Warum du als Torwart früh ins Bett gehen solltest

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Schlaf ist wichtig. Das ist unangefochten. Es gibt genug Experimente die beweisen, wie schlecht Schlafmangel für den Menschen wirklich ist. Nicht umsonst ist Schlaflosigkeit und der Zwang wach zu bleiben eine bewährte und verbotene Foltermethode. Jeder war schon mal müde und weiß wie es ist lange nicht mehr geschlafen zu haben. Das ist ein blödes Gefühl, denn der Körper holt sich den Schlaf. Wenn man den Kampf nicht annehmen kann, stopft man sich mit Putschmitteln voll und probiert so das Gefühl in einem Rahmen zu halten. Das ist aber noch schlechter.

Warum ist Schlaf so wichtig?

Schlaf ist in mehreren Ebenen wichtig.

  1. Regeneration: Im Schlaf wird regeneriert. Der Körper kann sich in der Nacht ausruhen und neue Kraft schöpfen. Schadstoffe wie Laktat oder Milchsäure können abtransportiert werden.
  2. Psyche: Bei genug Schlaf fühlt man sich erholt und nachweißlich besser als bei Schlafmangel.
  3. Gesundheit: Schlafmangel ist schlecht für die Gesundheit. Man sagt nicht umsonst, dass man durch Schlafen gesund wird.
  4. Leistungsfähigkeit des Gehirns: Im Schlaf wird die Gehirnaktivität stark zurück geschraubt. Es gibt beim Schlafen mehrere Phasen die man durchschreitet(->Link) und in denen jeweils eine andere Gehirnaktivität vorherrscht. Insgesamt kann man sagen, dass sich das Gehirn in der Nacht erholt und Eindrücke verarbeitet, einordnet und kombiniert.
  5. Im Schlaf verarbeitet der Mensch das gelernte.

Wenn man also nicht schläft verpasst man all diese Vorteile. Ohne Schlaf geht es einfach nicht. Fast genauso schlimm wie kein Schlaf ist zum falschen Zeitpunkt zu schlafen. (Nicht gemeint ist hier auf dem Platz schlafen😉) Dabei spielt die innere Uhr eine wesentliche Rolle. Ideal ist der Schlaf wendige Körper-Kern-Temperatur minimal ist und die Melatonin-Konzentration maximal. Wenn das in der Mitte des Schlafes der Fall ist, wirkt der Schlaf am besten.

Schlafmanagement

Um richtig gut schlafen zu können braucht man einen Rhythmus den man möglichst lange oder über jeweils lange Phasen aufrecht erhält. Der Körper gewöhnt sich schließlich daran und weiß wann er hoch und runterfahren muss. Das ist insofern ein Vorteil, da durch einen geregelten Rhythmus und die Gewöhnung des Körpers an den Schlafrhythmus die Zeit zum Einschlafen und aufwachen minimiert werden kann.

Die innere Uhr sagt uns, dass die Nacht zum Schlafen da ist. Das ist auch der Grund, warum man mit zunehmender Dunkelheit immer müder wird und warum es die großen Müdigkeiten nach den Uhrenumstellungen gibt. Der Körper muss sich erst an den Rhythmus gewöhnen. Die innere Uhr muss noch umgestellt werden und das funktioniert nicht von jetzt auf gleich. Das ist ein Prozess. Im Frühling wird die Nacht nach hinten verschoben, so dass der Tag länger wird. Andersrum im Herbst. Die Dunkelheit wird überwiegend mit dem Winter assoziiert, weil in dieser Zeit die Nächte länger sind. In dieser Zeit geben auch die meisten Leute an, müde zu sein, obwohl sie theoretisch am meisten Zeit zu schlafen haben.

Wenn man seinen Schlafrhythmus richtig auslegt, so dass man zur richtigen Zeit schläft und genügend Ruhe bekommt ist das am besten.

Warum ist Schlaf für den Torspieler so wichtig?

