Worauf muss man achten, wenn man mit Kindern Torspielertraining macht?

 

Die Kinder müssen Spaß haben.

Ohne Spaß geht bei den Kindern gar nichts. Nicht nur deshalb sollte man diesen bei Kindern besonders fördern. Die Kinder spielen normalerweise aus Spaß Fußball, an der Bewegung und im Tor. Wenn man ihnen den Spaß nimmt, machen die Kleinen es nicht mehr, weil sie es wollen. Das hat mit der Motivation zutun.

Es gibt zwei grundsätzliche Motivationsarten. Die intrinsisch und extrinsische Motivation. Die intrinsische Motivation bedeutet, aus sich selbst heraus motiviert. Man macht etwas, weil man es selbst machen will.

Die extrinsische Motivation ist also eine Motivation von außen.

Logischerweise ist die Motivation von innen besser für eine gute Leistung und die einzige Motivation, um die Kinder bei der Stange zu halten.

Das bedeutet, dass wenn Kinder zum Fußball direkt oder indirekt genötigt werden, spielen sie automatisch schlechter. Man kann dies oft bei Kindern beobachten, bei denen sich Mama oder Papa verwirklichen. Beide stehen dann mit Bier und Zigarette am Spielfeldrand und brüllen das Kind an, dass dann “ja so talentiert ist”.

Das führt zur Frustration des Kindes und wirkt sich dann auch auf die Mannschaft aus. Die Motivation und Freude nehmen ab.

Fehlende Freude am Fußball führt dann auch dazu, dass die Kinder nichts im Training lernen. Um zu lernen muss man lernen wollen. Das wird man nicht, wenn man kein Spaß an der Sache hat und sich über die eigene Verbesserung freuen kann.

Optimale Technik und perfekte Durchführung

Im goldenen Lernalter kann sehr viel sehr schnell gelernt werden. Wenn der Bewegungsablauf falsch gelernt wird, dauert es sehr lange den wieder zu korrigieren, da dieser zu sehr verinnerlicht wurde und eventuell schon zum Reflex wurde.

Das bedeutet, dass man gerade bei Kindern auf die richtige Ausführung achtet. Es macht zum Beispiel bei 10 Jahre alten Kindern keinen Sinn, Mauer- und Konterfußball zu spielen. Die Kinder lernen dabei das holzen und das Ball weghauen. Sie lernen dabei nichts über Taktik oder Technik. Ich habe viele Väter am Spielfeldrand gesehen, die der Meinung waren, Fußball ist das Spiel, bei dem die anderen den Ball haben. Das ist Quatsch!

In Zukunft werden mehr Torspieler und weniger Torhüter benötigt. Wann sollen die Kinder lernen, als Torspieler zu spielen, wenn nicht bei den Bambinis bsi zur D-Jugend. Ich habe in den unteren Spielklassen viele Torhüter gesehen, die nicht im Ansatz Torwarttechniken beherrschten. Von ihrem Tor haben sie sich aber auch keine 2 Meter entfernt. Die nennen sich dann “gelernter Torwart”. Walter sagt zu solchen Menschen auch schon mal, “Fußball ist nicht seine Sportart”

 

Keine Angst vorm Hechten oder vorm Ball

Wenn man Angst vor dem Ball oder Hechten hat kann man nicht ins Tor gehen. Das soll heißen, dass diese Ängste den Kindern so früh wie möglich genommen werden müssen. Es gibt gesundheitliche Einschränkungen, die das Spielen im Tor für Kinder frustrierend machen. Dazu gehören Fehlsichtigkeiten. Wer nicht 3D-sehen kann, hat im Tor immer Angst.

Man nimmt den geeigneten Kindern Angst durch frühe koordinative Übungen, durch die die Kinder sich an das Fallen und Abrollen beziehungsweise den Ball gewöhnen können.

In jedem Fall muss das Training schmerzfrei ablaufen. Schmerzfreies Lernen ist hier sehr wichtig. Man muss auf die Kinder eingehen. Schmerzen bedeutet immer falsche Technik oder gesundheitliche Schwierigkeiten. Hat ein Kind Schmerzen und dem Arzt fallen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen keine gesundheitlichen Probleme auf, muss der Trainer sein Training hinterfragen und anpassen.

