Kaderplanung im Kinderfußball: Der Unterschied zwischen Mädchen und Jungs

 

Viele Vereine stellen sich erst gar nicht die Frage, ob es einen Unterschied gibt oder nicht, und trennen Jungs und Mädchen direkt von Anfang an in zwei unterschiedlichen Mannschaften auf. Die Folgen sind meist überfüllte Jungsmannschaften und spärlich besetzte Mädchenmannschaften. Aber so muss das nicht laufen. Hier ein paar aufgelistete Argumente für eine heterogene Mannschaft.

Auf der einen Seite werden die Mädchen mit den gleichen Chancen ausgestattet wie die Jungs. Das ist auf dem Weg zum weiblichen Fußballprofi eine Menge wert. Ein wichtiger Grund an dem schlechteren Leistungsniveau im Frauenfußball ist ja auch die ungerechte Förderung von Mädchen. In den hören Spielklassen der Frauenmannschaften ist man viel erfolgreicher, wenn man auf gemischte Kindermannschaften setzt, da die Frauen eine bessere fußballerische Ausbildung genossen haben.

Die Kaderplanung in der Jugend wird wesentlich vereinfacht. Man hat mehr Kinder und kann diese leistungsgerechter in verschiedene Mannschaften aufteilen. Im Idealfall spielen die etwas besseren in einer etwas höheren Liga und die etwas schlechteren in einer etwas schlechteren Liga. So geht man auf die Bedürfnisse möglichst vieler Kinder ein und fördert sie ganz individuell. Man holt die Kinder quasi an ihren Leistungsstand ab.

Ein etwas sport-theoretisches Argument wäre die Leistungsfähigkeit beziehungsweise die Belastbarkeit. In jungen Jahren erkennt man noch keinen wesentlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Erst ab ungefähr zehn Jahren kann man eine Gabelung der Kurve erkennen. Das bedeutet, dass es rational betrachtet keinen Grund für eine Trennung von Jungs und Mädchen unter zehn Jahren gibt. Im Gegenteil – motivierte Spielerinnen erhöhen bis mindestens zur U11, vielleicht auch bis zur U13 das Leistungsniveau der Mannschaften und die Trainingserfolge.

Ich habe ja bereits in einem Artikel probiert zu erklären, warum der Frauenfußball sich deutlich von dem Männerfußball differenziert. (siehe Frauenfußball) In der Jugend ab der erkennt man da natürlich auch schon erste Differenzen. Das sorgt für eine gewisse Vielseitigkeit im Kader. Klar kann man diese leichten Unterschiede in der Frühphase des ausgereiften Frauenfußballs schlechter als der Jungenfußball bewerten. Das ist aber nicht meine Meinung. Technisch gesehen kann es nur an der Ausbildung liegen, dass Frauen schlechtere Techniken haben als Männer. Gleiches gilt für Taktik und Spielniveau. Das einzige wo sich Männer und Frauen wirklich unterscheiden sind körperliche Faktoren und die treten erst ab der Pubertät ein. Das ist das Alter an dem die Mannschaften überwiegend getrennte Wege gehen sollten.




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Nutzung von äußeren Bedingungen im Training

 

Training ist lernen, wiederholen und verbessern. Die Trainingsformen können mehr oder weniger komplex sein, als die im Spiel der Fall ist.

Bei der Kombination der unterschiedlichen Trainingsstile sollte bei einer mittelfristigen Trainingsphase von allem ein bisschen dabei sein. Es gilt der Grundsatz, je weiter der Torspieler in seiner Ausbildung fortgeschritten ist, um so wichtiger werden komplexe Trainingsformen. In der Umkehrung kann man auch sagen, je geringer der Ausbildungsstand ist, um so wichtiger ist die Fokussierung auf einfache Trainingsformen.

Gerade bei wenig ausgebildeten Torhütern ist es wichtig, dass der Tormann bzw. die Torfrau die Technik korrekt erlernt. Dafür ist eine hohe Zahl an Wiederholungen mit ständiger Korrektur notwendig. Auf zahlreichen Facebook-Videos sieht man hoch komplexe Übungsabläufe von Torleuten, die die Grundtechniken gar nicht richtig beherrschen. Bevor aber die Grundtechniken nicht beherrscht werden, ist ein weitergehendes Training nur bedingt zielführend. Komplexere Trainingsreize kann man aber in Maßen durch aus setzen. Hier sind weniger komplexe und detailorientierte Übungen Hauptschwerpunkt im Training.