Als Torspieler muss man blitzschnell Entscheidungen treffen können. Ob das ein Reflex ist oder zu entscheiden, ob man raus kommt oder nicht. Wenn das Gehirn aber keine Energie aufgrund von Schlafmangels hat, kann man nicht schnell entscheiden. Dann hört man den Spruch: “Heute spielt der aber wie eine Schlaftablette“. Das hört man wenn jemand schläfrig wirkt und ein geringes Reaktionsvermögen hat. Als Keeper ist das natürlich fatal und deshalb haben den itel „Schlaftablette“ auch hauptsächlich Torhüter. Wenn man zu lange braucht um sich zu entscheiden ist das nur gut für den gegnerischen Stürmer.

Natürlich ist die regenerative Wirkung auch für den Torspieler enorm wichtig.

Um die Funktion von Schlaf noch einmal zu verdeutlichen bringe ich hier noch mal ein Beispiel. Das Gehirn und der Körper ist wie ein Handy. Am Tag funktioniert alles wie es soll, aber nur wenn man in der Nacht den Akku auflädt und das neue Betriebssystem installiert hat. Und beim Handy ist man mutig, wenn man morgens mit nur 56% Batterieladung aus dem Haus geht.

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Torwartspiel = Entscheidungsspiel

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Foto Ramon Castellucci, VfB Stuttgart
Ramon Castellucci, VfB Stuttgart

Ramon Catellucci hat zu mir gesagt, als wir zusammen trainiert haben: „Torwartspiel ist gleich Entscheidungsspiel“. Ramon spielt beim VfB Stuttgart in der 2. Mannschaft und ist auch immer wieder bei den Camps und Trainings von Walter Eschenbächer als Trainer dabei.

Zu dem Zeitpunkt, als er das zu mir gesagt hat, trainierten wir gerade eine unkomplizierte Übungsablauf zum Halten von halbhohen Bällen. Auch hier geht es um Entscheidungen. Diese Erkenntnis hat mich sehr fasziniert und deshalb will ich heute mit euch die Bedeutung der Entscheidung für den Torspieler aus der Sichtweise erörtern.

Entscheidungen kommen im Fußball immer und überall vor. Es entstehen überall auf dem Platz Dilemmas, die gelöst werden müssen: mit einer schnellen Entscheidung. Mario Götzes Entscheidung den Ball in der 114 Minute Volley zu nehmen und keinen Dropkick zu machen hat Deutschland zum Weltmeister gemacht. Das ist jetzt sicher deutlich vereinfacht. Neben der Variante Dropkick gibt es natürlich noch viele weitere Optionen. Er hätte sich zum Beispiel nicht zum Tor über die rechte Schulter drehen können sondern auch weg vom Tor über die linke Schulter. Das ist nur ein Beispiel von hundert Varianten.

Aus diesen vielen hundert Varianten muss man auf dem Platz ständig eine auswählen. Das fängt bei den Laufwegen an und hört beim Abschluss nicht auf. Die Schwierigkeit ist die richtige Variante auszuwählen und richtig umzusetzen. Fehler sind falsche Entscheidungen. Ein technischer Fehler ist nicht darauf zurück zuführen, dass der Profi nicht die technischen Voraussetzungen hat um den Ball anzunehmen sondern, dass der Profi sich falscher Weise dazu entschieden hat den Ball mit dem Fuß statt mit dem Knie anzunehmen. Das sind Kleinigkeiten, die verdeutlichen wie wichtig Entscheidungen im Fußball sind.

Auch für den Torspieler ist die Entscheidung und deren möglichst schnelle Findung sehr wichtig. Der Keeper muss sich ständig entscheiden, ob er einen Schritt weiter nach rechts geht oder nicht und diese kleine Entscheidung kann sich fatal auswirken und zum Gegentor führen. Komme ich raus oder nicht? Nehme ich die obere Hand oder die untere, um den Ball noch rauszukratzen? Spiele ich den Spieler mit einem seitlichen Abschlag oder mit einem Abwurf an? Alles sind kleine Entscheidungen, die das gesamte Spiel so beeinflussen, dass sie über gehalten oder Gegentor entscheiden. Jeder gehaltene Ball ist eine (weitgehend) richtige Entscheidung gewesen. Man erkennt rechtzeitig, dass man den Ball Übergreifen muss und macht es dann auch.