 

Persönlichkeitsbildung

Fußball ist ein Mannschaftssport. Im Team kann man soziale Kompetenzen für das Leben lernen oder eben auch nicht. Für den Umgang mit den Kindern ist Ehrlichkeit extrem wichtig. Das bedeutet auch, dass man unschöne Wahrheiten klar und frühzeitig kommuniziert und zu seiner Position steht.

Klar zu kommunizieren bedeutet aber nicht, dem Kind die Tür vor der Nase zuzuschlagen, sondern ihm die Probleme und die Lösungsansätze aufzuzeigen.

Ich persönlich bin schon der Meinung, dass man den Mannschaftsclown auf die Bank setzen kann. Der spielt dann eben nicht. Es hat aber einen Grund, warum der Mannschaftsclown Clown ist. In der Regel ist das Unsicherheit und Angst vor Fehlern. Wenn man also jemanden nicht spielen lässt, bedeutet das, dass man sich mehr mit ihm beschäftigt, um ihn wieder an die Mannschaft heran zu führen.

Gute Trainer sind Respektpersonen und gute Freunde. Man kann die Rollen auch auf Trainer und Co-Trainer aufteilen. Wichtig ist, dass der Trainer das Training und seine Kinder ernst nimmt. Das ist eine Voraussetzung dafür, dass die Kinder lernen wollen und Fußball als eine wichtige Sache kennen lernen.




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Seitliches Erhechten

 

Das seitliche Errechnet oder einfach nur Hechten ist eine der wesentlichen Grundfähigkeiten, die in der Ausbildung zum Torwart erlernt werden müssen. Dieses Video zeigt die Schritte für das Erlernen dieser Technik.

Was mir hierbei wichtig ist:

  • Die Technik ist schmerzfrei. Also muss das Training auch schmerzfrei sein. Das Hechten sieht zwar spektakulär aus. Mit der Technik tut es aber nicht weh.
  • Gerade für das Hechten sind Protektoren wichtig. Beim Training auf dem Rasen bitte immer Hüftposter verwenden. In der Halle und beim technischen Torwarttraining immer auch Knie- und Ellenbogenschützer tragen. Zu den Protektoren habe ich hier schon einmal etwas geschrieben:  Die Ausrüstung des Torwarts – Protektoren.
  • Mit dem seitlichen Erhechten wird begonnen, wenn das Fangen beherrscht wird.
  • Für das seitliche Erhechten ist Sprungkraft erforderlich. Diese wird nicht mit Kindern bis zur U13 (D-Jugend) trainiert. Für die Sprungkraft in dem Alter kann Lauf-ABC oder Seilspringen geübt werden. Ab der C-Jugend (U14) kann langsam mit einem Athletiktraining begonnen werden. Bei einem schlechten Athletiktraining kann mehr kaputt als gut gemacht werden. Wenn der Trainer kein Verständnis und Wissen zum Athletiktraining hat, bitte keins machen. Beim Techniktraining werden automatisch die richtigen Muskelgruppen trainiert.
  • Technik oder Athletik? Im Tor entscheidet hauptsächlich die Technik. Ist der Torspieler sehr klein, benötigt er etwas mehr Athletik. Da Kinder aber noch wachsen und die Technik viel wichtiger ist, als zum Beispiel die Sprungkraft, sollte Wert auf die Technik gelegt werden.

 

Auf Grund von Nachfragen hier Produkt-Beispiele, die ich im Internet gefunden habe.

Ellenbogenprotektor

Knieprotektor

Hüftposter

Zum Suspensorium habe ich nichts gefunden.




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In welcher Reihenfolge werden die Torwart-Techniken erlernt?

 

Der Jugend-Torspielertrainer hat eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Er muss seine Torhüter möglichst komplett ausbilden. Wenn der Torwarttrainer vor der Vollendung der Aufgabe wechselt, sollte wissen, was er wann den Torspielern muss. Das bedeutet, dass der erste Torspielertrainer nicht irgendwas trainiert, sondern eine Struktur in den Trainingsverlauf bringt.