Ist der Torspieler weiter gereift, muss die Komplexität gesteigert werden. Äußere Einflüsse wie Wetter können einen Bewegungsablauf begünstigen oder erschweren. Beides kann man für einen Trainingseffekt nutzen.

Ein Beispiel dafür außerhalb des Fußballs wäre der Sprint. Bergauf oder ein nasser Untergrund sind hinderlich für einen Lauf mit Bestzeit. Wo hingegen eine leicht federnde Laufbahn für eine Bestleistung sprechen. Ich denke dieses Beispiel, dass wahrscheinlich jeder schon mal erlebt hat, bestätigt diese These.

Wind kann bei der Technikentwicklung sehr stören. Beim Training von räumlichen Denken und Reaktion ist Wind beispielsweise förderlich.

Kann man diese Annahme auch auf den Fußball und besonders auf das Torwarttraining übertragen?

Nach meinem Erfahrungen ist das möglich.

Eine blendende Sonne oder extreme Windverhältnisse sind für ein Reflextraining optimal. Die Sonne blendet und schränkt so auf natürliche Weise das Sehvermögen des Keepers ein. Das sollte man allerdings nicht zu sehr aus provozieren, da es auch bleibende Sehschwächen verursachen kann.

Extremer Wind verfälscht die Flugkurve des Balls. Der Ball bricht sozusagen die physikalischen Gesetze. Das sorgt für eine Unberechenbarkeit der Flugkurve.

Auch hier heißt es nicht übertreiben, da bei solchen Übungen die Finger sehr gefährdet sind.

Regen oder Trockenheit beeinflussen den Grip der Handschuhe und den Ball. Diese Gegebenheiten eignen sich um Fangsicherheit und Stabilität zu trainieren.

Die Größe des Balls und der Luftdruck im Ball können Fanghaltung verbessern. Für die Entwicklung von fußballtechnischen Fähigkeiten sollte man eher einen leichteren und kleineren Ball nehmen. Die Leichtigkeit ist schonend für Gelenke und der geringe Umfang ist technisch anspruchsvoller.




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Grundposition und Fangen

 

Hier ein Video von GKeeper zum Fangen und zur Grundhaltung des Keepers. Ich persönlich finde das Video nicht wirklich glücklich gemacht. Es ist aber einmal ein anderer Perspektive.

 




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Trainingstheorie: Viele Sachen wiederholen oder sich auf einzelne Bausteine konzentrieren?

 

Es gibt viele unterschiedliche Traingsformen. Manche Leute sagen, in jedem Training muss man von allen Faktoren ein bisschen was trainieren. Andere Experten sagen, dass es besser sei, eine Art Themenwoche zu machen und in dieser Zeitspanne ein Inhalt im Training ganz intensiv zu fokussieren. Was sind aber Vorteile der jeweiligen Trainingsform?

Die erste Variante der Wiederholung so vieler fußballerischen Leistungsfaktoren hat Vorteile wie:

  • in jeder Trainingseinheit werden alle Leistungsfaktoren trainiert und verbessert
  • kaum Überlastung
  • viel Abwechslung
  • sehr spielnah

Nachteile sind

  • die einzelnen Faktoren können nicht zu 100% perfektioniert werden, da die Trainingsinhalte nur angerissen werden.
  • man kann keine vollkommene Analyse des Torspielers machen, da man nur ein/zwei Übungen zu einem Thema macht

Allgemein könnte man sagen, dass diese Art von Training sich für Zeitspannen eignet, in denen zwischendrin Einheiten ein großer Zeitabstand besteht (eine Trainingseinheit pro Woche).

