Interview mit dem Torwart-Trainer der U17-Nationalmannschaft Ilja Hofstädt

 

Über Ilja Hofstädt

Ilja Hofstädt spielte bei Hertha BSC Amateure, bis er verletzungsbedingt meine Handschuhe an  den Nagel hängen musste. Seit 17 Jahren arbeitet er als Torwart-Trainer in der Hertha-Akademie, zurzeit ist er Torwartkoordinator und Leiter der Torwartschule Hertha BSC. Darüber hinaus ist Ilja   Torwarttrainer der DFB U17-Nationalmannschaft.

Bild: Ilja Hofstädt, Torwart-Trainer der U17-Nationalmannschaft, Torwartkoordinator und Leiter der Torwartschule von Hertha BSC
Ilja Hofstädt, Torwart-Trainer der U17-Nationalmannschaft, Torwartkoordinator und Leiter der Torwartschule von Hertha BSC

Interview

Theo: Hallo Ilja, du bist zurück aus Indien. Wie war Indien als Gastgeber für die U17 Junioren Fußball WM?

Ilja: Die Menschen sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Das Land ist riesig. In den Ballungsgebieten, wozu ja auch unsere Spielorte zählen, existiert ein unvorstellbares Verkehrschaos, es sind zu jeder Tages und Nachtzeit unglaubliche Menschenmassen auf den Beinen, es scheint niemand jemals zu schlafen.

Neu- Dehli, eine der sogenannten Mega Citys in der Welt, hat alleine so viele Einwohner wie die frühere DDR (17 Mio).Was sich bei mir nachhaltig verfestigt hat ist die Erkenntnis, wie groß die Schere zwischen Luxus und Armut auf unserer Erde sein kann.

Und dennoch sind die Menschen in Indien unglaublich freundlich und dankbar, auch dafür, dass so ein sportlich großes Ereignis wie eine U17 Junioren Fußball WM in ihrem Land stattfinden kann. Kolkatta ist fußballverrückt, was alleine die Tatsache zeigt, dass 68.000 Zuschauer (!) bei unserem Viertelfinalspiel gegen Brasilien im Stadion waren. Es war der Wahnsinn.

Für mich und hoffentlich auch viele unserer jungen Spieler bleibt eine Erkenntnis aus der WM in diesem Land: Es ist schon ein Privileg in Deutschland geboren und groß geworden zu sein. Und wir können und sollten uns dies öfter vor Augen halten. Wir sollten  uns in unserem Alltag durchaus eine Portion Demut mehr leisten.

Theo: Die Frage muss sein: Bist Du zufrieden mit dem Ergebnis der U17-WM in Indien?

Ilja: Natürlich nicht. Unser Ziel war das Finale. Und wenn man da gestanden hätte, auch der Titel. Wir haben bis zum Viertelfinale eine gute WM gespielt, steigerten uns nach der Niederlage in der Vorrunde gegen den Iran merklich. Gegen Brasilien spielten wir auf Augenhöhe, leider hatten die Südamerikaner mit 2 sensationellen –unhaltbaren- Toren am Ende die Nase vorne.

Theo: Warst Du mit den DFB Nachwuchstorhütern zufrieden?

Ilja: Luca Plogmann spielte eine sehr gute WM. Außerhalb der Spiele war die Stimmung in meinem TW-Team Plogmann/Klatte/Prinz extrem leistungsfördernd und harmonisch. Das ist nicht immer so, jedoch aus meiner Sicht für den Teamspirit und als wesentlicher Teil einer Mannschaftleistung extrem wertvoll und zielführend. Die Jungs sind am Anfang einer vielleicht großen Laufbahn, es zahlt sich aus, wenn Talent, Wille und eine fairer Umgang mit dem Torwartkollegen vorhanden sind.

Theo: Ich favorisiere den Begriff Torspieler, weil er meiner Meinung nach am ehesten  Ausdrückt, wie die Erwartungen an eine moderne Nummer 1 sind. Der DFB verwendet die Begriffe Torwart und Torhüter. Wie stehst Du dazu?

Ilja: Aus meiner Sicht muss der Junge oder das  Mädchen im Tor Tore verhindern. Also ist er in erster Linie für mich ein Torwart. Dass sich das Anforderungsprofil an den heutigen Torwart- letztendlich seit der Einführung der Rückpassregel vor 25 Jahren- verändert hat, ist offensichtlich.  Der  beidfüßig,  taktisch  klug  handelnde  und  mitspielende  Torwart  ist  ein

„Produkt“ der Entwicklung im Fußball der letzten 20 Jahre. Schau Dir Spieleröffnungen bei WM oder EM in den 1980ern Jahren an. Fast ausschließlich weite, aus der Hand geschlagene Bälle  in die gegnerische Spielhälfte. Viel weniger kontrollierte, ballbesitzorientierte Spieleröffnungen

als heute. Das läuft in jüngster Vergangenheit anders und deshalb sind die spielerischen Fähigkeiten der Torwarte von heute von so großer Bedeutung. Der Begriff Torwart heutzutage  schließt nicht aus, dass man gut Fußballspielen kann. Ganz im Gegenteil, es beinhaltet wesentliche Formen das Offensivspiel. Für mich bleibt es deshalb bei dem Begriff Torwart.

Theo: Was denkst Du? Wie werden sich die Anforderungen an unsere Tormänner  und Torfrauen in den nächsten Jahren verändern?

Ilja: Das Fußballspiel unterliegt einem Trend: es wird immer schneller. Damit unmittelbar verbunden sind die wachsenden Anforderungen insbesondere an Handlungsschnelligkeit und Vor-Orientierungsfähigkeit der Mannschaft im Allgemeinen und der Spieler aber auch der Torwarte im Speziellen.

Ballbesitz-orientiertes und schnelles Umschaltspiel erfordern auch vom Torwart viel mehr als nur Bälle zu halten und zu verteilen. Das bedeutet, die richtige Entscheidung in Millisekunden zu treffen. Bestmöglich zu antizipieren, das Spiel immer besser zu lesen, zu dirigieren, zu puschen aber auch situativ bedingt Ruhe ins Spiel zu bringen.

In zunehmendem Maße werden auch die Anforderungen an die mentalen Fähigkeiten der Torwarte in den Fokus rücken. Psychologische Stabilität sind die Schlüsselwörter. Altersspezifisch und kontinuierlich ist daran zu arbeiten. Hier müssen sportpsychologische Experten und wir als Trainer Hand in Hand arbeiten. Das ist die Komplexität, die auf dieser exponierten Position den Unterschied macht.

Theo: Kannst Du dazu noch einmal zusammenfassen: Wie sieht der optimale Spieler im Tor für den DFB aus?

Ilja: Die Anforderungen an Spitzentorwart- ob im DFB oder in einem Spitzenclub – können aus meiner Sicht vielleicht so zusammengefasst werden.

Neben konditionellen und technischen Befähigungen als Grundlagen seines positionsspezifischen Handelns sind für ihn Taktik und psychologische Aspekte die  wesentlichen Faktoren. Seit geraumer Zeit wird sehr gerne vom „modernen“ Torwartspiel gesprochen. Was ist jedoch modern?

Als Gordon Banks bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko zum ersten Mal spezielle Torwarthandschuhe trug, war das auch modern. Was ich sagen will, „modern“ trifft immer den Zeitgeist, jedoch ist die Entwicklung beim Torwartspiel und somit auch das Anforderungsprofil an den Torwart sehr dynamisch.