Dazu gibt es ein Prinzip der methodischen Reihe.
Dies besagt, dass die Übungen vom Leichten zum Schweren gehen, vom einfachen zur komplexen Übungsform und von bekannten zu unbekannten Spielsituationen oder Techniken.

Was bedeutet das jetzt für den Torspielertrainer?

Nach diesem Motto muss jeder Trainingsplan, jede Trainingseinheit und jede Übung aufgebaut werden.

Wenn man also kleine Kinder im Torwarttraining in der E- und D-Jugend hat, muss man mit sehr einfachen Dingen verknüpfen.

Die ersten Techniken, die erlernt werden, sind Bälle auf den Mann (Link zum Video). Das hat den einfachen Grund, dass es fast keine einfacheren Übungen und Techniken gibt als zentrale Bälle.
So kann man die Kinder durch das Lernen der Technik ermutigen.

Wenn das klappt kann man durch koordinative Übungsteile, die Schussstärke oder schlecht Sicht auf den Ball den Ablauf erschweren.

Dann arbeitet man sich nach außen.

Nachdem der Torwarttrainer die Kinder mit dem Boden und dem Fallen koordinativ vertraut gemacht hat, kommen die Techniken abkippen und einen seitlichen Schritt setzen und eventuell springen dazu.

In der C-Jugend kann der Torspielertrainer dann mit den sehr komplizierten und koordinativ anspruchsvollen Schrittfolgen anfangen. Zuerst wirft der Trainer die Bälle um den Keeper Zeit zugeben, die Technik umzusetzen. Je besser der Torwart die Technik kann, desto schwerer sollte die Übung sein.

Dies kann durch weniger Zeit, koordinativen Aufgaben oder höherer Wiederholungszahl erreicht werden.

Ebenfalls in der C-Jugend sollten Techniken im 1gegen1, der Spieleröffnung aus der Hand und bei Flanken angerissen werden.

In der B-Jugend muss der Torwarttrainer alle Techniken verfeinern und eventuelle neue Techniken lehren. Hier kann sich der Torwarttrainer auch an seinem Keeper richten und dessen Schwächen aufheben und Stärken herausheben.

In der A-Jugend geht es darum möglichst neue Eindrücke auf die Torspieler wirken zu lassen. Das bedeutet, dass man neue Übungen ausprobiert und auch auf die Wünsche der Torspieler eingeht.

Wichtig: In allen Phasen der Entwicklung wird Kraft durch sehr anspruchsvolle und intensive Technik-Trainingseinheiten trainiert. Separates Krafttraining ist nur in den Top-Ligen notwendig.




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Zentrale Bälle auf den Mann

 

Hier ist das erste Video, dass ich zusammen mit Walter Eschenbächer dem Gott des Torspielertrainings gemacht habe

In diesem Video werden die Grundtechniken des Fangens durch den Torwart im Fußball vermittelt.

Mit diesen Übungen beginnt die Torwartausbildung. Die Techniken können bereits ab einem Alter von ca. 6 Jahren erlernt werden.





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Feedback im Training

 

Feedback ist elementarer Bestandteil jedes Trainings. Ohne ein gutes Feedback kann man andere nicht besser machen. Klar ist, dass es konstruktiv sein muss. Feedback ist nichts anderes als Kritik. Das Wort Kritik ist allerdings mit schlechten Vorurteilen belegt. Wenn man kritisiert beleuchtet man positiv und negativ eine Handlung oder eine Entscheidung in weitestem Sinne.

Was macht jetzt ein gutes Feedback aus?
Um Kritik üben zu können muss der Trainer alle wichtigen Handlungsmerkmale kennen, die es benötigt, um die Handlung so gut wie möglich durchzuführen. Das heißt, das man die Bewegung im biomechanischem Ablauf verstehen muss.