 

Die zweite Variante der Themenwochen im Training hat auch seinen Nutzen:

  • auf Trainingsinhalte kann man ganz besonders wert drauf legen und diese dann perfektionieren
  • Schwächen die über diesen Zeitraum im behandelten Thema festgestellt werden kann man ausradieren
  • es wird indirekt Kraft und die spezielle Ausdauer trainiert (zB. Themenwoche Übergreifen=> Absprung + Sprungkraftausdauer wird trainiert durch hohe Wiederholungszahlen)

Nachteile sind:

  • schnelle Überlastung einzelner beanspruchter Muskelgruppen durch zu hohe Belastung
  • durch hohe Übungszahl hat man eventuell nach einer Zeit keine Übungen mehr => keine Abwechslung
  • nicht sehr spielnah

Bei dieser Trainingsart kann man sagen, dass sie sich für Zeitspannen handelt, in denen viele Trainingseinheit in kürzerer Zeit stattfinden (drei Trainingseinheiten pro Woche/ bei höherer Trainingszahl sollte man überlegen ob man zwei Themen parallel trainiert).

Trainingstheoretisch kann man sich Training und seine Wirkung in einer Kurve vorstellen.

Am Zeitpunkt der Belastung geht die Kurve nach unten. Dann kommt eine Regenerationsphase, an der die Kurve wieder an den Ausgangswert zurückkommt. Es folgt die Hyperkompensation, an dem die Kurve ein bisschen über den Ausgangswert hinaus geht.

Bei dem ersten genannten Training setzt die Hyperkompensation in mehreren Teilbereichen ein. Ein Blogtraining oder Der zweiten genannten Trainingsmethode ist die Belastung höher und somit auch die Hyperkompensation.




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Wie macht man sein Training effizient?

 

Das Training und das Niveau hängen von der Gestaltung des Trainings ab. Das wird zum einen durch den Trainer und vor allem auch durch die Spieler bestimmt.

Der Trainer hat die Entscheidungsgewalt bezüglich der Belastungskomponenten (siehe hierzu Trainingstheorie oder Trainingsplan) und des Inhalts. Er kann das Niveau durch gute und zielführende Übungen und durch sinnvolles Coaching zusätzlich anheben.

Allerdings kann der Trainer hier nur ein begrenzt hohes Niveau erreichen, wenn die Spieler nicht mitmachen.

Wenn man selber besser werden will, muss man also mitmachen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Der Spieler denkt sich in ein Spiel. Das zwingt ihn dazu immer 100 Prozent oder mehr zu geben. So kann man dem Trainer in die Karten spielen und sich extrem verbessern. Hier macht man aber trotzdem nur so viel wie man muss.
  2. Der Spieler geht bewusst immer an seine Leistungsgrenze. Das ist die Möglichkeit um ganz nach oben zu kommen. Die Schnelligkeitsübungen macht man so schnell man kann. Die Technikübungen macht man mit 100 prozentiger Konzentration. Die Kraftübungen macht man, bis man nichts mehr machen kann. Die Ausdauersachen macht man bis man keinen Schritt mehr machen kann. Kurz gesagt: Man geht immer an die Schmerzgrenze und macht mehr als alle anderen.

Ein weiterer großer Faktor, der das Trainingsniveau und dessen Effektivität mitbestimmt sind die Mitspieler.

Das gilt für den Torspieler ganz besonders. Es macht ein Unterschied, ob die Spieler bei einer Torschußübung auf Tore gehen oder probieren den Ball in den Winkel zu zirkeln.

Das wirkt sich vor allem aber auf das Trainingsspiel aus. Wenn drei Leute richtig spielen und der Rest probiert zu Tunneln macht das Spiel keinen Sinn. So sinkt das Spielniveau kontinuierlich und die drei Spieler plus die ganze Mannschaft haben nichts vom Training.

Man muss gewinnen wollen. Ohne den absoluten Siegeswillen kann man nicht besser werden, geschweige den, Spiele gegen ähnlich starke Mannschaften gewinnen.

Das hängt sicher auch mit einer Motivation zusammen. Es funktioniert nicht, wenn der Vater will, dass der Sohn mal Bundesliga spielt. Der Sohn muss es wollen. Da kann der Vater drohen mit was er will. Ohne eine intrinsische Motivation geht gar nichts.




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Wie wird man erfolgreich?

 

Zu diesem Thema gibt es Tausende Artikel. In diesen Artikeln steht: sei fokussiert, sei fleißig, stehe früh auf, zeige Demut, sei neugierig und so weiter und sofort.