Viele  Handlungsmuster, die heute existieren, werden sich in der Zukunft auch wieder verändern – auch wenn wir heute noch nicht einmal ahnen können, auf welche Weise. Viele Beispiele gibt es hierfür, angefangen vom sogenannten „Block“ in Eins gegen Torwart-Situationen bis zum Stellen von Mitspielern an die Torpfosten bei Eckbällen.

Neben diesen immer gegebenen dynamischen Entwicklungsstufen und deren „Verinnerlichung“ wurde und wird ein Spitzentorwart jedoch immer gemessen an seinen technischen und koordinativen Fähigkeiten, seiner Physis, seinem Mut, seiner Kompromisslosigkeit, der Konzentrations- und Antizipationsfähigkeit, seinen spielerischen Möglichkeiten und seiner Spielintelligenz.  Den Faktor psychologische Stabilität habe ich schon erwähnt. Eine ordentliche Portion „Coolness“ und  „Schlitzohrigkeit“ runden das Bild ab.

Theo: Gibt es aus Deiner Sicht zum optimalen Torspieler ein weitgehend einheitliches Verständnis zwischen dem DFB und den Nachwuchsleistungszentren (NLZ)? Oder gibt es da auch sehr große Unterschiede?

Ilja: Ich denke zwischen den Genannten gibt es in allen grundlegenden Fragen zur Torwartausbildung und den Kriterien im Anforderungsprofil Einigkeit.

Wenn es bei der Torwartausbildung prinzipielle Differenzen zwischen DFB und NLZ gäbe,  würde Deutschland nicht seit vielen Jahren eine so große Leistungsdichte und eine extrem „breite Spitze“ bei Toptorleuten haben.

Vielleicht sind in dem ein oder anderen Aspekt die Trainingsmethoden unterschiedlich, dass ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass hier an einem Strang gezogen wird. Das gemeinsame Bestreben sowohl von den NLZ als auch vom DFB ist es, die in den Spielen auftretenden Anforderungen an einen Torwart im höchsten Leistungsbereich stetig zu erfassen, zu analysieren und auf dieser Grundlage  ein kontinuierliches Feedback für den täglichen Trainingsbetrieb zu erhalten.

Theo: Der DFB führt ja regelmäßig Lehrgänge mit einigen Top-Torspielern durch. Warum sind diese Lehrgänge notwendig? Was unterscheidet diese Lehrgänge von der Ausbildung in den Nachwuchsleistungszentren (NLZ)?

Ilja: Zu diesen Lehrgängen erhalten jahrgangsbezogen Torwarte Einladungen, auf die der DFB über sein vielfältiges Scoutingsystem aufmerksam wurde. Jungs, die im Pflichtspielalltag überzeugt haben. Die Lehrgänge sind ein Baustein, um am Ende des Tages die Besten für ganz oben, also unsere A-Nationalmannschaft zu finden. Darüber hinaus haben diese Lehrgänge einen Mehrwert für die Torwarte in der Form, dass neben der guten Arbeit in den Leistungszentren, auch mal andere Reize und Eindrücke gesetzt werden können.

Beim DFB können sich die Torwarte auf dem höchstmöglichen Niveau in ganz Deutschland mit den besten Spielern ihres Jahrgangs messen. Durch diese Trainings- (und Spielreize) profitieren auch die Heimatvereine.

Theo: Wie siehst du die Torspieler-Ausbildung des DFB im Vergleich zu anderen Verbänden?

Ilja: Das kann nicht bewerten, vielleicht nur so viel: In der Schweiz, in den Niederlanden oder auch in Spanien, Italien und England, wird ebenfalls seit Jahren auf die speziell Ausbildung dieser Position größter Wert gelegt.

Theo: Ich bekomme regelmäßig Fragen von jungen Fußballern, die Fußballprofi werden wollen. Eine große Sorge ist immer wieder, nicht in der richtigen Auswahl oder im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) zu spielen. Kannst Du diesen Menschen Mut machen?

Ilja: Am Anfang einer jeden großen Torwartkarriere stand der Traum so zu sein wie sein Idol Neuer, Buffon oder ter Stegen, oder wie sie alle heißen, die Großen… Neben dem notwendigen Talent ist dieser Traum die Grundlage für den Willen, der wiederum  Voraussetzung ist, um sein vorhandenes Talent voll zu entfalten.

Jeder ambitionierte Torwart in der F- Jugend muss jedoch wissen, dass der Weg des Talents zum Toptalent und vielleicht zum Profi Torwart auch gepflastert ist mit Verzicht und Disziplin. Leistungssport bedeutet darüber hinaus auch Kampf mit sich selbst. Da hilft gerade in jungen Jahren ein unterstützendes positives und motivierendes Umfeld, Freunde, nicht überambitionierte Eltern und natürlich auch die Trainer im Verein.

In einem NLZ ausgebildet zu werden, ist sicherlich ein wesentlicher Vorteil, um vom Toptalent zum Profi heranzureifen. In der Regel ist es so, dass Talente, wenn sie gesichtet wurden, in ein solches Leistungszentrum kommen. Auch wenn ich im Inneren ein großer Verfechter der „Nichts ist unmöglich“ Theorie bin, dass ein junger Torwart Profi wird, ohne in die Ausbildung, die Forderungen und Förderungen in einem NLZ nebst Rahmenbedingungen (u.a. Schule, abgestimmte Stundenpläne) erfahren und gelebt zu haben, wird wohl eher die Ausnahme bleiben. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe unseren U23 Torwart Luis Zwick.

Theo: Das ist natürlich das beste Argument: Es gibt echte Beispiele! Was würdest Du einem jungen Torspieler heute raten, der Profi werden will?

Ilja: Ich würde in diesem medial so präsentem Sport, jedem jungen Fußballer empfehlen, fleißig zu trainieren um seinen Traum Realität werden zu lassen. Das ist jedoch nur ein Mosaiksteinchen im Puzzle der Profikarriere, jedoch ein wesentlicher. Bestimmte Dinge sind  vom Umfeld abhängig, der Spruch „zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort“ trifft natürlich auch in gewisser Form auf Fußballer-Karrieren zu.

Beeinflussbar von jedem begabten Teenie ist der Lebenswandel von der gesunden Ernährung bis zum ausreichenden Schlaf. Tugenden, die grundsätzlich ein jeder junge Mensch in sich vereinen sollte, wie Disziplin, Respekt, Ehrlichkeit und eine gesunde Demut sollten ebenso Bestandteil des Puzzles sein. Und manchmal braucht es auch eine Portion Geduld…, um wirklich vor tausenden Fans im Stadion zwischen den Pfosten stehen zu können.

Zu Vielfalt einer jeden Biografie gehört es- bei allen Ambitionen zu Profi, parallel die Schule erfolgreich abzuschließen und danach bestmöglich eine duale Karriere, bestehend aus Sport und Ausbildung oder Studium anzustreben. Hierfür braucht es einer klarer Struktur und wieder einmal besonders großen Willen! Die Praxis zeigt jedoch, dass entweder verletzungsbedingt oder durch ein Leistungstal verursacht, eine Fußballer-Karriere schnell stagnieren oder von heute auf morgen zu Ende gehen kann. Und dann muss man gerüstet sein, für ein Leben ohne Leistungssport.

Theo: Viele meiner Leser sind keine Torspieler sondern Mannschaftstrainer, die oft nicht richtig wissen, was sie mit ihrem Sonderling im Tor machen sollen. In den unteren Ligen gibt es meist keine Torspieler-Trainer. Was kannst Du Mannschaftstrainern zum Umgang mit ihren  Torspielern raten?