Wenn man die trainierten Abläufe versteht, muss man sich Gedanken machen auf welche Teilaspekte man den Schwerpunkt beim Coachen gibt. Der Gecoachte ist in der Regel nicht in der Lage, alle Aspekte sofort zu verstehen und umzusetzen. Also muss man sich Schritt für Schritt an die perfekte Technik heran arbeiten. Das bedeutet nichts anderes als, dass man zum Beispiel 3-4 Durchgänge nur auf die Fanghaltung schaut und dann die nächsten Durchgänge auf das Fallverhalten. Das ist wichtig, weil man nicht auf alle Teilaspekte der ganzen Bewegung in einen Durchgang achten kann.

Hat man einen Fokus gelegt muss man sich Gedanken machen, wo man steht beziehungsweise wo man hinschaut. Wenn man Torspielertraining in einer Gruppe macht, kann dann ein anderer Torspieler schießen und man selbst konzentriert sich ganz auf die Kritik.

Es gibt verschiedene Standpunkte von denen man sich die Bewegung anschauen kann zum Beispiel von der Seite, von vorne oder von oben. Wobei letzteres im normalen Training eher schwer wird. Man kann das natürlich auch so variieren das man von einer schrägen Position schaut.

Bei Bällen auf die Seite zum Erhechten bietet sich an, entweder von vorne oder von der Seite zu schauen. Von der Seite erkennt man den Ballangriff des Keepers, während man von vorne die Fußstellung, den Abdruck oder die Augen zum Ball kritisieren kann. Man erkennt also, dass der Fokus den Standort des Trainers bestimmt.

Selbstverständlich muss das Feedback so früh wie möglich kommen, da der Gecouchte dann die Bewegung noch “vor Augen” beziehungsweise im “Muskelgedächtnis” hat.

Auch sollte man wie in der Schule eingebläut, immer positiv einsteigen. Das hat den einfachen Grund der Motivation. Wenn mir gesagt wird, dass ich gut bin, macht es mir mehr Spaß, als wenn mir gesagt wird, dass ich schlecht bin. Das bedeutet, dass man immer 2-3 Schwerpunkte setzen sollte, die man dann mehr kritisieren kann. Die anderen Punkte werden zunächst nicht angesprochen.

Wenn man das Gute aufgezählt hat, kommt man zu den Punkten, die verbessert werden können. Hier wird aufgelistet, was der Torspieler hätte besser machen können. Es genügt aber nicht, nur zu sagen was schlecht war. Es muss auch gesagt werden, wie er es hätte besser machen können. Dieser Punkt wird oft vergessen. Oft aber auch weggelassen, weil die Trainer es nicht besser wissen. Man muss aber eine konkrete Handelsanweisung geben.

Wenn man all diese Punkte bewusst in sein Feedback einfließen lässt und dabei immer positiv formuliert kritisiert gut und macht seine Torspieler und Torspielerinen besser.

Gerade in den unteren Ligen weiß der Trainer es aber oft auch nicht besser. Das ist auch verständlich. Oft ist der Trainer jemand, der zufällig neben dem Platz stand. Jetzt soll er eine Mannschaft trainieren.

Hier muss der Trainer charakterliches Format zeigen. Wenn der Trainer es selbst nicht besser weiß, dann kann man auch gemeinsam mit den Torspielern überlegen, wie es besser wäre. Das kann dann ausprobiert werden. Traut euren Torspielern dazu mehr zu! Wer sich ins Tor stellt ist nicht dumm und übernimmt Verantwortung. Jemand, der im Tor steht, kann sich viele Dinge selber denken. Wenn es keine Lösung gibt, muss dem Torwart das Problem klar werden. Ist es ein echter Keeper, wird er auf Youtube oder im Fernsehen genau auf das Problem achten und selber Ideen entwickeln, die ihn besser machen.




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Barfuß laufen

 

Eines der großen Probleme der Volksgesundheit sind Rückenschmerzen. Rückenschmerzen können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Die wesentliche Ursache für die Zivilisationskrankheit Rückenschmerzen ist jedoch fehlende Bewegung und fehlendes Training. Die Menschen sitzen immer mehr. Wenn sie sich bewegen, tragen sie Schuhe. Damit fehlen wichtige Trainingsreize für die Muskulatur.