Was ich deutlich machen will: Entscheidungen sind alles im Leben und im Fußball. Entscheidungsfindung und Entscheidungstrainig ist deshalb absolut berechtigt ein so großes Thema beim DFB. Im Elite Camp sind fast alle Übungen Entscheidungstraining.

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Umgang mit Fehlern

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Auf dem Platz passieren immer wieder mal Fehler. Wenn nicht würde jedes Spiel 0:0 ausgehen und das wäre ja langweilig. Das Problem beim Torwart ist, dass man seine Fehler zählen kann während die Fehlschüsse der Stürmer keine Rolle spielen. Wird ein Spiel verloren, ist der Keeper schuld.

Wenn der Stürmer einen Ball verhaut, kann er das in der nächsten Situation mit einem Tor wett machen. Wenn der Torspieler einen Ball reinlässt, kann er das zwar auch mit einer Parade wett machen, aber der Außenstehende wird sich eher an das Gegentor erinnern. Das der Ball vielleicht auch nur deshalb auf das Tor gekommen ist, weil der Ball im Mittelfeld oder im Sturm sinnlos hergegeben wurde, erkennen die meisten Zuschauer schon nicht mehr. Man erkennt schon, dass die Torspieler eine schlechtere Ausgangslage hinsichtlich ihres Heldenpotentials haben als die Stürmer.

Fehler kommen vor, das ist nun mal so. Keiner ist perfekt und jeder macht Fehler. Das eigentlich entscheidende ist aber, wie man mit dem Fehler umgeht. Akzeptiert man den Fehler oder verfällt man in komplizierte Depressionen und Selbstzweifel.

Das Problem an Selbstzweifeln ist, dass das auf die Körperhaltung abfärbt. Der Torwart nimmt eine Opferhaltung ein. Das Auftreten wird unsicher. Das führt dazu, das die Mannschaft auch verunsichert wird und das wirkt sich direkt auf das Spielgeschehen aus.

Was einem dabei helfen kann nicht zu verzweifeln, ist die banale Erkenntnis, dass Fehler vorkommen. Man muss Fehler gerade in der Jugend positiv sehen, denn schließlich weiß man jetzt, was man noch verbessern und woran man arbeiten kann. Außerdem sollte man sich bewusst machen, was für eine Auswirkung die Selbstzweifel und Gegentor-Depressionen haben werden.

Wenn das alles nicht hilft, kann man an die Sache mit etwas mehr Humor ran gehen. Hätte man den Fehler nicht gemacht, wäre das Spiel langweilig gewesen oder man wollte den Gegnern eine Chance lassen und es spannender machen. Es gibt genug Möglichkeiten mit Fehlern gut und lustig umzugehen.

Das allerwichtigste im Fußball ist aber, das es schnell geht. Das gilt auch für die Fehlerverarbeitung. Das heißt je länger man sich mit einem Fehler beschäftigt, desto höher ist die Gefahr für einen schlechten Ausgang. Gerade bei Zeiten, wo das Spiel immer schneller wird, bleibt für sowas oft keine Zeit.

Deshalb gibt es Pausen und einen Schlusspfiff. Die Fehler analysiert man in der Pause oder nach dem Spiel. Das ist die erfolgreiche Art damit umzugehen. Im Spiel sollst du dir gar keine Gedanken über deine Fehler machen.

Jede Halbzeit beginnt mit einem 0:0. Was war, lässt sich nicht ändern. Aber du kannst jede Halbzeit gewinnen. Klar ist man in der zweiten Halbzeit mehr auf den Gegner eingestellt, aber grundsätzlich fängt man wieder bei 0:0 an.

Nach dem Spiel geht man dann mit den Fehlern um. Dann hat man die richtige Distanz und Rationalität um damit umzugehen.

Und wenn die Stürmer dumme Sprüche klopfen hält man einfach im nächsten Trainingsspiel den entscheidenden Elfmeter und gewinnt das Ding.