Das ist jetzt alles schön und gut, aber beschreibt nicht wie ich für mich erfolgreich werden kann.

Ein Erfolg ist, wenn man seinen Zielen näher kommt.

Je nachdem in welchen Gebieten und wie hoch man seine Ziele steckt, ist man mehr oder weniger erfolgreich. Wenn ich zum Beispiel einen Tag lang nichts machen will und das mein Ziel ist, wäre Fleiß kontraproduktiv für meinen Erfolg. Wenn ich einen Tag mal ausschlafen will, bringt es mir Nix wenn der Wecker um 5:00 Uhr klingelt.

Was ich damit sagen will ist, dass es keine zu 100 % richtige Schritt für Schritt Anleitungen gibt, die für jeden die Richtige ist. Wenn es so etwas gäbe, würde die Welt von 7 Milliarden sehr erfolgreichen Menschen bewohnt.

Wenn man sich mit erfolgreichen Menschen beschäftigt, deren Interviews anschaut, deren Biografie liest oder Dokus über sie anguckt merkt man sehr schnell, dass alle erfolgreichen Menschen mehr oder weniger eine Gemeinsamkeit haben.

Erfolgreiche Menschen haben Gewohnheiten die sie erfolgreich machen. Diese Gewohnheiten führen dazu, dass sich erfolgreiche Menschen nebenbei mit dem beschäftigen, was sie erfolgreich macht.

  • Bill Gates (Microsoft, Nummer 1 auf der Forbes-Liste der Superreichen) hat eben lieber den Unterricht geschwänzt und programmiert.
  • Warren Buffet (Berkshire Hathaway, Nummer 2 auf der Forbes-Liste der Superreichen) liest für sein Leben gerne Bilanzen von Aktiengesellschaften. Ich habe so etwas noch nie gesehen.
  • Christiano Ronald trainiert nach dem Training Freistöße.
  • Pep Guardiola schreibt, er konnte gar nicht anders, als ständig über Taktik im Fußball nachdenken.Bezogen auf den Fußball bedeutet das nichts weiter als Training und Selbstkritik zur Gewohnheit machen. Das Training muss einfach zum Tagesablauf dazugehören wie schlafen, frühstücken oder duschen. Die Selbstkritik gehört zu jedem Training und jedem Spiel.

Im Training geht es aber nicht darum irgend etwas zu machen. Training bedeutet in dem Fall, das Richtige richtig machen. Was bedeutet es, das Richtige richtig machen?

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Um erfolgreich zu sein, muss ich meine Stärken verbessern und meine leistungsbegrenzenden Schwächen so verändern, dass sie mich nicht behindern. CR7 trainiert noch heute regelmäßig Freistöße. Das ist seine Stärke. Deshalb arbeitet er daran. Die Sachen zu trainieren, die zu unseren Stärken gehören, fällt uns oft besonders leicht. Das kann man nutzen. Es hilft aber nicht nur, es immer wieder gleich zu trainieren. Es geht darum selbstkritisch Verbesserung zu analysieren und diese dann umzusetzen.

Wer an seinen Schwächen arbeitet wird bestenfalls Durchschnitt. Das ist der Grund, weshalb die meisten jungen Talente in ihrer Ausbildung verschlissen werden. Man versucht aus allen den gleichen Typ Fußballer zu machen und das kann nicht klappen.

Es gibt aber Schwächen, die wirklich leistungsbegrenzend sind. Eine leistungsbegrenzende Schwäche in der Entwicklung jedes Torspielers sind die Abschläge, wenn es von einem kleineren Feld auf ein größeres geht. Auf den kleinen Spielfeldern braucht der Torwart den Ball nie weit weghauen. Auf dem größeren wird es häufig spielentscheidend. Dies ist eine Leistungsbegrenzung. Bei der Umstellung vom kleinen auf das große Feld müssen deshalb immer Abschläge geübt werden. Dabei geht es nicht darum, den Ball so weit wie möglich zu hauen, sondern darum, den Ball so zu schießen, dass in kritischen Phasen im Spiel nicht direkt Chancen auf Gegentore entstehen.