Der Körper bildet nur Muskeln, wenn er Reize bekommt, die sagen, du bist zu schwach. Je seltener der Körper das Signal bekommt, er ist zu schwach, um so weniger Muskel ist vorhanden. Die Rückenmuskulatur besteht aus sehr vielen kleinen Muskeln, die Stabilität und Beweglichkeit des Oberkörpers ermöglichen. Werden diese Muskeln nicht trainiert, wird der Oberkörper instabil. Rückenschmerzen sind die langfristige Folge.

Im Fußball spielt gerade diese Körperspannung im Rumpfbereich eine wichtige Rolle. Ist der Körper hier instabil, können viele Aktionen nicht technisch sauber gemacht werden. Das fängt beim Passen und Schießen an und hört beim Hechten nicht auf. Diese Körperspannung muss aufrecht erhalten werden. Es geht also um Kraftausdauer, die trainiert werden muss.

Beim Torspieler erkennt ein sicheres Anzeichen für zu wenig Körperspannung beim Hechten. Hängt der Körper beim Hechten durch, muss dringend die Rumpfstabilisation trainiert werden. Das Verletzungsrisiko ist bei diesem Symptom viel zu hoch. Durch die fehlende Spannung ist die Reichweite aber auch viel zu klein. Das macht dann auch einen riesen Unterschied, ob der Ball noch erhechtet werden kann oder nicht.

Um diese Muskeln zu trainieren gibt es ein einfaches Mittel: Barfuß laufen. Beim Barfußlaufen wird die Rückenmuskulatur trainiert. Es wird aber auch die Fußgewölbemuskulatur und die neuromuskuläre Kontrolle trainiert. Dauerkraft der Rückenmuskulatur wirkt gegen Rückenschmerzen und reduziert des Verletzungsrisiko. Dauerkraft der Fußgewölbemuskulatur wirk gegen Fußbeschwerden und Haltungsschäden und reduziert des Verletzungsrisiko. Verbesserte neuromuskuläre Kontrolle reduziert das Verletzungsrisiko.

Es spricht also Einiges für das Barfuß-Training. Die besten Trainingseffekte im Barfuß-Training erreicht man in losem Sand zum Beispiel am Strand oder auf einem Rasen. Beim Barfuß-Training sollte man darauf achten nicht sofort zu viel zu wollen. Bei den meisten Menschen ist die Muskulatur und die neuromuskuläre Kontrolle inzwischen absolut unterentwickelt. Wird dann zu intensiv trainiert, sind heftiger Muskelkater und bei einer starken Ermüdung auch Verletzungen die Folge.

Es ist aber auf jeden Fall sinnvoll, barfuß zu Laufen. Wie kann man das ins Training einbinden? Die einfachste Möglichkeit ist, nach dem Spiel barfuß auszulaufen. Es gibt aber auch zahlreiche Spiele, die barfuß auf dem Rasen oder im Sand gespielt werden können. Beachfussball, Fußballtennis, Völkerball, Kettenfange, Rugby ohne Tackles, Volleyball, Jägerball oder Korbball (Basketball ohne den Ball prallen müssen) sind solche Spiele. Das sind alle Spiele, bei denen es um das Fangen geht. Wenn solche Spiele im Training gemacht werden, kann man dies auch barfuß auf dem Rasen oder im Sand machen.

 



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Konzentration auf das Spiel

 
D-Jugend-Tor (Quelle: artec-sportgeraete.de)
D-Jugend-Tor (Quelle: artec-sportgeraete.de)

Ein großes Problem für Kinder im Tor ist es, sich auf das Spiel zu konzentrieren. Das ist ganz besonders schlimm, wenn man in einer Top-Mannschaft spielt. Ich selbst kann mich an Spiele erinnern, da bewegte ich mich als Torspieler rund um den Mittelkreis und hatte 3 Ballkontakte im Spiel. Das ist langweilig und da bricht die Konzentration ein. Es macht auch keinen Sinn, dann einen Gegenspieler anzupflaumen, er soll sich konzentrieren. Auf was denn?

Konzentrieren kann man sich nur auf Dinge, die sich ändern. Wenn ich selbst aktiv sein muss, muss ich mich konzentrieren und dann kann ich das auch.