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Grundlagen der Führung durch den Torspieler

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Die Führung ist eine unterschätze Einheit im Fußball. Sicher wird darüber geredet. Oft wird dann das Wort Coaching dafür verwendet. Das was dann gesagt wird ist oft falsch verstanden, ohne Ahnung und immer im Bezug auf Feldspieler. Warum denn nicht die Torspieler? Es gibt für mich keine Begründung, die schlüssig und schlagfertig genug ist um den Keeper als Führungsperson auszuschließen.

Im Gegenteil. Ich sehe mehr Vorteile, wenn der Torspieler die Führung übernimmt. Die Feldspieler laufen im Durchschnitt ein bisschen mehr als ein Torspieler. Warum sollten die dann ihre Luft darin verschwenden, Anweisungen über den Platz zu brüllen?

Ein weiterer Vorteil, der für den Torspieler als Führungsperson spricht ist die Position des Keepers. Er steht hinten und kann das ganze Feld überblicken. Das verschafft dem Torwart einen Vorteil gegenüber den Feldspielern, die immer nur einen Teil des Spielfeldes sehen.

Außerdem sind Keeper es gewöhnt Verantwortung zu übernehmen, sonst würde man ja nicht ins Tor gehen. Der Torwart ist bekanntlich verantwortlich für das Tor, dann könnte er ja auch die Führung übernehmen.

Was meine ich überhaupt mit Führung?

Wikipedia sagt dazu „Der Ausdruck Führung bzw. dessen Verb führen trägt im Neuhochdeutschen die Bedeutung „leiten“, „die Richtung bestimmen“, „in Bewegung setzen“ und kommt in zahlreichen Wissenschaften vor. Speziell in den Sozialwissenschaften bezeichnet der Begriff planende, koordinierende und kontrollierende Tätigkeiten in Gruppen und Organisationen (engl. leadership).“

Auf deutsch soll das heißen: Der Torspieler als Führungsperson übernimmt die Chefposition innerhalb der Mannschaft um das Ziel 3 Punkte und in Idealfall zu Null zu erreichen. Das er das macht ist naheliegend. Er hat den Überblick und muss in allen Spielaufbau- und Defensivsituationen sowieso die Führungsrolle übernehmen.

Diese Aufgaben kann man dem Wikipedia-Eintrag entnehmen:

  • Planen: Spielzüge vorhersehen (sowohl defensiv als auch offensiv)
  • Koordinieren: Vorhergesehene Spielzüge mit entsprechenden Anweisungen vorbereiten (sowohl defensiv als auch offensiv)
  • Kontrollieren: Dafür sorgen, dass die Anweisungen in die Tat umgesetzt werden.
  • Ergänzend würde ich noch kritisieren und motivieren hinzufügen: Ausführung der Anweisungen loben oder tadeln sowie Spieler nach Fehlern wieder aufbauen

Als Beispiel will ich das Verschieben erklären.

Erkennt man, dass der gegnerische Innenverteidiger zu einem langen Diagonalball ansetzt. Sofort leitet man das verschieben der Mannschaft mit dem entsprechenden Kommando ein und sorgt dafür, dass die Anweisung auch jeden erreicht.

Wenn einer aus der Reihe fällt sollte man ihn ganz gezielt ansprechen. Solche Kommandos sind immer so aufgebaut: Name+Anweisung+Grund. Der Spieler weiß damit, das er gemeint ist. Er weiß, was er tun soll. Zum Schluß versteht er auch noch warum er das tun soll.

Wenn man schreit: schieben, und einer fällt aus der Reihe fühlt der sich nicht angesprochen und wird es nicht umsetzten. Nach dem das Kommando umgesetzt wurde muss die Aktion gelobt oder getadelt werden. Wenn man der Stürmer einen sehr weiten Weg hatte und trotzdem sehr schnell verschiebt, kann man das loben.

Welchen Effekt hat das Führen?

Die Führung an sich bewirkt aus eigener Erfahrung ein sichereres Auftreten der Mannschaft. Das heißt natürlich, dass die Mannschaft befreiter aufspielen kann. Sie können sicher sein, dass da hinten jemand ist, der nicht nur die ganze Zeit schläft. Das verleiht der ganzen Defensive eine höhere Stabilität mit einer hohen Offensivkraft.