Das Beispiel mit den Abschlägen erklärt sehr gut die engpasskonzentrierte Strategie (EKS). Die EKS sagt, dass alle leistungsbegrenzenden Faktoren (Schwächen) verbessert oder trainiert werden bis sie nicht mehr leistungsbegrenzend wirken und alle leistungsbestimmenden Faktoren (Stärken) so verbessert oder trainiert werden, dass sie noch leistungsbestimmender wirken.

Auf Deutsch bedeutet das, es gibt zwei Trainingsschwerpunkt.

  • Man trainiert das, worin man schlecht ist und was man fürs Spiel unbedingt braucht, bis es nicht mehr auffällt. Danach wird der nächste Punkt trainiert, der dann leistungsbegrenzend geworden ist.
  • Man trainiert das, was einem besonders im Spiel hilft und was man besonders gut kann. Dabei geht es darum, der Beste mit dieser F#higkeit zu werden.

Zuguter Letzt geht es aber nicht nur um das Training. Wenn ich etwas nicht gut kann, muss ich versuchen mein Verhalten im Spiel so zu gestalten, dass ich das nicht brauche. Auf der anderen Seite ist es so, dass ich man sich immer so verhalten sollte, dass man seine Stärken auch wirklich im Spiel nutzen kann.

Damit ein Torwart also erfolgreich wird, muss er die selbstkritische Analyse, was behindert mich und was macht mich stark, zur Gewohnheit machen. Er muss darüber nachdenken und diese Erkenntnisse dann im Training und im Spiel immer wieder anwenden.




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Wie erstellt man einen Trainingsplan?

 

Das Ziel ist aus jedem Spieler oder aus jeder Spielerin das Beste rauszuholen. Dazu muss man die “leistungsbegrenzenden Schwächen” kompensieren und die Stärken entwickeln. Das geht nicht mit einer Trainingseinheit. Also muss man das planen. Es gibt hier unterschiedliche Phasen der Planung. Im Großen und Ganzen nennt man das Trainingsplan oder Periodisierung des Trainings.

Die größte Phase mit der längsten Zeitspanne ist der Mehrjahreszyklus. Dieser umfasst im Fußball die komplette Ausbildung des Spielers bis hin zum 18. Lebenjahr. Der Spieler sollte komplett fertig sein, wenn er aus der Ausbildung raus kommt. Dabei sollte man sich klar machen, dass man nicht jeden zum Profi machen kann. Es will auch nicht jeder Profi werden.

Der Glaube, jeder Spieler muss ein Profi werden, führt bei Trainern oft zu Erfolgsdruck, den er sich selbst gibt. Die Folge sind zu hohen Erwartungen an die Kinder. Es ist ein Erfolg, wenn man aus einem eher untalentierten oder uninteressierten Spieler, dem eine Zukunft in der Kreisliga vorher gesagt werden kann, einen guten Landesligaspieler macht.

In der Planung folgt dann der Mehrjahreszyklus und der Jahreszykus. Hier kann sich der Trainer Jahresziele setzen. Da die meisten Trainer eine Mannschaft nur ein bis zwei Jahre betreuen, machen sie ihre Planung auch nur im Jahreszyklus. Ein mögliches Ziel wäre, wenn meine Spieler aus der D-Jugend (U13) raus kommen, können sie diese oder jene Finten und den flachen Pass. Wenn meine Spieler aus der C-Jugend (U15) raus kommen, können Sie einen sauberen Flugball schlagen und sind koordinativ auf diesem oder jenem Niveau. In der B-Jugend (U17) will ich dieses athletische Niveau und dieses taktische Verständnis erreichen.

Das setzt man in Perioden oder auch bekannt unter dem Namen Themenwochen um. Diese gehen über 1-2 Monate in denen man Schwerpunkte setzt.

Dann kommt der Makrozyklus der in Abhängigkeit von der Länge der Perioden 1-2 Wochen geht. Hier fokussiert man dann den Schwerpunkt und gliedert diesen in Unterpunkte. Zum Beispiel ist der Schwerpunkt Spieleröffnung und man zerlegt diesen dann in Pässe, Flugbälle und Abschläge aus der Hand.

Es folgt der Mikrozyklus. Dieser dauert nicht länger als eine Woche und zerlegt die Unterpunkte nochmal. Hier kommen Vorübungen zum Thema Flugbälle wie zum Beispiel der flache Spannstoß mit Unterschnitt.