Die Aufgabe ist also, dem Torspieler eine Aufgabe zu geben, die ihn bindet. Meiner Meinung nach ist diese Aufgabe die Führung. Zur Führung durch den Torspieler gibt es viel zu sagen. Ich werde dazu noch mehrere Artikel schreiben müssen.

Hier will ich das Thema kurz anreißen. In Zukunft wird das Spiel dynamischer und intellektuell anspruchsvoller. Nicht alle Spieler werden in Zukunft die taktischen Maßnahmen verstehen. Aus diesem Grund wird es eine Aufgabenteilung zwischen den auf das Spiel schauenden Teilnehmer geben. Der Trainer wird die wesentlichen übergeordneten taktischen Schritte beobachten und korrigieren. Der Torspieler sieht bei einer hochstehenden Mannschaft ebenfalls auf das Spielgeschehen und kann von dort die Korrekturen der einzelnen Spieler vornehmen. Das ist unter normalen Bedingungen, wenn es gerade nicht läuft, genug Geschäft für beide.

Die Führung teilt sich in die Angriffs-, Deffensiv- und Umschaltführung. Während eines guten Angriffs ist der Torspieler nicht ausgelastet. Deshalb besteht die Gefahr, dass die Konzentration nachlässt. Die Aufgabe des Torspielers ist jetzt die Führung des Angriffs. Dazu kann er folgende Angaben an die Mannschaft machen:

  • freie Spieler benennen
  • Seitenverlagerung vordern
  • Abschluss fordern
  • Flanke oder Pass mit Zielangabe fordern

Der Ablauf der Führungsanweisung ist

  1. Namen rufen
  2. Ziel rufen
  3. Aktion rufen

Als Beispiel „Kevin zu Eric passen“ oder „Kevin zentrale Flanke“

Für die Torspieler den Hinweis: Das klappt nicht von Anfang an. Da ist Konzentration gefordert. Das strengt an. Da wird zum Anfang nur Müll rauskommen. Keine Angst und Sorgen. Weiter machen! Das ist schwer und es dauert lange, bis man es kann.

Tatsache ist, dass gerade Kinder bis etwa 11 Jahre mit nur dieser Zusatzaufgabe mehr als eingebunden sind. Der Torspieler lernt auf diese Weise, dass er Aufgaben hat, die ihn fordern. Für Ablenkung und Blümchen pflücken bleibt da keine Zeit mehr.




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Fitnesstraining mit Kindern bis zur D-Jugend

 

Fitness, Kraft und Ausdauer sind wesentliche Leistungsfaktoren im Fußball. Leider ist es aber so, dass viele Trainer zu früh auf Kraft- und Ausdauerübungen setzen.

Unter 11 Jahren sollte man, wenn man Kraft und Ausdauer trainieren möchte, das Ganze spielerisch machen. Für Ausdauer sind laufintensive Spiele oder Spielformen geeignet. Das kann man zum Beispiel umsetzen mit

  • wenigen Spielern auf großem Spielfeld
  • Laufspielen, wie Brennball, Fußball-Baseball, …
  • Fangspiele

Bei den Spieln muss mann darauf achten das die Intensität und die Wiederholungszahlen hoch sind.

Torspielerische Kraft und Ausdauer brauchen Kinder bis 13 Jahre gar nicht trainieren.

Ab der E-Jugend kann mit dem Torspielertraining begonnen werden. Innerhalb des Torspielertraining kann die Geschwindigkeit erhöht werden.

Die Kraft sollte sollte bis ca. 11 Jahre ebenfalls noch nicht isoliert trainiert werden. Wenn man hier Verbesserungen erreichen möchte, kann man eine Spielformen mit vielen Zweikämpfen (Feld) oder spielerische Kraftübungen mit Wettkampf machen. Das sind zum Beispiel

  • Liegestützposition, 2 Spieler gegenüber, Spieler probiert dem anderen die Arme wegzuziehen
  • Hahnenkampf
  • Ringen und raufen

Ebenfalls eignen sich Fangspiele mit Einschränkungen, die eine Kräftigung nach sich ziehen. Beispiele sind

  • Fange auf einem Bein

Insgesamt kann man sagen, dass je älter die Kinder werden je komplexer und intensiver werden die Übungen. Ebenfalls gilt je älter desto isolierter werden die Techniken trainiert.