Außerdem ist der Sinn und Zweck der Position im Tor jegliche Gegentore zu verhindern. Das erreicht man, indem man entweder viele Bälle hält oder einfach keine Schüsse aufs Tor bekommt. Wenn man entsprechende Anweisungen gibt, die Torchancen im Keim ersticken ist es meiner Meinung nach Besser als wenn man alle paar Minuten einen unmöglichen Ball rausholt. Klar würde das ein Außenstehender das nicht so sehen aber am Ende zählt wer mehr Punkte holt und nicht wer mehr Paraden hat.

Wie kann man Führen trainieren?

FIFA. Führen besteht aus zwei Grundfähigkeiten. Man muss verstehen, was auf dem Feld passiert und man muss dieses sagen können. Wenn man FIFA spielt und gibt den Leuten im Spiel die Anweisungen. Man beginnt langsam und steigert das dann. Nach einer gewissen Zeit setzt man das dann im Training und schließlich im Spiel um. So tastet man sich Schritt für Schritt an das perfekte Führen heran.




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Warum ist der Torwart immer ein bisschen komisch?

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Im Fußball ist der Torhüter eine sehr wichtige Persönlichkeit auf dem Platz. Er sollte eine Führungsperson sein. Wenn es drauf ankommt, soll er keine Gegentore kassieren. Aber auch neben dem Platz soll er eine Führungsrolle übernehmen.

Weiterhin machen die Regeln den Keeper zu einem Einzelkämpfer im Team. Er ist etwas besonderes. Es heißt aber, dass auch neben dem Platz der Torwart eine besondere Persönlichkeit ist. Das wird bestätigt durch Türhüter wie Oliver Kahn. Einer von vielen, bei dem sich die Öffentlichkeit gefragt hat: Hat der noch alle Tassen im Schrank?

Nun fragen sich gerade die Torfrauen und Tormänner: Warum sind die Torleute alle ein bisschen verrückt.

Die Ursachen dazu findet man im Spiel.

Der Torspieler ist eine Führungsperson. Das heißt, er muss sich gegenüber der kompletten Mannschaft durchsetzen können. Das fordert eine gewisse Schlagfertigkeit und Intelligenz, aber auch eine gewisse Arroganz und Ignoranz gegenüber anderen Meinungen.

Die Position im Tor ist die komplexeste. Es gibt ja auch den Spruch: „Je weiter der Spieler vom Tor entfernt ist, desto dümmer ist er.“ Das muss selbstverständlich nicht immer gelten. Es gibt sicher auch hoch intelligente Stürmer und Mittelfeldspieler. Auch hier erfordert das Spiel eine hohe Intelligenz.

Jeder Fehler den der Keeper macht kann man zählen. Beim Stürmer werden die Erfolge gezählt. Deshalb dürfen sich Torspieler sich nicht zu viel Gedanken machen, was andere über die Nummer 1 denken. Die Torhüter und Torhüterinnen müssen sich über die Konsequenzen ihres Handelns in sehr distanzierter Form bewusst sein. Im Tor spielt man eben anders, als man sich hinterher analysiert.

Außerdem machen Torspieler und Torspielerin alles, um das Team im Spiel zu halten. Das heißt, kein Gegentor zu bekommen. Dazu gehört auch, dass ein Torwart sich aus nächster Nähe voll abschießen lässt. Wer beim Fußball im Tor spielt, darf also gar keine Angst vor dem Ball haben. Das ist eine Sache, an denen die meisten Feldspieler verzweifeln. Feldspieler haben in der Regel schon Angst, wenn sie sich in die Mauer stellen sollen.

Als Torspieler bzw. Torspielerin ist man der letzte Fels in der Brandung. Man ist manchmal ganz einsam auf dem Platz und oft der Depp der Nation und manchmal auch der Held der Helden.

Das fordert einen ganz speziellen Charakter.