Schließlich kommt der Tageszyklus. Hier wird es konkret. Was trainiere ich in welcher Trainingseinheit wie oft am Tag? Das ist die Aneinanderreihung von den im Training geplanten Übungen. Zum Beispiel zu Beginn Eckle, Fangspiel, danach Technikübung Flachpass, danach Ballbesitzspiel, ein Abschlussspiel und zum Schluss Elfmeterkönig.

Schlussendlich kommen noch unterschiedliche Phasen im Training zur Planung dazu. Hier handelt es sich um 10-20 Minuten und es geht um Übungen die den gewünschten Reiz für den Trainingseffekt setzten. Hier kommen dann die einzelnen Übungen wie 20 flache Spannstöße mit Unterschnitt mit rechts und links.

In der Trainingsplanung gibt es zwei Modelle, für die man aber das Homöostasegesetz kennen muss. Das Gesetz besagt, dass nach einer Trainingseinheit oder einer Belastung eine Erholungsphase folgt die in eine Superkompensation übergeht (siehe auch hier). Das bedeutet man steigert sein Leistungsniveau durch die Superkompensation, die durch das Training hervor gerufen wird. Wenn man danach eine zu lange Pause einlegt ist es klar, dass das Leistungsniveau wieder sinkt.
Das erste Modell ist das aus dem Breitensport. Man probiert dann zu trainieren wenn die Superkompensation auftritt um so konstant sein Leistungsniveau zu verbessern.

Das zweite Modell hat nach Studien eine höhere Wirkung. Sie nennt man Blocktraining und der Name ist Programm. Man setzt Trainingseinheiten zu nah an einander und verursacht so ein kurzzeitiges Übertraining. Wenn man danach aber wieder eine längere Pause macht sind die Wirkungen besser als bei der normalen Methode.




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Feedback im Training

 

Feedback ist elementarer Bestandteil jedes Trainings. Ohne ein gutes Feedback kann man andere nicht besser machen. Klar ist, dass es konstruktiv sein muss. Feedback ist nichts anderes als Kritik. Das Wort Kritik ist allerdings mit schlechten Vorurteilen belegt. Wenn man kritisiert beleuchtet man positiv und negativ eine Handlung oder eine Entscheidung in weitestem Sinne.

Was macht jetzt ein gutes Feedback aus?
Um Kritik üben zu können muss der Trainer alle wichtigen Handlungsmerkmale kennen, die es benötigt, um die Handlung so gut wie möglich durchzuführen. Das heißt, das man die Bewegung im biomechanischem Ablauf verstehen muss.

Wenn man die trainierten Abläufe versteht, muss man sich Gedanken machen auf welche Teilaspekte man den Schwerpunkt beim Coachen gibt. Der Gecoachte ist in der Regel nicht in der Lage, alle Aspekte sofort zu verstehen und umzusetzen. Also muss man sich Schritt für Schritt an die perfekte Technik heran arbeiten. Das bedeutet nichts anderes als, dass man zum Beispiel 3-4 Durchgänge nur auf die Fanghaltung schaut und dann die nächsten Durchgänge auf das Fallverhalten. Das ist wichtig, weil man nicht auf alle Teilaspekte der ganzen Bewegung in einen Durchgang achten kann.

Hat man einen Fokus gelegt muss man sich Gedanken machen, wo man steht beziehungsweise wo man hinschaut. Wenn man Torspielertraining in einer Gruppe macht, kann dann ein anderer Torspieler schießen und man selbst konzentriert sich ganz auf die Kritik.

Es gibt verschiedene Standpunkte von denen man sich die Bewegung anschauen kann zum Beispiel von der Seite, von vorne oder von oben. Wobei letzteres im normalen Training eher schwer wird. Man kann das natürlich auch so variieren das man von einer schrägen Position schaut.

Bei Bällen auf die Seite zum Erhechten bietet sich an, entweder von vorne oder von der Seite zu schauen. Von der Seite erkennt man den Ballangriff des Keepers, während man von vorne die Fußstellung, den Abdruck oder die Augen zum Ball kritisieren kann. Man erkennt also, dass der Fokus den Standort des Trainers bestimmt.