Ilja: Oftmals arbeiten diese Trainer in den Vereinen ehrenamtlich oder mit geringer Aufwandsentschädigung. Ein zusätzlicher Mehraufwand, um sich grundlegende Ausbildungskriterien in der Torwartausbildung anzueignen, bedarf hoher innerer Motivation für die betreffenden Mannschaftstrainer. Angebote zum Selbststudium gibt es auf mehr oder weniger guten Web-Seiten online und oder über Literatur in Deutschland (z. B. DFB-Leitfaden Torwartspiel) ausreichend.

Es zahlt sich in jedem Fall aus im Sinne der Mannschaftsleistung, deshalb empfehle ich jedem Mannschaftstrainer in unteren Ligen, sich mit den Basics des heutigen Torwartspieles auseinanderzusetzen. Wir bei Hertha BSC haben dieses Thema aufgegriffen und realisieren in regelmäßigen Abständen einen „Torwarttrainertag“. Hier sind neben Torwarttrainern auch Mannschaftstrainer angesprochen, die in ihrer Mannschaft oder im Verein keine spezielle Torwartausbildung haben.

Theo: Vielen Dank für das Interview.




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Interview mit Max Rosengart

 

Über Max Rosengart

Max Rosengart, Betreiber der Webseite fussball-ratgeber.com
Max Rosengart, Betreiber der Webseite fussball-ratgeber.com

Max bezeichnet sich als fußballverrückt. Naja, er lernt mich ja erst noch kennen. Er spielt auch seit er 5 Jahre alt ist Fußball. Heute ist er 20 Jahre alt, Student und versucht, wie ich auch eine Seite zum Thema Fußball aufzubauen. Seine Seite findet ihr hier fussball-ratgeber.com. Was daran wirklich geil ist, Max hat einen Fußballschuh-Finder gebaut. Das habe ich so noch nie gesehen. Fußballschuhe sind für einen Fußballer ja nicht ganz unwichtig. Also fragen wir Max mal, wie er dazu kommt.

Fußball-Schuh-Finder der Webseite fussball-ratgeber.com
Fußball-Schuh-Finder der Webseite fussball-ratgeber.com

Interview

Theo: Hallo Max, jetzt klappt es endlich mit unserem Interview. Ein Schuhratgeber ist ja nicht das erste, an was man zum Thema Fußball denkt. Jetzt erzähl mal, wie du dazu kommst.

Max: Hallo Theo, schön, dass es geklappt hat! Seit ich klein bin ich vom Fußball und vor allem von Fußballschuhen fasziniert. Für mich ging es aber schon relativ früh nicht nur um das Aussehen, wie für viele andere meiner Teamkollegen, die dann gerne rote, grüne oder pinke Schuhe haben wollten. Ich habe mich schon immer für die Technologie dahinter interessiert.

Theo: Pink geht ja nun gar nicht. Ich frage mich immer, was sich ein Fußballer denkt, der mit pinken Schuhen aufläuft. Wahrscheinlich nichts. Bei Frauen ist das sicher nachvollziehbar.

Max: Da geht es mir ähnlich! Meine ersten Schuhe waren weiß-schwarz und die nächsten schwarz-weiß. Ich hatte mal eine kurze Phase, in der ich gern mit farbigen Schuhen gespielt habe, dann aber dunkelblau oder komplett rot. Meine ausgefallensten Schuhe waren vermutlich die Nike Vapor 7 in Neon-Grün vor ein paar Jahren. Heute bin ich auch eher klassisch unterwegs. Also wieder zurück bei schwarz-weiß und weiß-schwarz.

Theo: Du sprachst von Technologie beim Schuh. Ist das der Grund für dein Studium? Du studierst ja Sport und Technik. Ist deine Begeisterung die Motivation für die Entscheidung gewesen?

Max: Ja, genau. Ich wollte immer noch ein klein bisschen mehr „hinter die Fassade“ schauen. Aus meinem „Hintergrundwissen“, welches ich aus dem Studium mitnehme ist auch die konkrete Idee für die Seite und den Fußballschuh-Finder entstanden.

Theo: Krass! Du betreibst die Internetseite ja eigentlich nicht kommerziell. Für die Schuhe, die du empfiehlst, siehst du ja keinen Cent. Ist das nicht frustrierend?

Max: Es geht in erster Linie darum den Leuten die lästige Arbeit abzunehmen, jeden Schuh einzeln zu recherchieren, der vom Aussehen vielleicht gefällt. Man kennt das ja: Man sieht einen Schuh und denkt sich „der wäre ja was für mich“, dann schaut man sich unzählige Tests und Bewertungen oder Videos an um herauszufinden, ob der Schuh für den Schuh, die Spielweise oder den Untergrund geeignet wäre.

Wenn man mich allerdings unterstützen möchte, kann man auch über Links unter den Fußballschuhen zu Amazon gehen und dort bestellen. Das bringt mir dann eine kleine Provision, die für den Käufer aber vollkommen kostenlos ist.

Theo: Was bringt denn deine Seite als Schuh-Empfehlungen für Torspieler?

Max: Der Fußballschuh-Finder konzentriert sich auf verschiedene Aspekte. Einer davon ist natürlich die Spielposition. Bei den Empfehlungen wird sich auf die Erfahrungen, sowohl persönlichen, als auch denen von Mitspielern, bezogen. Natürlich kommt dazu auch noch die ein oder andere Erkenntnis aus dem Studium. Daraufhin wird dann die Auswahl zusammengestellt. Farbe und Preisklasse kann man natürlich auch selbst einstellen um dem ganzen noch einen individuellen Touch zu verleihen.

Momentan bin ich außerdem dabei gerade auf der Torhüter-Position noch etwas zu verbessern und den Finder dahingehend anzupassen, dass neben dem klassischen Torwart auch noch der mitspielende Torspieler, wie unter anderem du ihn klassifizierst, als Spielweise ausgewählt werden kann. Wegen der verschiedenen Auswahlmöglichkeiten gibt es viele verschiedene individuelle Zusammenstellungen.

Theo: Ja das ist super! Da haben wir zusammen ja schon was für den Fußball bewegt. Da freue ich mich. Ein echter Torspieler hat schwarze Schuhe mit runden Stollen. Schwarz ist natürlich Geschmacksache. Runde Stollen sind im Tor aber Pflicht!

Max: Da hast Du natürlich recht! Danke.

Theo: Was ich auch gut finde, du gehst auf die unterschiedlichen Fußformen ein. Jetzt sollst du hier nicht alles erzählen, was auf deiner Seite steht. Was unsere Leser sicher interessiert, ist: Gibt es ein Paar allgemeine Regeln, die man kennen sollte?

Max: Man kann seinen Fuß natürlich vermessen. Es gibt auch schon viele Seiten und auch YouTube-Videos, die erklären, wie es geht. Einfacher ist es aber einfach einmal 2 extreme auszuprobieren. Zum Beispiel kann man einfach mal den Nike Mercurial Vapor oder einen Puma evoSpeed SL anprobieren, die sind sehr eng geschnitten. Im Gegensatz dazu kann man dann auch mal sehr weite Modelle, wie einen Puma evoPower 1 oder 2 probieren und nach Möglichkeit eine Weile austesten und so sehen, welcher Schuh den Vorstellungen, was den Komfort angeht, mehr entspricht.