Um Torwart zu werden gehört eben nicht nur ein bisschen Technik dazu. Im Gegenteil man muss intelligent und clever sein, man muss emotional, abgeklärt und rational sein, man muss sich mutig dem Gegner entgegenstellen. Kurz: Man muss anders sein. Ohne ein bisschen Fanatismus geht Torspieler oder Torspielerin sein eben nicht.




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Warum haben viele Keeper neonfarbene Trikots?

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Nicht selten sieht man in den europäischen Top-Ligen Keeper mit Augenkrebs verursachenden Trikotfarben. Das hat dann zur Folge, dass alle kleinen Torspieler eine neue Lieblingsfarbe haben, die bei den Eltern bleibende Sehschäden verursachen. Oft wissen aber beide nicht, warum diese Farbe gewählt wird.

Die meisten „Top-Trainer“ in der Kreisliga glauben, dass die helle Neonsignalfarbe der Ablenkung des Stürmers bewirkt. Damit liegen sie gar nicht soweit daneben.

Der eigentliche Grund ist der:

Die Signalfarbe fällt im Tor auf. Der Stürmer, der in einer Drucksituation einfach schießt und das Tor vielleicht nur im Augenwinkel sieht, registriert das neonfarbene Trikot.

Das spricht jetzt sein Unterbewusstsein an. Der Schütze schieß in der Regel dahin, wo er seine Konzentrtion drauf lenkt. Automatisch zielt der Stürmer unterbewusst auf das neonfarbene Trikot. Alles ist dem Keeper lieber als ein Gegentor, also lässt sich der Torhüter abschießen.

Das ist die Psychologie hinter der oft geschmacklos gewählten Trikotfarbe des Keepers.

Klar kann man argumentieren, dass eine solche Situation, gemeint ist eine 1gegen1 Situation oder ähnliches aus relativ kurzer Distanz, im Spiel nur recht selten vorkommt. Allerdings werden diese Situationen mit steigender Spielklasse häufiger, da die Defensive besser funktioniert und der Stürmer effektiv weniger Zeit hat über das genaue Ziel seines Schusses nach zu denken. Es wird also mehr aus Instinkt und Intuition geschossen. Und die Psychologie wirkt nicht nur im 1 vs. 1 sondern auch bei Fernschüssen.

Gerade bei Kindern ist es meist so, dass sie nicht bewusst schießen. Sie denken nicht vor jedem Schuss daran, wo der Ball jetzt gleich einschlägt.

Gerade in den Extremen der Alters- und Spielklassen lohnen sich solche extravaganten Trikotfarben für den Torhüter also. Den wenn so eine Situation im Spiel drei mal vorkommt, sind davon vielleicht zwei Bälle auf den Mann und einer in unmittelbarer Umgebung geschossen.

Allerdings gilt das Gleiche auch für die Mitspieler. Das bedeutet, dass je weiter der Torspieler offensiv spielt oder je mehr der Torspieler in das Spiel eingebunden ist, um so weniger geeignet sind die Augenkrebsfarben für das Outfit des Torspielers.




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Körpersprache und Ausstrahlung

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Für die Mannschaft macht es einen großen Unterschied ob der Keeper selbstbewusst ist oder schüchtern, ob er ruhig oder aufgeregt gar nervös ist und ob er das auch ausstrahlt oder nicht.

Mannschaften spielen mit manchen Torleuten besser als mit anderen. Das hat seine psychologischen Gründe.

Wenn der Torspieler hinten ständig nervös rumläuft und eine unsichere, also in sich zusammenfallende Körperhaltung hat ist das in Sprache übersetzt ein Misstrauen an die Abwehr. Der Torspieler vertraut der Abwehr nicht zu 100%. Das macht natürlich auch die Abwehr unsicher und schon passieren Fehler, die so sonst nicht passieren. Das wird sich dann auch auf die gegnerische Mannschaft auswirken.

Wenn der Torwart nicht selbstbewusst ist, vermittelt er der eigenen Mannschaft Misstrauen in seine eigenen Fähigkeiten. Während jetzt also die eigene Mannschaft zunehmend unsicherer wird, gewinnt die gegnerische Mannschaft zunehmend an Selbstvertrauen. Die denken sich dann: Der Keeper ist von denen schlecht, weil der vertraut nicht mal sich selbst, also muss es ja leichter sein Tor zu schießen.