Selbstverständlich muss das Feedback so früh wie möglich kommen, da der Gecouchte dann die Bewegung noch “vor Augen” beziehungsweise im “Muskelgedächtnis” hat.

Auch sollte man wie in der Schule eingebläut, immer positiv einsteigen. Das hat den einfachen Grund der Motivation. Wenn mir gesagt wird, dass ich gut bin, macht es mir mehr Spaß, als wenn mir gesagt wird, dass ich schlecht bin. Das bedeutet, dass man immer 2-3 Schwerpunkte setzen sollte, die man dann mehr kritisieren kann. Die anderen Punkte werden zunächst nicht angesprochen.

Wenn man das Gute aufgezählt hat, kommt man zu den Punkten, die verbessert werden können. Hier wird aufgelistet, was der Torspieler hätte besser machen können. Es genügt aber nicht, nur zu sagen was schlecht war. Es muss auch gesagt werden, wie er es hätte besser machen können. Dieser Punkt wird oft vergessen. Oft aber auch weggelassen, weil die Trainer es nicht besser wissen. Man muss aber eine konkrete Handelsanweisung geben.

Wenn man all diese Punkte bewusst in sein Feedback einfließen lässt und dabei immer positiv formuliert kritisiert gut und macht seine Torspieler und Torspielerinen besser.

Gerade in den unteren Ligen weiß der Trainer es aber oft auch nicht besser. Das ist auch verständlich. Oft ist der Trainer jemand, der zufällig neben dem Platz stand. Jetzt soll er eine Mannschaft trainieren.

Hier muss der Trainer charakterliches Format zeigen. Wenn der Trainer es selbst nicht besser weiß, dann kann man auch gemeinsam mit den Torspielern überlegen, wie es besser wäre. Das kann dann ausprobiert werden. Traut euren Torspielern dazu mehr zu! Wer sich ins Tor stellt ist nicht dumm und übernimmt Verantwortung. Jemand, der im Tor steht, kann sich viele Dinge selber denken. Wenn es keine Lösung gibt, muss dem Torwart das Problem klar werden. Ist es ein echter Keeper, wird er auf Youtube oder im Fernsehen genau auf das Problem achten und selber Ideen entwickeln, die ihn besser machen.




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Grundlagen Trainingstheorie

 

Die Trainingstheorie ist eine sehr komplexe Wissenschaft. Sie beruft sich aus fast allen anderen “Mutterwissenschaften” wie zum Beispiel

  • Biologie (für die Abläufe in den Zellen, Muskeln/ Biomechanik)
  • Physik (für die optimale technische Ausführung)
  • Mathematik (Statistik/ Berechnung von Fakten zum Beispiel Körpermuskelanteil, Laktatgrenze, …)

Die Trainingstheorie hat, wie jede andere Wissenschaft auch ihre eigenen Gesetze. Alle hier aufzuzählen wäre viel zu viel. Deshalb beschränke ich mich hier auf die aus meiner Sicht wichtigsten Trainingsgestze.

Homöostase Gesetz

Das Homöostase Gesetz beschreibt die Kurve der Belastung, Erholung und Leistungssteigerung (Superkompensation).

  • Zu erst kommt die Ermüdung oder die Belastung. Vom ursprünglichen Leistungsniveau (Zeit-Achse) aus sinkt die Leistungsfähigkeit.
  • Dann kommt die Erholung bzw. Regeneration. Die Leistungsfähigkeit steigt wieder bis auf das ursprüngliche Leistungsniveau.
  • Es folgt die Superkompensation. Das Leistungsniveau steigt über das ursprüngliche. Das ist die Folge eines guten Trainings.
  • Wenn man jetzt aber nicht rechtzeitig das nächste Training ansetzt verschlechtert sich die Leistungsfähigkeit wieder.

Das Gesetz der Spezifität

Dieses Gesetz besagt, dass spezielle Reize spezielle Anpassungen im Körper hervorrufen. Einfach gesagt heißt es, dass man mit Krafttraining keine bessere Ausdauer bekommt. Es verbessern sich nur Funktionen,

  • die trainiert werden
  • die sich verbessern lassen (Im Kinder- und Jugendbereich gibt es intellektuelle und körperliche Fähigkeiten, die lassen sich altersbedingt nicht trainieren. Die notwendigen Strukturen sind einfach noch nicht angelegt.)