Theo: Also Max, was können meine Leser für dich tun? Was müssen sie ansehen? Was müssen sie liken? Hier ist die Stelle für deinen Aufruf.

Max: Am meisten Freuen würde ich mich natürlich, wenn sie den Fußballschuh-Finder ausprobieren und mir dann Feedback geben würden. Der Finder ist das Herzstück meiner Seite und in ihm steckt auch das meiste Herzblut. Ansonsten bin ich aber auch in den Sozialen Medien vertreten bei Instagram und Facebook findet man mich unter @fussballratgeber und bei YouTube auf dem Kanal fussball-ratgeber.com, hier kommen auch noch ein paar spannende Sachen gerade auch im Sektor Trainingstipps!

Theo: Danke für das Interview.

Max: Ich bedanke mich, dass ich hier sein durfte!

 

Ihr erreicht Max hier:

Web: fussball-ratgeber.com

Mail: info@fussball-ratgeber.com

Facebook: @fussballratgeber

Instagram: @fussballratgeber

YouTube: fussball-ratgeber.com

 




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Interview mit Yu

 
Bild Yusaburo Matsuoka, Torspielertrainer
Yusaburo Matsuoka, Torspielertrainer

Über Yu

Yus Name ist eigentlich Yusaburo Matsuoka. Da das vor allem Walter Eschenbächer zu schwierig war, wurde aus seinem Namen in Stuttgart Yu.

Er spielte bis vor kurzem aktiv beim SV Fellbach in der Landesliga. Inzwischen hat er seine aktive Karriere beendet und konzentriert sich auf die Arbeit als Torspielertrainer.

Als Torspielertrainer arbeitete Yu bis zum 30.06. in der Jugend des SV Fellbach. In der VfB Fußballschule arbeitet er seit 2014 als Torspielertrainer.

Ich trainiere viel mit Yu zusammen. Er ist der Meister des seitlichen Abschlags. Dazu soll es in Zukunft auch noch ein Video geben.

Den Text habe ich nachgearbeitet, weil Yus Deutsch zwar besser ist als mein japanisch, aber natürlich nicht ganz so gut wie meins.

Interview

Theo: Warum bist Du nach Deutschland gekommen?

Yu: In Japan ist Deutschland das Land der Torspieler. Ich bin nach Deutschland gekommen, um hier Torspielertrainer zu werden.

Theo: Das hat ja geklappt. Du hast in Stuttgart eine japanische Fußballschule. Kannst du darüber was sagen.

Yu: Die Fußballschule habe ich seit 2013. Die Fußballschule habe ich für japanische Kinder gegründet. In Stuttgart gibt es viele Japaner, ungefähr 800. Viele von denen sind Kinder. Die bleiben 3 bis 5 in Stuttgart und gehen dann wieder nach Japan zurück. Hier lernen die Kinder kaum japanisch. Damit die Kinder hier japanisch lernen können, schicken die Eltern ihre Kinder in die japanische Fußballschule.

Theo: Das bedeutet, die Kinder kommen eigentlich in eine Sprachschule, um japanisch zu lernen?

Yu: Ja. Die Kinder sollen die Sprache lernen. Sie sollen aber auch Fußball lernen. Angefangen habe ich 2013 mit 4 Kindern. Das ist immer besser geworden. Jetzt mache ich das mit 40 Kindern.

Theo: Die haben aber nicht alle zusammen Training, oder?

Yu: Ich mache dreimal pro Woche Training. Die Kinder sind von 4 Jahren bis 13 Jahren alt. Mit denen kann man nicht zusammen trainieren. Dienstag bis zur F- und E-Jugend, Mittwoch D-Jugend und Donnerstag mache ich die Bambinis.

Theo: Was trainierst du mit denen dann so?

Yu: Die japanische Sprache, Technik, Koordination und Spielformen. Die Kinder sind unterschiedlich gut. Deshalb mache ich hauptsächlich Übungen, die unterschiedliches Können ermöglichen. Wir wollen in der Fußballschule auch Torwarttraining machen.

Theo: Was sind deine Pläne für die Zukunft?

Yu:  Jetzt habe ich den Leistungskurs beim DBF als Torwarttrainer am 02.06.2017 abgeschlossen. Anfang August gehe ich nach Japan zurück. Mir wurde dort die Aufgabe als Torspielertrainer in der 1. japanischen Liga angeboten. Dazu möchte ich mit denen sprechen. Ich würde aber auch noch ein Jahr gerne in Deutschland bleiben und weiter lernen.

Theo: Die erste japanische Liga ist ja nicht das Schlechteste.

Yu: Ja, in Japan gibt es in der 1. Liga nur 2 Trainer als Profitorspielertrainer, die den Leistungskurs beim DFB gemacht haben. Damit habe ich direkt nach dem Facebook-Post mit dem Zertifikat Angebote bekommen. Für Japan ist alles zum Torspieler in Deutschland gut. Deutschland ist das Land der Torspieler.

Theo: Es gibt ja auch kein Land, wo mehr Welttorhüter herkommen als aus Deutschland. Das ist bestimmt nicht nur in Japan so. Das heißt, es gibt jetzt keine Camps mehr mit Dir in Deutschland?

Yu: Das weiß ich nach meinem Besuch in Japan. Bis dahin gibt es noch einige.

Theo: Ich wünsche dir auf jeden Fall das Beste. Bis dahin müssen wir noch mindestens zwei Videos, eins zum Abstoß und eins zum seitlichen Abschlag machen. Im Juli sind wir ja zusammen zu Gast bei Walters Camp beim SVE Comet Kiel.

Yu: Ja, wir machen die Videos und ich freue mich auf das Camp mit Walter und dir.

Theo: Danke für das Interview.

Kontakt zu Yu bekommt ihr über Facebook.




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Interview mit Heiko Rapp

 

Heiko Rapp ist der Mann, der hinter der Handschuhmarke contact steht. Contact ist eine sehr junge Marke, die auf Grund von TopQualität und günstigen Preisen im Moment am Markt sehr stark wächst.

Logo Contact Keeper Gloves

Interview

TorspielerTheo: Hallo Heiko, willkommen zu meinem Interview. Als mein Ausrüster für die Handschuh weiss ich die Qualität ihrer Produkte zu schätzen. Was aber immer wieder sehr interessant jetzt ist die banale Tatsache dass Handschuhe die in vielen Punkten viel preiswerter sind, als die von den großen Markenherstellern. Können Sie mir vielleicht dazu sagen warum dies so ist.

Heiko Rapp: Ja, warum sind meine Handschuhe so billig? Es gibt verschiedene Gründe warum die Handschuhe so billig beziehungsweise die von anderen so teuer sind. Bei großen Anbietern ist so, dass ein wesentlicher Preisbestandteilen das Marketing Budget ist. Wenn ein bekannten Profi-Torhüter und der Vertrag ist, kostet das natürlich nicht wenig Geld. Das habe ich natürlich nicht. Dann ist es natürlich auch eine Frage der Gewinnspanne. Die großen Firmen brauchen eine grosse Gewinnspanne. Das ist bei meiner kleinen Firma natürlich nicht so. Das würde ich sagen, wir sind in wesentlichen Punkte.

TorspielerTheo: Unterscheidet sich die Qualität der Materialien von denen, der großen Markenhersteller?