Ab ca. 12 Jahren müssen die Kinder regelmäßig Rumpfstabilität trainieren. Rumpfstabilität kann trainiert werden mit

  • Liegestütze
  • Sit-ups
  • Skorpion
  • Unterarmstütz
  • seitlicher Unterarmstütz
  • ….

Sprungkraft und Schnelligkeit können trainiert werden mit

  • Lauf ABC
  • Kniebeuge
  • Frequenzübungen (Seilhüpfen, Wechselsprünge, …)




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Wie wählt man junge Torspieler aus?

 

Irgendwann am Anfang der Karriere der jungen Torspieler, muss jemand entscheiden, das ist ein Torspieler. Man kann die Kinder natürlich fragen, wer ins Tor will. Damit hat man schon ein erstes Signal für ein Interesse. Oft meldet sich aber nur der Bewegungsfaulste oder die, die wissen, dass sie momentan nicht die besten Fussballer sind. Das ist aber nicht das Kriterium. Die Nachwuchstorspieler sollen sich ja entwickeln und lange Freude am Fußball behalten.

Um die richtigen jungen Torspieler zu identifizieren, muss man nach den “gottgegebenen” Fähigkeiten schauen. Das sind zum Beispiel die Fähigkeit der 3D-Sicht oder die Fähigkeit der dynamischen Einschätzung der Flugkurve. Diese Fähigkeiten erkennt man durch zum Beispiel durch Spiele wie
– Fangspiele wie Handball-Kopfball
– Ballbesitzspiel mit der Hand
– Jägerball

Man kann sich aber auch in anderen Sportarten bedienen wie zum Beispiel Rugby, Baseball und viele andere mehr.

Bei der Suche nach geeigneten Torspielern ist es wichtig, das man viele unterschiedliche Bälle benutzt mit unterschiedlichen Eigenschaften. Dabei sieht man sehr schnell, wer Bälle fangen kann oder zur richtige Stelle der Flugbahn läuft. Diese Kinder sind bei diesem Spieltyp spielentscheidend. Sie sind die Guten.

Wer bei solchen Spielen auffällig gut ist, könnte ein guter Torspieler werden. Wer allerdings auffällig schlecht ist, ist eher nicht für das Tor geeignet. Er wäre schnell frustriert, weil er nicht die nötigen Voraussetzungen hat und damit häufig versagt.

Wie führt man jetzt diese gescouteten Torspieler an das Torspielertraining heran?

Dieses Training befasst sich mit den absoluten Basics. Es geht darum die grobe Grundtechniken zu erlernen oder zu beherrschen ohne sie isoliert zu trainieren. Das kann man mit Fangspielen machen.

Ebenfalls sollte man die jungen Torspieler an das Fallen und den Bodenkontakt gewönnen. Das kann man mit koordinativen Übungen wie einem Purzelbaum oder einer Rolle in eine Richtung verbinden. Wichtig ist das man den Spaß erhält und die Technik so erlernt, dass die Torspielertechnik absolut schmerzfrei funktioniert. Denn Schmerzen würde durch eine Schonhaltung die Technik verändern und eventuell zur Frustration des Torspielers führen. Die einmal gelernten Schonhaltungen lassen sich nur sehr schwer wieder abgewöhnen.

Sobald man anfängt, Techniken zu isoliert zu trainiern, sollte man darauf achten das man einerseits vom Leichten zum Schweren führt, zum anderen aber auch von unten nach oben. Das bedeutet in dem Fall das man leichte Übungen im Kniestand durchführt, die dann aber in der Komplexität steigen. Wenn der Trainer das Gefühl hat seine Schützlinge sind bereit kann man eine Stufe anspruchsvoller (zum Beispiel die tiefe Hocke) beginnen. Wird jetzt gesehen, das der Nachwuchstorspieler Probleme hat, geht man den Schritt zum Einfacheren zurück.

Das steigert der Trainer über eine längere Zeitspanne bis der Torspieler steht und ehrer komplexe Übungen ausführt.