Ein Kreislauf, der die eigene Mannschaft kaputt machen kann. Ist der Keeper selbstsicher und harmoniert mit seiner Mannschaft, strahlt das bis nach vorne aus. Mittelfeldspieler und Stürmer haben weniger Angst vor dem Verteidigungsfall. Damit arbeiten sie besser nach vorne und schießen mehr Tore.

Der Tormann sollte außerdem eine Führungspersönlichkeiten sein. Dazu ist es obligatorisch, eine Autorität zu haben und zu sein. Das kann man nicht erreichen, wenn man kein Selbstbewusstsein ausstrahlt. Man ist dazu gezwungen Stärke aus zu strahlen.

Das Ausstrahlen kann man zum einen durch Mimik machen. Allerdings erkennt der Stürmer dann meist nicht den Unterschied zwischen einem selbstbewusstem Lächeln und einem hyperaktivem Fratzen schneiden.

Also muss man es irgendwie anders lösen. Die Körperhaltung bietet sich da an. Man kann auch am anderen Ende des Stadions noch sehen, ob der Torwart da steht wie eine Autorität oder ob er da im Boden versinken will vor Schüchternheit.

Man erreicht eine starke Körperhaltung durch eine hohe Körperspannung. Wenn der Oberkörper gerade ist und der Keeper im Tor steht wie der Fels in der Brandung.

Das Gegenteil wäre ein zusammengesunkener Torwart der Angst hat.

Die Ausstrahlung ist also auch ein wichtiger Grund für eine stabile Körperhaltung und eine gute Rumpfstabilität. Das kannst du auch in der Schule üben, zum Beispiel dadurch, dass du gerade und aufrecht sitzt und Selbstbewusstsein ausstrahlst.




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Mach dein Ding

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Und heute wieder das Thema Motivation: Motivation gibt es internistisch, das heißt aus einem selbst heraus, und extrinsisch, das heißt durch jemand anderen. Auf Dauer funktioniert Motivation nur, wenn du selbst es willst. Niemand macht etwas auf Dauer für andere.

Das man nicht auf Dauer nur für andere etwas macht, gilt natürlich ganz besonders für ein Hobby wie Fußball. Es wird niemandem auf Dauer gelingen, motiviert Fußball zu spielen, weil man damit Papa oder Mama eine Freude macht. Wer das also nur deshalb macht, hat immer ein Motivationsproblem. Der will das ja nicht selbst.

Wenn du nicht selbst Fußball spielen willst, ist es besser, sich etwas Anderes zu suchen. Was das ist, ist egal. Es kann auch Fußball in einer anderen Mannschaft sein, die nur just for fun spielt.

Hier noch einmal die Erklärung von Udo Lindenberg zu dem Thema: Mein Dein.

Liedtext Mein Ding

Als ich noch ein junger Mann war
saß ich locker irgendwann da
auf der Wiese vor’m Hotel Kempinski
Trommelstöcke in der Tasche
in der Hand ne Cognacflasche
und ’n Autogramm von Klaus Kinski
Ich guckte hoch aufs weiße Schloss
oder malochen bei Blohm & Voss
Nee irgendwie, das war doch klar
irgendwann da wohn ich da
In der Präsidentensuite
wos nicht reinregnet und nicht zieht
und was bestell ich dann?
Dosenbier und Kaviar
 
Und ich mach mein Ding
egal was die anderen sagen
Ich geh meinen Weg
ob gerade ob schräg, das ist egal
ich mach mein Ding
egal was die anderen labern
Was die Schwachmaten einem so raten
das ist egal

ich mach mein Ding…

Und jetzt kommst du aus der Provinz

und wenn auch jeder sagt du spinnst
du wirst es genauso bringen
machst auf die charmante Art
mal elastisch
manchmal hart
manchmal musst du das Glück auch zwingen…
Später spricht dann Wilhelm Wieben
er ist sich immer treu geblieben
die Mode kam die Mode geht

man war immer noch der King.