Heiko Rapp: Nee, also die unterscheiden sich nicht. Es gibt etliche LatexMaterialien, die sind nur bei den großen Anbietern unter Vertrag. Da haben die Anbieter Exklusivverträge mit den Latex-Produzenten. Als Gegenleistung beteiligen Sie sich an Entwicklungskosten. Die Hersteller müssen dann eine gewisse Mindestmenge im Jahr abnehmen. Die Materialien unterscheiden sich aber den gängigen Materialien, die für jedermann zugänglich sind eigentlich nicht. Es werden nur manchmal spezielle Mixturen zugesetzt, die das Material weicher machen oder einen speziellen Nasswetterbelag ergeben. Je nachdem was der Hersteller wünscht.

TorspielerTheo: Sind die Handschuhe der Profis anders als die, die es im Geschäft gibt? Was ist der Unterschied?

Heiko Rapp: Ich habe angefangen bei einer renommierten Firma aus dem Schwäbischen. Ja weiß ich, dass die Profis die gleichen Materialien gehabt haben, wie auch die Handschuhe, die auch im Laden verkauft wurden. Ich weiß aber auch von einem großen Anbieter. Der hat tatsächlich Materialien gehabt, die hat er nur für Profis eingesetzt. Der optisch gleiche Handschuh, der im Laden verkauft wurde, war aber aus anderen Materialien. Bei mir ist es so, dass die Profis keiner anderen Materialien haben, wie die Handschuhe, die auch im Laden erhältlich sind.

TorspielerTheo: Worauf sollte man beim Handschuhkauf achten?

Heiko Rapp: Beim Handschuhkauf muss man unbedingt darauf achten, dass man die richtige Größe kauft. Die richtige Größe ist die, wo man an der Fingerspitze noch spiel hat zur Spitze des Handschuhes, Weil wenn man sich richtet und mein stützt sich ab auf dem Boden, muss ein gewisser Spielraum vorhanden sein. Wenn dieser Spielraum nicht da ist, kann man sich tatsächlich auch am Handschuh verletzen. Und dann muss man sich in dem Handschuh einfach nur wohl fühlen, dass er gut sitzt und dass man ein gutes Gefühl im Handschuh hat. Aber am wichtigsten ist die Handschuhgrösse.

TorspielerTheo: Sind die Produkte billig zu haben, kommt häufig auf die Frage auf, werden die Produkte in Kinderarbeit hergestellt und wie sind die Arbeitsbedingungen der Menschen für diese Produkte fabrizieren?

Heiko Rapp: Also die Produzenten, mit denen ich zusammen arbeite, die habe ich alle persönlich besucht. Hier kann ich mit Sicherheit Kinderarbeit ausschließen. Es sind aber auch alles arbeiten, die von Kindern nicht gemacht werden könnten. Der größte Teil der Arbeiten, die gemacht werden müssen die Handschuhe zu fertigen ist so schwierig, dass dies nur Erwachsene Männer machen. Also bei meinen Handschuhen kann ich Kinderarbeit sicher ausschließen.

TorspielerTheo: Ich ziehe das Fazit: Der hohe Preis für den Torwarthandschuh hängt oft einfach nur damit zusammen, dass die Profis viel Geld für die Benutzung der Handschuhe bekommen. Das rechtfertigt den Preis Unterschied sicher für den Torspieler nicht.

Vielen Dank für das Interview.

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Interview mit Walter Eschenbächer

 

Über Walter Eschenbächer

Walter Eschenbächer und TorspielerTheo vor dem Torspielertraining
Walter Eschenbächer und TorspielerTheo vor dem Torspielertraining

Walter Eschenbächer ist Torspielertrainer mit einer eigenen Torspielerschule Topkeeper (topkeeper.de). Walter betreut seit 1999 die Jugend beim VfB Stuttgart . Auf seinem Weg als Torspielertrainer hat er mit zahlreichen Top-Torspielern zusammen gearbeitet. Bekannt sind z.B. TorspielerTheo (FC Esslingen), Bernd Leno (Bayer Leverkusen 04) oder Sven Ulreich (FC Bayern München).

Walter hat sich sehr für den Kinder- und Jugendfußball engagiert. Mit interessierten Trainern veranstaltet er immer wieder Trainerweiterbildungen. Die für ihn wohl beeindruckendste Trainerweiterbildung war der Besuch von 6 Trainer aus Japan, die bei ihm 2 Tage in Reichenbach an der Fils einen Trainerlehrgang zur Jugend-Torspielertrainer-Weiterbildung machten. Der Besuch der Japaner wurde organisiert von dem japanischen Trainer Taka, der früher auch in Stuttgart tätig war. Für die Teilnehmer, die das Thema Fußball Ausbildung in dieser Form gar nicht kannten, war das eine tolle Erfahrung. Im Herbst sind weitere Kurse in Tokio geplant.

Interview

TorspielerTheo: Hallo Walter, herzlich willkommen zum Interview. Du bist ja auch ein eifriger Leser meines online-Magazins. Ich bin besonders stolz, dass gerade solche Fachleute wie du meine Beiträge auf dem Blog und nicht nur meine Facebook-Posts lesen und auch kritisieren. Leider gibt es mir zu wenig Kritik und Anmerkung auf meiner Seite. Ich freue mich aber auch über jede Rückmeldung, ob mündlich, per Mail, per WhatsApp oder per Facebook Messenger. Am besten sind aber die Rückmeldungen direkt am Artikel.

Ich möchte mit dir heute über den Kinder- und Jugendfussball sprechen. Zunächst die Frage an dich zum Begriff. Ist es der Torwart oder der Torspieler?

Walter Eschenbächer: Mir ist es prinzipiell egal ob Torwart oder Torspieler. Ich verwende den Begriff Torspieler. Viel wichtiger als der Begriff ist mir, dass in den Köpfen verstanden wird, dass das die Zeit der Torhüter vorbei ist. Das was heute gebraucht wird, sind Torhüter mit fußballerischen Fähigen. Das ist zu mindestens die Philosophie des wfv.

TorspielerTheo: Um ein Torspielertraining zu machen, müssen Vereine, die Eltern der Nachwuchstorspieler oder auch die Torspieler nach einem Torspielertrainer suchen. Woran erkennt man einen guten Torspielertrainer?

Walter Eschenbächer: Oh, das ist jetzt aber eine gute Frage. Da muss ich erst einmal nachdenken. Einen guten Trainer erkennt man daran, dass er konstruktiv Kritik üben kann, dass er Fehler benennen und die Korrekturen erklären kann, so dass der Spieler die Erklärung auch versteht.

Er muss nach außen auch vermitteln können, was gerade gemacht wird und wofür das gut ist. An andere Trainer und Feldspieler müssen den Sinn erkennen und verstehen können. Perfekt wäre natürlich, wenn der Torspielertrainer die Problemstellung auch den Mannschaftstrainer vermitteln kann, so wie wir das zum Beispiel auch bei unserem Sommercamp in Kiel machen.

Wenn ein Mannschaftstrainer einmal das Eins gegen Eins (1:1), dass Hechten, das Fangen probiert haben, dann erkennen sie oft, wie anspruchsvoll die Aufgabe für die Torspieler ist und was ein Torspieler leisten muss. Die Trainer erkennen dann relativ schnell, dass die Technik nicht so einfach zu erlernen sind. Und wenn dann mal ein Fehler passiert, wird das Coaching im Spiel dann auch besser.

Woran man einen guten Trainer auch immer erkennt, ist, dass er keine Patentrezepte hat. Er ist selbstkritisch. Und er versucht ständig dazu zu lernen. Der Fußball entwickelt sich ja weiter.