Andere Fähigkeiten auf die man einen Fokus legen sollte sind die Gleichgewichtsfähigkeit (nicht statisch), die Körperberherrschung (die man durch Turnübungen trainieren kann) und die Kopplungsfähigkeit von Armen und Beinen (die man auch mit Turnübungen verbessern kann).
Wichtig ist, das man viele unterschiedliche Übungen mit einbaut.

Wie macht man den Spielerkader?

Gerade bei kleinen Kindern ist eine hochgradige Spezialisierung absolut nicht wünschenswert. Es geht in dem Alter um Freude am Fussball. Hat man jetzt aus einer Gruppe die potentiellen Torspieler ausgewählt, stellt sich die Frage, wie wird mein Kader für das Spiel gesetzt.

Dabei gibt es eine einfache Regel: Die Torspieler sind immer gesetzt. Jeder der Torspieler sollte etwa die gleiche Zeit im Tor bekommen. Wer nicht im Tor spielt, spielt draußen. Torspieler auf der Bank zeugen bis zur D-Jugend von einer schlechten Ausbildung im Verein.




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Torspielertraining in den unterschiedliche Altersklassen

 

Was muss ein Torspieler können?

Ein Torspieler muss Fußball spielen und Tore verhindern können.

Was braucht man um Fußball spielen bzw. Tore verhindern zu können?

Erst einmal muss man den Ball sehen und einschätzen können. Das nennt man räumliches Sehen (3D-Sehen) und eine Antizipation der Flugkurve Balles, wofür man ein gewisses mathematisches und physikalisches Verständnis mitbringen muss. Das sind Eigenschaften die man als Trainer nur begrenzt trainieren kann.
Körperlich leistungsbestimmende Faktoren sind Beweglichkeit, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, koordinative Fähigkeiten wie zum Beispiel eine gute Auge-Hand- bzw. Auge-Fuß-Koordinination und Techniken wie Passen, Flugbälle oder das Dribbeln aber für den Torspieler auch Fangen, Hechten, Aufschaufeln, Abwürfe oder Abschläge. Diese Faktoren kann man alle sehr gut trainieren.

Was kann man im Torspielertraining machen?

Das kommt vor allem auf das Alter an. Es gibt drei Arten von Torspielertraining für jeweils unterschiedliche Alters bzw. Leistungsklassen.

Das frühste Training befasst sich mit den Basics. Hier werden Bambini- bis E-Jugend-Torspielern an die neuen Techniken herangeführt. Dabei sollte man allerdings noch keine isolierten Techniken trainieren sondern nur die körperlichen und motorischen Grundlagen trainieren, die auf das spätere Torspielertraining vorbereitet.

In der D- und C-Jugend trainiert man dann erstmals die speziellen Torspielertechniken. Hier sollte man darauf achten, das der Spaß erhalten bleibt und die Techniken exakt gelernt werden. Die Komplexität der Übungsformen steigt ebenso wie der Anspruch.

In den folgenden Jahren steigt die Komplexität noch mal. An den Techniken wird nur noch gefeilt und die meisten Techniken beherrscht der Torspieler schon. Das Training ist dazu da um das Leistungniveau aufrecht zu erhalten bzw. noch ein klein wenig an zu heben.

Ab wann Torspielertraining?

Differenzieren zwischen Torspieler und Feldspieler sollte man so spät wie möglich festlegen. Zum einen hat das den Vorteil das der Torspieler lernt sich in die eigenen und gegnerischen Spieler hinein zu versetzen. Zum anderen erlernt er so am besten die Fußballtechniken wie Passen (…).

Eine Spezifikation sollte frühestens im sogenannten “1. Goldenen Lernalter” erfolgen. Dieses Alter beschreibt die grobe Zeitspanne der 10-12 Jährigen und bietet für diese optimale Lernvorraussetzungen zum Beispiel die Freude an der Bewegung, der proportionale Körper, das gesteigerte Konzentrationsvermögen, die ausgeprägte Beobachtungsgabe aber vor allem die Lern- bzw. Leistungsbereitschaft.




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