck und ist dafür da zu lernen: Konzentration. Diese Trainingsmöglichkeit hat mir geholfen. Es wirkt sich auf die Konzentration in langweiligen Spielen positiv aus und nebenbei werden die Schul-Noten etwas besser.

Einer weitere sehr effektive Übungsmöglichkeit im Alltag, vor allem in den Regenerationsphasen ist das Lesen. Wer sehr viele Bücher liest, lernt dadurch nicht nur die deutsche Sprache und Grammatik, sondern viel mehr kann man sich besser und länger konzentrieren. Das ist eine Möglichkeit die meiner Meinung nach sehr unterschätzt wird. Ich persönlich lese sehr viel und sehr gerne. Die Folge ist, meiner Meinung nach, eine ausgeprägte Konzentrationsfähigkeit.

Eine weitere Möglichkeit ist, die Konzentrationsausdauer im Training zu trainieren. Hier trainiert man mental durchgehend auf sehr hohem Niveau.  Das heißt, dass die Übungsformen sehr komplex und das Gehirn ständig gefordert ist. Zwischen durch kann man kurze Regenerationsübungen machen.  Sehr effektiv sind koordinative Übungen am Ende einer anstrengenden Einheit. Das sind Übungen, die den Geist je nach Komplexität beanspruchen.

Spielnah ist das auch, wenn nach anstrengenden Einheiten die Konzentration gefordert wird. Es gibt Spiele, in denen man 89 Minuten nichts machen muss. Aber in der 90. muss man voll da sein. Und es gibt Spiele, da muss man in 1. Minute genau so konzentriert sein, wie in der 90.

Worauf Trainer immer achten sollten, der Torspieler sollte möglichst früh beginnen, mindestens die Verteidigung zu coachen. Natürlich kann ein Kind das am Anfang noch nicht. Da erzählt es eben dummes Zeug. Zunächst muss man lernen zu sprechen und zeitgleich das Spiel zu antizipieren. Je mehr das geübt wird, um so besser wird der Torspieler. Coacht der Torspieler ist er gezwungen, sich über das ganze Spiel zu konzentrieren.




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Gibt es einen perfekten Körperbau für einen Torspieler?

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Viele Trainer haben ein Bild von einem Torspieler. Wer nicht so aussieht, trotzdem aber im Tor spielen will bekommt nicht gerade gute Karten mit auf den Weg.

Das ist auch völlig in Ordnung solche Vorurteile zu haben, da die meisten Trainer eben keine Vorstellung von den Aufgaben des Torspielers haben. Die Frage ist ob das auch zielführend ist auf diese Vorurteile zu vertrauen.

Der Körperbau ist zum großen Teil von den erblichen Bausteinen abhängig. Er kann aber durch Muskel- oder Fettzuwachs individuell gestaltete werden. Je nachdem wie die Belastung Tag für Tag aussieht, passt sich der Köper an die Bedingungen an.

Wenn man sich zum Beispiel Sprinter ansieht, erkennt man ganz klar einen deutlichen Unterschied zu einem Kugelstoßer. Während der Sprinter meist Hühnerbeine mit ausgeprägten Schultern hat, besitzt ein Kugelstoßer eine große Masse mit extremer Ganzkörpermuskulatur.
Man erkennt, dass sich der Körper auf die unterschiedlichen Anforderungen mit speziellen Anpassungen reagiert.

Nun gibt es unterschiedliche Torspielertypen mit unterschiedlichen Spielstilen.

  • Es gibt den altmodischen sicheren Torwart.
  • Es gibt den modernen sicheren Torspieler.
  • Es gibt auch den modernen risikofreudigen Torspieler.

Die Spielweise in den Typen unterscheidet sich ebenfalls zwischen den einzelnen Keepern. Daraus folgen unendlich viele Spielertypen.

Und daraus kann man ableiten, dass es unterschiedliche perfekte Körper für die einzelnen Spielstile gibt. Aber da es unendlich viele Interpretationsmöglichkeiten von der Position Tor gibt, muss es auch unendlich viele perfekte Körper für die Stile geben.

Da ähnlich viele Spielstile unter den Trainern verbreitet sind, gibt es also für jeden Spielstil einen perfekten Torspieler mit einem perfekten Körperbau. Jeder Trainer hat also seinen eigenen perfekten Körper des Torspielers.

Jetzt kommt die Frage auf ob die Vorurteile auch auf den perfekten Körperbau des jeweiligen Spielstils zutrifft.

Diese Frage kann ich nicht zu 100% beantworten. Aber es ist nur logisch das es einige Glückstreffer gibt. Außerdem nehme ich an, dass die Wahrscheinlichkeit auf einen Glückstreffer bei guten Trainern größer wird.

Das Fazit ist also nicht immer nur äußerlich bleiben. Der Charakter beziehungsweise das Können ist das was zählt. In jedem Fall sind Körpergröße und schlacksige Bewegungslegastenie keine finalen Kriterien für den perfekten Körperbau des Torspielers.




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Wie macht man sein Training effizient?

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Das Training und das Niveau hängen von der Gestaltung des Trainings ab. Das wird zum einen durch den Trainer und vor allem auch durch die Spieler bestimmt.

Der Trainer hat die Entscheidungsgewalt bezüglich der Belastungskomponenten (siehe hierzu Trainingstheorie oder Trainingsplan) und des Inhalts. Er kann das Niveau durch gute und zielführende Übungen und durch sinnvolles Coaching zusätzlich anheben.

Allerdings kann der Trainer hier nur ein begrenzt hohes Niveau erreichen, wenn die Spieler nicht mitmachen.

Wenn man selber besser werden will, muss man also mitmachen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der Spieler denkt sich in ein Spiel. Das zwingt ihn dazu immer 100 Prozent oder mehr zu geben. So kann man dem Trainer in die Karten spielen und sich extrem verbessern. Hier macht man aber trotzdem nur so viel wie man muss.
  2. Der Spieler geht bewusst immer an seine Leistungsgrenze. Das ist die Möglichkeit um ganz nach oben zu kommen. Die Schnelligkeitsübungen macht man so schnell man kann. Die Technikübungen macht man mit 100 prozentiger Konzentration. Die Kraftübungen macht man, bis man nichts mehr machen kann. Die Ausdauersachen macht man bis man keinen Schritt mehr machen kann. Kurz gesagt: Man geht immer an die Schmerzgrenze und macht mehr als alle anderen.

Ein weiterer großer Faktor, der das Trainingsniveau und dessen Effektivität mitbestimmt sind die Mitspieler.

Das gilt für den Torspieler ganz besonders. Es macht ein Unterschied, ob die Spieler bei einer Torschußübung auf Tore gehen oder probieren den Ball in den Winkel zu zirkeln.

Das wirkt sich vor allem aber auf das Trainingsspiel aus. Wenn drei Leute richtig spielen und der Rest probiert zu Tunneln macht das Spiel keinen Sinn. So sinkt das Spielniveau kontinuierlich und die drei Spieler plus die ganze Mannschaft haben nichts vom Training.

Man muss gewinnen wollen. Ohne den absoluten Siegeswillen kann man nicht besser werden, geschweige den, Spiele gegen ähnlich starke Mannschaften gewinnen.

Das hängt sicher auch mit einer Motivation zusammen. Es funktioniert nicht, wenn der Vater will, dass der Sohn mal Bundesliga spielt. Der Sohn muss es wollen. Da kann der Vater drohen mit was er will. Ohne eine intrinsische Motivation geht gar nichts.




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