TorspielerTheo: Was würdest du Mannschaftstrainern zu ihren Torspielern mit auf den Weg geben?

Walter Eschenbächer: (Lacht…) Der Mannschaftstrainer, falls er einen Torspieler Trainer hat, sollte die Aufgaben des Torspielertrainings auch wirklich dem Torspieler-Trainer überlassen und sich aus der Sache raus halten. Der Torspieler-Trainer ist an dem Geschehen rund um den Torspieler viel näher dran. Er kennt sich dem entsprechend damit auch besser aus. Man sieht auf 60 m Entfernung, wenn man meint, dass der Torspieler einen Fehler gemacht hat. Meistens liegt es nicht am Torspieler. Dann soll der Mannschaftstrainer das doch lieber mit dem Torspieler-Trainer ausmachen.

TorspielerTheo: Kann ein Mannschaftstrainer den Torspieler auch selbst trainieren?

Walter Eschenbächer: Im Prinzip ja. Im Prinzip ja. Ganz einfach. Er kann natürlich immer Bälle spielen, die der Torspieler halten oder abwehren  kann. Er kann sich auch Übungen zum Beispiel im Internet anschauen und diese dann mit dem Torspieler umsetzen. Dabei bitte darauf achten, dass die Übung altersgerecht sind. Das ist gar kein Problem, wenn der Trainer die Bälle vernünftig aufs Tor spielen kann.

Ich nehme an, das Problem ist die Korrektur. Der Trainer muss ja auch eine hochwertige Korrektur machen, damit der Torspieler aus dem Training etwas lernen kann. Es bringt nichts, wenn der Trainer zehn Bälle aufs Tor schießt, das neun gehen vorbei, einer wird gehalten. Und dann sagt der Trainer zum Torspieler, super hast gehalten. Damit kann der nichts anfangen.

TorspielerTheo: Wann kann ein Torspieler aufhören, zu trainieren 😉?

Walter Eschenbächer: Die Frage ist ein wenig kurios. Ein Torspieler kann nie aufhören zu trainieren. Er muss immer mehr trainieren als ein Feldspieler. Er muss immer da sein. Er muss über das ganze Spiel voll konzentriert sein. Man kann nicht sagen, er kann aufhören zu trainieren. Das geht nicht.

TorspielerTheo: Du machst regelmäßig auch Trainerweiterbildungen. Was muss ein Verein tun, der möchte, dass du dort eine Weiterbildung machst?

Walter Eschenbächer: Das ist eine ganz einfache Sache. Mich einfach kontaktieren. Dann können wir drüber reden, ob er das mit Kindern zu erst machen oder mit den Trainern. Wir machen ja zusammen in Kiel beim SVE Comet Kiel im Sommer so etwas. In Kiel machen wir dann da das volle mögliche Programm. Zunächst machen ein Kindercamp für Torspieler (Link zur Anmeldung). Dann bieten wir ein Födertraining für Aktive an (Link zur Anmeldung). Und dann machen wir wieder eine Trainerschulung (Kontakt über SVE Comer Kiel).

Bei den Trainerschulungen geht darum, Mannschaftstrainer Torwart-spezifisches Wissen zu vermitteln. Über den Ablauf kann man je nach Wunsch des Vereins dann sprechen. Es wäre natürlich dann gut, wenn an diesen Schulungen die Trainer teilnehmen, die die entsprechende Jugend auch trainieren. Meistens ist es so, dass Gast-Trainer zu diesen Veranstaltungen auch herzlich eingeladen. Bei SVE Comet Kiel ist das der Fall.

TorspielerTheo: Was machst du dann mit den Trainern? Wie ist der Zeitaufwand dafür? Kannst Du das vielleicht am Beispiel erläutern?

Walter Eschenbächer: Ja, das ist ganz einfach. Wir fangen an mit den Trainern mit 100 m Diagonalläufen, damit diese richtig warm. (Theo: Entschuldigung. Ich musste jetzt wird laut lachen.) Nein, natürlich nicht. Ich vermittle einige theoretische Grundlagen. Wir werden uns Torwart-spezifisch aufwärmen. Dazu werden Paare gebildet. Immer zwei sind zusammen und arbeiten gemeinsam. Die Übungen werden wir mit einem jüngeren Torspieler immer vormachen, so wie es sein sollte.

Wir können uns für so eine Schulung auch Themen raussuchen, so dass die Trainer sagen, uns interessiert zum Beispiel eins gegen eins. Dann können wir entsprechende Übungen machen. Für so eine Schulung sollte man 1,5 bis 2 Stunden rechnen.

TorspielerTheo: Wenn jemand die Ausbildung zum Torspielertrainer im Jugendbereich machen möchte, was würdest du ihm mit auf den Weg geben?

Walter Eschenbächer: Wenn ein Torspieler an so etwas Interesse hat, würde ich ihn auf jeden Fall empfehlen, sich beim wfv den Kurs zum Tor Spieler Trainer anzuschauen. (Link zur Anmeldung) Und nicht nur anschauen sondern auch machen. Der Kurs dauert drei Wochen. Eine Woche Grundlehrgang, eine Woche Aufbaulehrgang, eine Woche Prüfungslehrgang. Dieser Lehrgang ist sehr, sehr interessant. Man lernt jeden Fall neue Leute kennen, die die gleichen Interessen haben. Und der angehende Torspielertrainer lernt sehr viel im taktischen Bereich. Das ist das, was ich empfehlen würde. Dieser Lehrgang ist die beste Ausbildung, die es hierzu in Deutschland zu dem Thema gerade gibt.

TorspielerTheo: Vielen Dank für das Interview.




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Interview mit Dr. Josef Hesse

 

Über Josef Hesse

Dr. Josef Hesse wurde am 04.04.1975 in Warstein geboren. Er studierte und promovierte in Münster. Seit 2003 ist er bei Sport Schäper. Er ist Inhaber. Bei Sport Schäper ist er verantwortlich für Marketing und Produktentwicklung.

Er engagiert sich für die “Arbeitssicherheit” im Tor. Hierzu gibt es eine eigene Webseite www.torsicherungen.de. Auf Grund dieses Engagements musste ich ihn natürlich interviewen.

Interview

TorspielerTheo: Woran erkennt man ein gutes Tor?

Josef Hesse: Ganz einfach – Es sollte „Schäper“ drauf stehen. Nein, Spaß beiseite. Ein gutes Tor erkennt man an den eingesetzten Materialien und an verschiedenen Qualitätsmerkmalen. Grundsätzlich kann man sagen, dass jedes Tor in bzw. aus Deutschland (egal von welchem Hersteller) ein gutes Preis – / Leistungsverhältnis hat. Bei unseren Toren haben wir durch ein dickeres Material, verstärkte Ecken, innenliegende Eckverbinder usw. eine höhere Leistung und somit auch einen höheren Preis. Nun fragt man sich natürlich sofort: „Brauche ich eine höhere Leistung?” Wir meinen ja – denn die Leistung ist immer auch mit der Haltbarkeit verbunden. Unsere Tore halten auch bei einem „ruppigen“ Umgang. Wir haben eine Garantie von 8 Jahren – aber immer wieder sehen wir Tore, die seit mehr als 20 Jahren problemlos im Einsatz sind. Die Entscheidung „pro Qualität“ ist kurzfristig vielleicht ein wenig teurer – aber mittel- und langfristig die bessere Entscheidung.