Ja du machst dein Ding

Egal was die ander’n sagen
Du gehst deinen Weg
Ob geradeaus schräg
Das is doch egal
Du machst dein Ding
Egal was die ander’n labern
Was die Schwachmaten einem so raten

das ist egal

Und dann bist du dir immer treu geblieben

Und Roomservice wird mit U und H geschrieben

Und ich mach mein Ding

Egal was die ander’n labern
Was die Schwachmaten einem so raten
das ist egal
Ja ich mach mein Ding
Egal was die ander’n labern
Was die Schwachmaten einem so raten
das ist egal
Ich mach mein Ding!




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Mindset

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Hier eine gute Zusammenfassung zum Thema Motivation und Mindset.

Christoph Daum „Wenn der Kopf richtig funktioniert, ist er wie das dritte Bein.“




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Fragen an TorspielerTheo: Motivation

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Häufig erreicht mich die Frage: Ich kann mich nicht mehr für Fußball motivieren. Was soll ich tun?

Hier dazu meine Meinung in ganz kurzer Form. Dazu zunächst ein kleiner Ausflug in die Theorie.

Motivation gibt es in zwei Arten.

  • intrinsische Motivation und
  • extrinsische Motivation

Intrinsische Motivation ist dabei eine Motivation aus sich selbst heraus. Man macht etwas, weil man Bock darauf hat. Nur bei diese Motivationsart kann man seine maximale Leistung abrufen.

Extrinsische Motivation ist eine Motivation von außen. Man macht etwas, weil die Eltern oder wer auch immer Bock darauf haben, dass man das macht.

 

Man spielt nur guten Fußball um Spaß zu haben. Umgekehrt wenn man Spaß haben will spielt man guten Fußball.

Ist diese Aussage nicht zutreffend sollte man sich die Frage stellen, warum man fußballerisch da steht wo man steht. Wollte das zum Beispiel der Vater oder ich. Dies ist eine Frage, die sehr wichtig ist. Wenn andere wolle, dass ich etwas tue, werde ich früher oder später mit Motivationsproblemen zu kämpfen haben.

Wenn man die Frage beantwortet, immer noch Fußball spielt, weil es Spaß macht, ist das sehr gut. Das bedeutet das man zumindest bis vor kurzem Spaß am Fußball hatte.

Ist der Spaß verklungen kann das viele unterschiedliche Gründe haben. Wenn man wieder Fußball mit Spaß spielen will, muss man diese Gründe aus der Welt schaffen.

Das heißt, liegt es am Trainer, den Mitspielern oder am Verein, guckt man das man die Mannschaft oder den Verein wechselt. Das dauert zwar. Aber es ist dann unausweichlich. Der Trainer oder ungeliebte Mitspieler gehen ja vielleicht auch von alleine. Dann kann man das Problem auch aussitzen.

Wenn man keinen Spaß mehr am Fußball hat -unabhängig von irgendwelchen Gründen- muss man eben nochmal bei Null anfangen. Also erinnert man sich daran, wie man zum Sport gekommen ist. Vielleicht das man mal im Stadion oder hat mit Freunden gekickt hat. Diese Freude kann man dann probieren wieder auferstehen zu lassen. Man spielt ein bisschen Fußball mit Kumpels oder man geht ins Stadion. Man beschäftigt sich also mit Fußball just for fun.

Wenn man danach immer noch keine Lust mehr auf Fußball hat, kann man sich Gedanken um einen Sportartenwechsel machen. Mitunter ist Fußball eben doch das Falsche.

Aber man muss sich auch bewusst machen, wenn man Spaß am Fußball hat, ist es naheliegend, dass man keine Lust auf zum Beispiel Ausdauertraining hat. Macht man dies aber nicht, wird man schlechter und das wirkt sich auf den Spaßfaktor negativ aus.

Hier muss man sich bewusst machen, dass man das braucht um besser zu werden.

Wenn man nicht der Beste werden will, hindert niemand einem daran, nicht mit zu laufen. Mit den Konsequenzen muss man halt dann selbst leben. Man spielt nicht und wenn dann nur für 10 Minuten, weil man danach nicht mehr kann.




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