Die Natur des Körpers ist es, alle Herausforderungen zu meistern. Wenn er ein mal merkt, dass er eine Belastung nicht geschafft hat oder an die Grenze gehen muss, probiert er das zu ändern. Dazu werden zum Beispiel die Muskeln aufbaut, die am stärksten gereizt wurden oder die Nervenleitungen zum Muskel werden ausbaut.

Die Leitungskomponenten

Es gibt fünf Leistungskomponenten. Diese müssen für ein gutes Training in Einklang stehen.

  • Intensität: Anstrengungsgrad einer Übung oder eines Trainings
  • Dauer: Länge einer Übung oder eines Trainings
  • Dichte: Länge des Trainings im Verhältnis zu den Pausen (wie in der Physik)
  • Umfang: Alle Trainingsreize insgesamt im Training
    Pause: Länge der Pausen

Hierbei gibt es den Zusammenhang:
Je höher die Intensität, desto geringer ist die Dauer, der Umfang und die Dichte und desso länger ist die Pause.
Diese Faktoren beziehen sich auf einzelne Übungen, auf die Trainingseinheit, auf eine komplette Trainingswoche auf den gesamten Trainingsplan.




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Wie baut sich eine Trainingseinheit auf?

 

Man kann sich das gesamte Konstrukt Trainingseinheit als ein M vorstellen. Erst kommt das Aufwärmen, dass in den Hauptteil einleitet und schließlich in einem Cool-down endet. Alle Übergänge sind fließend.

Das Aufwärmen habe ich bereits erläutert. (siehe hier)

Der Hauptteil besteht aus 3 Teilen.

  • ein Intensiver Teil
  • ein normaler Übungsteil und
  • Wieder eine intensive Einheit

Koordinative Fähigkeiten und Schnelligkeit eignen sich für den ersten Teil.

Übungen wären zum Beispiel:

  • Doppelaktionen
  • neue Techniken
  • Neue Bewegungsabläufe
  • Koordinationsleiter
  • Liniensprünge (eine Linie, Spieler hüpft in einer bestimmten Reihenfolge im Bezug auf die Linie zum Beispiel links 1 Fuß rechts 1 Fuß links beide) eventuell mit Kopplung von Mathe-Aufgaben, Aufzählung von Tierarten (Land, Wasser, Luft) bei einer bestimmten Farbe die vom Trainer angezeigt wird, Arme schwingen, Oberkörperbewegungen
  • Verschiedenste Übungen für das Ballgefühl (Ball mit den Händen um den Körper kreisen, Ball vor dem Körper hoch werfen und hinter dem Körper fangen,…)
  • Technik auf Schnelligkeit ausgelegt (Ball erhechten bei sehr späten erkennen wo der Ball hinkommt,…)
  • 1 Gegen 1

Der 2. Teil kann hauptsächlich aus Technik und Wiederholung der Techniken bestehen.

Übungen wären hierfür:

  • Flanken abfangen
  • Bälle frontal fangen
  • Bälle frontal flach aufschaufeln
  • Aufsetzer frontal aufschaufeln
  • Bälle seitlich flach erhechten
  • Aufsetzer seitlich erhechten
  • Bälle seitlich halbhoch erhechten
  • Bälle hoch erhechten
  • Bälle übergreifen
  • 1 gegen 1
    Alle taktischen Übungen wie verschieben, raus kommen werden im 1 gegen 1 trainiert.

Der Dritte und letzte Teil sind nochmal hoch intensive Sachen die vor allem die Kondition trainieren.

Hier eignen sich folgende Übungen:

  • Spielformen mit vielen Aktionen für den Torspieler
  • Doppel und Dreifach-Aktionen
  • 1 gegen 1
  • Flanken Abfangen

Das Cool-down ist das runterkommen auf einigermaßen Normalpuls.

Folgende Übungen eignen sich dafür:

  • Shootout-Wettbewerbe (Lattenschießen, Zielschießen, …)
  • “Gesetzte” (aus festgelegter Distanz Torschüsse; wer trifft darf ins Tor, wer nicht nicht)
  • Elfmeterschießen




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