TorspielerTheo: Was ist beim Aufbau von Toren wichtig bzw. auf was muss man achten, um den Arbeitsplatz Tor sicher zu gestalten?

Josef Hesse: Gerade bei mobilen Toren ist es extrem wichtig, dass die Tore gegen „Kippen“ gesichert werden. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu schweren Unfällen, da mobile Tore nach vorn gekippt sind und Menschen verletzt haben! Wir bieten heute eine Vielzahl von Lösungen zur Sicherung von Toren an. Informieren kann man sich auf der extra eingerichteten Seite www.torsicherungen.de. Als Familienvater ist mir die Information an Vereine extrem wichtig. So senden wir Jahr für Jahr über 20.000 Informationsflyer an die Vereine und verteilen zudem Warnaufkleber – natürlich kostenlos!

Aber nicht nur die Sicherung der Tore gegen Kippen ist eine wichtige Sache. Auch der Umgang mit beschwerten Toren ist wichtig! Stellen Sie sich einmal vor, dass ein mobiles Tor durch die Kippsicherung (je nach Auslage – also Tiefe des Tores) zwischen 100 und 200 kg schwerer wird. Klar, dass so ein Tor neue Gefahren mit sich bringen kann! Wir weisen die Vereine und Sportler auch immer auf einen richtigen Umgang hin. So empfehlen wir, dass ein beschwertes Tor immer mit zwei Personen bewegt werden soll und zudem weisen wir darauf hin, dass sich niemand – beim Versetzen – im Gefahrenbereich vor oder hinter dem Tor aufhalten sollte. Entsprechende Anwendungsvideos und PDFs findet man ebenfalls auf oben angegebener Internetseite!

TorspielerTheo: Gibt es etwas, worauf man bei der Anschaffung von Toren achten muss, um unnötige Risiken zu vermeiden?

Josef Hesse: Auf jeden Fall! Die DIN gibt das vor. Die Kunden sollten darauf achten, dass sie ihre mobilen Tore entsprechend der Vorschrift beschweren. Natürlich ist es einleuchtend, dass die Tore dann auch von hoher Qualität sein sollten. Schließlich werden die Tore mit mindestens 100 kg zusätzlich belastet. Hier macht sich die die Eingangs erwähnte „Leistung“ -also die höhere Qualität- schnell bezahlt!

TorspielerTheo: Wenn bei der Anschaffung nicht auf die Sicherheit geachtet wurde, gibt es dann Möglichkeiten die Risiken zu reduzieren?

Josef Hesse: Ja, wir bieten auch Lösungen zum „Nachrüsten“ an. Wir bitten die Vereine dann immer, uns ein Bild des Tores zu senden. Wenn wir auf dem Bild erkennen, dass das Tor nicht mehr „tauglich“ ist, sagen wir das den Vereinen auch. Für uns ist es wichtig, dass die Vereine mit uns zufrieden sind. Auf Wunsch nehmen wir alte Tore auch in Zahlung, um die Vereine hier zu unterstützen.

TorspielerTheo: Gibt es abschließend noch etwas zum Thema Sicherheit zu sagen?

Josef Hesse: Eigentlich ist fast alles gesagt. Natürlich kann man nicht jedes Risiko gänzlich vermeiden und natürlich wissen wir um die oftmals schwierige Situation der Vereine im Bereich der ehrenamtlichen Arbeit und der Schadensersatzrisiken. Deswegen versuchen wir, die Vereine so gut wie möglich zu beraten – übringens auch an Wochenenden oder nach Geschäftsschluss. Schließlich wissen wir ja, dass vieles in Vereinen ehrenamtlich und somit in der Freizeit erfolgt.

TorspielerTheo: Danke für das Interview.




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Interview mit Martin Hägele

 

Über Martin Hägele

Anmerkung: Die Angaben zu Martin bei Wikipedia stimmen nicht alle und sind nicht vollständig.

Martin Hägele im Trainingsanzug des FC Esslingen

Martin spielte in der Jugend beim TSV Wäldenbronn sowie beim VfB Stuttgart und wurde mit dem VfB 1973 Deutscher A- Jugend-Meister, außerdem spielte er in allen wfv-Auswahlmannschaften und wurde viermal in die Deutsche Jugendnationalmannschaft berufen.

Später spielte er in der Studentennationalmannschaft und wurde 1980 mit der Sporthochschule Köln Deutscher Hochschulmeister. Bei den Erwachsenen spielte er als Profi 1 Jahr beim FC Basel, danach u.a. bei den Stuttgarter Kickers. Mit 25 Jahren wurde er Spielertrainer beim TSV Wäldenbronn, absolvierte parallel dazu 1981/82 seine Fußballlehrer-Ausbildung und führte den Club in 10 Jahren von der Kreisliga A bis in die BW-Oberliga.

Weitere Trainerstationen waren in der damaligen 3. Liga, der Regionalliga, die SpVgg 07 Ludwigsburg, der SSV Reutlingen, mit dem er 1997 Deutscher Amateurmeister wurde sowie ein halbes Jahr beim VfB Stuttgart II. Weitere Trainerstationen waren u.a. beim SV Waldhof Mannheim als Co- Trainer in der II. Bundesliga, beim TSV Crailsheim mit Aufstieg von der Verbands- in die BW-Oberliga.

Martin ist seit 2006 im Kinder-und Jugendfußball tätig, Mitbegründer der Esslinger Fußballschule (2009) sowie des FC Esslingen (2012), seither Vorstand Sport beim FC Esslingen. Von 2012 bis 2014 war er Talentkoordinator, sportlicher Leiter und Scout beim VfB Stuttgart.

Seit 2014 ist er interimsmäßig sportlicher Leiter beim FC Esslingen und u.a. verantwortlich für die Sozialprojekte. Seit 1985 ist Martin Mitglied im wfv- Trainerlehrstab und dabei maßgeblich an der Erarbeitung der wfv- Spielauffassung „Ballorientiertes Spiel mit ständiger Angriffsbereitschaft“ sowie bei der Entwicklung von Spiel- und Trainingskonzepten im Kinderfußball beteiligt.

Der Paradigmenwechsel, der der wfv- Spielauffassung zu Grunde liegt, lässt sich sehr gut an den Aufgaben und am Begriff des Torspielers festmachen, den Martin Hägele in seiner Diplomarbeit im Jahre 2000 erfand. Seither ist er ein glühender Verfechter einer Spielphilosophie, die einen Torspieler erfordert.



Interview

Theo: Hallo Martin, wir haben über das Thema Torspieler schon oft gesprochen. Heute das Interview für meine Webseite. Beim wfv (Württembergischer Fußballverband: Webseite; Wikipedia) verwenden wir die Formulierung Torspieler. Während der DFB (Deutscher Fußball Bund: Webseite; Wikipedia) die Bezeichnung Torwart verwendet. Vielen Leuten ist nicht im Ansatz klar, was der Unterschied soll. Kannst du das bitte kurz ausführen.

Martin: Hinter dem Begriff Torspieler steckt eine Spielphilosophie. In dieser Philosophie hat der Torspieler zwei Kernbereiche die er beherrschen muss. Der eine Bereich ist die herkömmliche, klassische Aufgabe des Torwarts – Tore verhindern durch hechten, Bälle fangen oder fausten und der andere, zusätzliche, neue Kernbereich umfasst die Aufgaben eines guten Feldspielers – das Spiel lesen können, beidbeiniges sicheres Kurz- und Langpassspiel, sichere Ballan- und -mitnahmen in alle Richtungen mit beiden Beinen, die Passfinte und das Tempodribbling, mutig, weit vor dem eigenen Tor Bälle gewinnen.

Theo: Wie funktioniert die wfv- Spielauffassung des Ballorientierten Spiels?

Martin: Beim Ballorientierten Spiel des wfv spielen alle Spieler mit ständiger Mitspiel- und Angriffsbereitschaft. Jeder Spieler macht in jeder Spielsituation immer mit, will immer den Ball und hat in den beiden Grundsituationen des Spiels  – eigener und gegnerischer Ballbesitz – das Tore schießen im Kopf. Zur Umsetzung dieser Spielphilosophie braucht es zwingend einen Torspieler.

Theo: Was sind aus deiner Sicht dann die wesentlichen Fähigkeiten die ein Torspieler beherrschen muss?

Martin: Der Torspieler hat eine komplexe Aufgabe zu erfüllen und damit werden auch hohe Anforderungen an ihn gestellt. Er muss neben den konditionellen Fähigkeiten, wie Schnelligkeit, Athletik, Kraft, Gewandtheit, Geschicklichkeit auch die technischen Fertigkeiten des Torwarts und Feldspielers in sich vereinen. Zu diesen Fähig- und Fertigkeiten kommt noch eine weitere wichtige mentale Eigenschaft hinzu: mit Mut und Entschlusskraft richtige Entscheidungen treffen zu können.   Z.B. nehme ich den Ball an- und mit oder schlage ich ihn weg? Wie weit getraue ich mich mutig hinter der Viererkette mitzuspielen? Wo wir noch am Anfang sind, ist das Andribbeln. Das bedeutet, dass der Torspieler auch auf dem Feld und nicht nur im Hallenfußball nach vorne dribbelt und so Gegenspieler bindet. Damit schafft der Torspieler Überzahlsituationen im Angriffsaufbau. Ein Torspieler benötigt alle Feldspielertechniken. Auch den Kopfball, um lange Bälle des Gegners außerhalb des Strafraums wegzuköpfen oder auch bei eigenem Eckball und dies nicht nur bei Rückstand in der Nachspielzeit. Er könnte zum Beispiel auch in der 20. Minute beim Eckball mit in den gegnerischen Strafraum gehen, um ein Tor zu köpfen. Die Torspieler sind ja oft sehr groß, haben Sprungkraft und sind damit auch sehr kopfballstark. Dies würde den Paradigmenwechsel perfekt machen.

Theo: Welche Ratschläge würdest du Trainern von Kindermannschaften mit auf dem Weg geben?

Martin: Im Kinderfußball steht nicht das Spielergebnis sondern die Ausbildung eines jeden Spielers im Vordergrund. Jeder Spieler spielt auf jeder Position, heißt u.a. ein Leitsatz für Kindertrainer. Dies gilt insbesondere auch für die Position des Torspielers. Im Training übt jeder Spieler das Hechten und Fangen von Bällen, genauso wie das Dribbeln, Passen und schießen. Tore schießen und Glanzparaden machen sind das schwierigste, aber auch das schönste im Fußball. Deswegen wollen fast alle Kinder aufs Tor schießen und im Tor hechten. In jedem Wettspiel gibt es mehrere Torspieler, die sich die Spielzeit halbieren, dritteln oder vierteln. Der Torspieler wird ausgewechselt, zieht das Überziehhemd oder das Trikot mit der Nr. „1“ auf dem Rücken aus und wird schnell wieder als Spieler eingewechselt. Damit erlernt der Kinderfußballer von Anfang an das Bälle fangen und das Tore schießen. In den 8 Jahren Kinderfußball, von den Bambini bis zu den D- Junioren, gilt es für die Kindertrainer in jedem Jahrgang 3, 4 oder 5 Spieler zu gewinnen, die diese Doppelaufgabe des Torspielers können und wollen. Die Erfahrung zeigt, dass die talentierten Spieler auch die Torspielertalente sind. Deswegen besteht die Herausforderung an den Kindertrainer darin, die talentierten Spieler für die Position des Hintersten Spielers zu motivieren und zu gewinnen. Wenn diese Spieler beides dürfen – Tore schießen und Glanzparaden machen – dann funktioniert es. Und so werden auch die Eltern der Talente einigermaßen zufriedengestellt. Denn die Eltern wollen sich am Tore schießen ihres Sprösslings erfreuen und ihn nicht weit weg vom gegnerischen Tor auf der eigenen Torlinie stehen sehen.

Theo: Welche Ratschläge würdest Du jungen Menschen mit auf den Weg geben, die Fußballprofi werden möchten.

Martin: Wer Fußballprofi werden will, der braucht neben Talent einen großen Ehrgeiz und Lernwille. Ohne Fleiß keinen Preis. Das gilt für die Schule genauso wie für den Fußball. Weil es richtig schwer ist, Fußballprofi zu werden, darf die Schule nicht vernachlässigt werden. Zuerst Hausaufgaben machen, dann raus Fußball spielen. Im Verein, auf dem Bolzplatz. Da heißt es dann üben, üben und nochmals üben, lernen vom Trainer, von (älteren) Mitspielern, von den Stars im Fernsehen. Welche Tricks machen die Stars, wie schießen sie Tore, wie hechten sie in die Torecken? Verabredet euch, holt euch gegenseitig ab und geht auf den Bolzplatz. Lernt Finten, spielt 1:1, 1:2. 2:2, 2:3, 3:3 , 3:4, 4:4, 4:5 oder 5:5 und dribbelt, passt und schießt mit links und mit rechts was das Zeug hält. Geht an Gegenspieler rechts und links vorbei und schlenzt den Ball ins lange oder schießt ihn hart ins kurze Eck oder chipt den Ball über den Torspieler hinweg ins Tor. Tausende von Wiederholungen sind nötig, um sein Potential auszuschöpfen. Das macht Spaß, sich ständig zu verbessern und das Optimale aus sich herauszuholen. Fußball ist ein geiles, tolles Spiel für junge Menschen. Jede und jeder kann viel fürs Leben lernen. Deshalb kann ich jedem Mädchen und Jungen, die Spaß am Fußball haben, nur raten: Geht in einen Verein! Strengt euch an! Übt und versucht euer Potential auszuschöpfen.

Theo: Warum ist die schulische Ausbildung auch wichtig oder besonders wichtig, wenn ich Profi werden will?

Martin: Die schulische Ausbildung ist zunächst das Allerwichtigste. Im Zweifelsfall ist die schulische Ausbildung auch wichtiger als die Fußballausbildung. Man kann Fußballkarrieren nicht planen. Ob ich mit Fußball Geld verdienen kann oder nicht, ist auch von Dingen abhängig, die ich gar nicht beeinflussen kann. Talent und körperliche Voraussetzungen z.B., spielen eine wesentliche Rolle. Und natürlich gibt es einen enormen Konkurrenzkampf. Es gibt ja nur ganz wenige Profifußballstellen für ganz viele Kinder- und Jugendspieler, die das als Erwachsener anstreben. Und deshalb ist natürlich ganz klar das Wichtigste, neben dem Fußball einen guten Schulabschluss und eine Ausbildung zu machen oder zu studieren. Neben Talent und Ehrgeiz braucht der junge Mensch auch das notwendige Glück, dass er sich körperlich entsprechend entwickelt, verletzungsfrei bleibt und den Spaß am Fußball nicht verliert, gerade auch dann, wenn es Rückschläge zu verarbeiten gilt.

Theo: Danke für das Interview.



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